7 Tage Genuss-Wanderung durchs Ausseerland | Die Alpen zwischen Oberösterreich und Steiermark wie sie schöner nicht sein können…

Die Kuhglocken bimmeln, aber ich sehe noch keine Kühe. Ich befinde mich auf einem traumhaften Wiesenweg zwischen den Bergen talabwärts nach Altaussee. Die Wiesen so saftig grün, wie sie nur in Österreich sein können und dazwischen bunte Wiesenblümchen. Weit und breit kein Mensch außer ich. Seit der Hütteneckalm ist mir kein Mensch, kein Wanderer, begegnet nur die Kühe bimmeln von der Weite um die Wette und manchmal höre ich ein Insekt, welches von den Kuhfladen die ab und an am Weg liegen, aufgescheucht um mein Ohr fliegen. Sonst Stille. Nur ich und meine Gedanken. Manchmal ertappe ich mich während dem gehen, dass ich mir nicht sicher bin ob ich gedacht oder doch vor mich her gesprochen habe. Habe ich? Ach wer weiß schon, nur ich … und wenn es so wäre, na und. Es ist schön hier, verdammt schön und keiner hört mich, außer ich mich.

Sind Wanderurlaube nicht etwas für Leute ab 50+? Ganz ehrlich, ich bin doch ein smartes Mädel, ich könnte irgendwo richtig cool Urlaub machen, da wo alle hippen und coolen Leute sind, da wo der Bär jeden Abend steppt, da wo alle sportlich getrieben sind und alles superschön und alles richtig genial ist. Ich bin im besten Alter, habe nur die üblichen sonstigen Verpflichtungen … und ja ich fahre in den Wanderurlaub ins Ausseerland. Nein, ich würde mich weder altbacken verstehen noch, dass ich keine coole Fashion, Designs oder Trends mag. Im Gegenteil ich mag das alles verdammt gerne, jedoch ganz ehrlich geht mir die Getriebenheit, was die Stadt manchmal hat, das immer Gepose und immer perfekte oftmals am Allerwertesten. Ziemlich sogar. Alles ist immer auf Effizienz und Optimum aufgebaut. Manchmal habe ich das Gefühl ich halte es nicht mehr aus, ich mag das die Zeit wieder normal langsam läuft. Ich mag mir selber zuhören können, ohne dass ich tausende von Sachen wegblenden muss. Ich brauche Ruhe, ohne diesen ganzen permanenten Informationsoverflow.

Ruhe – verstehst du? Ruhe…aber natürlich coole Kulisse und genialstes Ambiente. So ein bisschen wie eine Bergdiva, aber nur ein bisschen oder so.

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Im Ausseer-Land im Juni steppt bestimmt kein Bär. „Juli, August ja da geht es ab,“ erzählt mir die Hüttenwirtin von der Leistalm. „Da tragt jeder der 2 Haxn hat, mit da Buggelkraxn sei Kind hoch. Meistens sans kurz vorm Herzinfakt und des Kind krebsrot, weils schon an Sonnenstich hat, aber Hauptsache gleich den höchsten Berg und die letzte Almhütte im letzten Eck ausgsucht und dann erwartens, wie in der Werbung, das an Almdudler gibt. Dann könnens gleich wieder hamgehen, bei mir gibt’s sowas net,“ ergänzt sie.

Ganz ehrlich eine Woche Urlaub machen im Ausseerland irgendwie wäre ich da nie darauf gekommen. Ja so vereinzelte Tage war ich schon mal da. Das Ausseerland ist ja ein Teil Oberösterreich und Steiermark und als gebürtige Oberösterreicherin war ich schon mal da. Zum Beispiel in Gößl zum Sprudel-Festival, wie auch als Kind am Grundlsee, da wußte ich aber noch nicht, dass ich am Grundlsee bin. Ja und mit meiner Oma, glaub ich, war ich mal am Narzissenfest in Altaussee, aber das wars dann schon. Gezielt Heimaturlaub so quasi und das eine Woche, nein habe ich noch nie gemacht. Es gibt aber Dinge im Leben, die muss man einfach mal gemacht haben, denke ich, so habe ich die Change ergriffen und bin abermals mit Eurohike gereist.

Bad Goisern, da wo alles begann…

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Die Reiseunterlagen bekam ich schon im Vorhinein wiedermal von Eurohike zugesandt. Es beinhaltete die Hotelliste, das bebilderte Wanderrouten-Heftchen und eine große Landkarte für die Region. Meine Einstiegsunterkunft: Pension Maria Theresia in Bad Goisern. Irgendwo bei den Unterlagen wurde auch der Lindwurm erwähnt, wo es mir schon ein bisschen die Haare aufgestellt hätte, wer mir schon länger hier am Blog folgt weiß warum bzw liest hier nach. Die meisten Unterkünfte in dieser Region sind halt sehr traditionell gehalten, wobei traditionell nicht etwas Schlechtes ist. Im Gegenteil, jedoch gibt es schon ein paar Stillblüten dort in der Region, da wo irgendwo vor 60 Jahren die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Die Hotelliste war auch dieses Mal von Eurohike sehr geschmackvoll an der Wanderroute ausgelegt und ich schätze diese Form von organisiert aber trotzdem individual Urlaub sehr, weil es jedesmal so ein kleines Abenteuer im überschaubaren Rahmen ist.

Also zurück zu Bad Goisern. Mit einem Sparticket, online am Vortag auf der ÖBB Homepage gekauft, ging es um 11 EUR von Linz nach Bad Goisern. Mit einmal umsteigen in Attnang Puchheim und „frau“ ist da. Ich war selbst überrascht, wie zackig und problemlos das war. Bad Goisern ist nicht groß und mühelos fand ich gleich meine Unterkunft. Schlicht, einfach gehalten. Sauber. Unbezahlbare saubere Luft, Ruhe und das Plätschern der noch kleinen sehr sauberen Traun vor mir. Nächster Morgen Frühstück und der erste Blick in die Berge. Nebelverhangen. Mein Gepäck habe ich aufgegeben, meinen Rucksack für alle Wettereventualitäten gepackt. Vielleicht sollte ich mal einen Sonderblog-Beitrag schreiben, über was sich da so alles in meinen Rucksack befindet. Hm. Was denkst du?

Erste Etappe: 17,5 km | 509+ / 763- Höhenmeter | Von Goisern über die Blaa Alm nach Altaussee

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Der Einstieg war oben am Predigstuhl, der Hausberg der Goiserer. Nebelschwaden zogen an mir vorbei und ich habe mir schon mal meine Regenkleidung aus meinem Rucksack geholt. Schon nach einem Kilometer fing es an zum Nieseln. Trotzdem wer schon mal bei Nieselregen durch den Wald gegangen ist, weiß wie herrlich das ist. Durch den leichten Anstieg, schwül und nass wurde mir schnell warm. Schon nach kurzer Zeit musste ich das erste Mal meine Unterkleidung wechseln.

Die Nebelschwaden blieben hängen und der Nieselregen hörte auf, bis bei den Felsen er wieder anfing, dafür hatte ich dann wieder Fernsicht. Bei der Hütteneckalm, übrigens eine wunderschöne Alm mit superleckeren Essen, gab es die Mittagsstärkung. Danach konnte ich bei Sonnenschein wieder weitergehen. Der Weg führte nun nur mehr großteils bergab. Stundenlang ist mir niemand entgegen gekommen, bis sich ein Problem vor mir auftat. Direkt auf meinen Weg eine riesen Kuhherde mit Jungtieren. Was tun? Direkt in die Herde rein und stur den Weg folgen, traute ich mich nicht. Was ist, wenn eine Kuh mich tritt, dann werde ich stundenlang nicht gefunden. Hm. Die Kühe blickten mich vorwurfsvoll an, kamen schon auf mich zu und ich rührte mich nicht vom Fleck, meine Gedanken ratterten jedoch. Ich beschloss daher einen kleinen Umweg um die Kuhherde zu machen und konnte dann nach einer halben Stunde Umweg doch wieder meinen Weg folgen. Versteht mich nicht falsch, ich mag Kühe und vielleicht bin ich hier ein Angsthase, aber ich stehe dazu. Weil ich weiß nie, wie sich der Wanderer vor mir verhalten hat und wenn Jungtiere dabei sind und es eine große Herde ist, dann gehe ich das Ganze gerade, wenn ich alleine unterwegs bin mit großer Vorsicht an.

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Vorbei an der Blaa-Alm, auf der sich scheinbar wunderbar Feste für eine sehr große Gesellschaft feiern lassen, dann runter auf dem Wiesenweg nach Altaussee. Der Weg war so kitschig schön, dass ich viel Zeit mit Fotos machen verbrachte. Bis ich merkte, dass sich hinter mir eine gigantisch große Gewitterfront die sich innerhalb von Minuten aufgebaut hatte, befand. Ich musste also einen Zahn zulegen. Ich erreichte bereits die ersten Häuser von Altaussee, als mir eine Alte über den Gartenzaun rief: „Madl zah oan, dast schnell hamkimmst“, ich blickte zurück und mir war klar, jetzt sofort Regenzeug aus dem Rucksack rausholen, weil in nicht mal 2 Minuten fängt es sicherlich zum Schütten wie aus Kübeln an. Ich hatte fast 2min später die Hauptstrasse von Altaussee erreicht und dann fing es auch schon an zum Stürmen und Regnen. Genau in dem Moment hielt dann auch eine Dame mit ihren Auto an und nahm mich den 1 km in den Ort zu meiner zweiten Unterkunft „Hotel Hirsch“ mit, wo auch schon mein Gepäck auf mich wartete.

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Beim Abendessen habe ich dann mein Abenteuer vom Tag reflektiert und auch die ersten Bilder  auf meinem Facebook-Kanal (du kannst mir da folgen, wenn du möchtet) gezeigt. Meine Heimat, Österreich, so malerisch schön.

bty

Zweite Etappe: Genuss in Altaussee – Solingen und Salzbergwerk

Es regnet. Mein Eurohike-Wanderbüchlein schlägt mir eine Wanderung auf den Loser, Hausberg der Altausseer – der Sissy-Berg vor bzw eine Besichtigung des Altauseer Salzbergwerkes vor. Da ich keine Lust auf regenreiche Wanderung habe, eine weitere Nacht laut Eurohike-Reise-Route beim Hirschen verbringe und somit keinen Stress habe, beschließe ich einen langen Brunch am Frühstücksbuffet einzulegen und danach zum Salzbergwerk zu schauen. Zuerst gehe ich immer der Straße und Nase nach hoch, aber irgendwie will da kein Salzbergwerk kommen. Es wechselt zwischen Sonne und Regen und nach kürzester Zeit bin ich durchgeschwitzt. Ich entscheide mich den Weg laut meinem GPS durch den Wald zu nehmen. Der Weg geht steil an und irgendwann nach einer Stunde stehe ich vorm Salzbergwerk. Ich checke mir eine Karte, die Führung fängt erst in einer halbe Stunde an und somit ist Zeit für einen Mittagssnack und Kaffee im Restaurant beim Salzbergwerk Altaussee.

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sdr

Ganz ehrlich, Salzbergwerke gibt es in der Gegend viele. Klaro heißt ja auch Salzkammergut und in einigen war ich ja schon. In Erinnerung geblieben ist mir das Rutschvergnügen.

Diesesmal habe ich meinen persönlichen Speedrekord aufgestellt, 20 km ging es hinab. Na bist du schon mal gerutscht in einem Salzbergwerk?

bty

Aber lass mich von Anfang an erzählen: Also dieses Salzbergwerk hat mehr zu bieten außer Salz und ein bis zwei Rutschen. Wenn ich dir jetzt verrate, dass es alle Kunst in Europa nicht mehr geben würde, wenn es dieses Salzbergwerk in Altaussee und ihre Mitarbeiter nicht gegeben hätte, glaubst du mir das?

Die Sache ist eigentlich relativ einfach. Die Ausseer-Gegend gilt als eine der schönsten und reichsten Gegenden von Österreich. Hier soll die Millionärs-Dichte sehr sehr hoch sein. Ich gehe mal geschichtlich zurück in die Zeit des Zweiten Weltkrieges.

Also in dem Salzbergwerg, was es schon viele hunderte von Jahren gibt, ist auch eine kleine Kirche untertags und dort hängt ein Bild aus dem Jahr 11hundertirgendwas und dieses Bild schaut aus wie gerade gemalt. Es wurde allerdings nie restauriert. Der Krux ist, dass weil im Bergwerk konstante Luft von 7 Grad oder so und eine spezielle Luft auf Grund des Gesteines herrscht die Sachen nicht verwittern. Das NS-Regime wurde auf das Aufmerksam und somit begann man ab 1943 in dem Salzbergwerk Depots für Kulturgüter einzurichten. Heißt alles an Kunst von Gemälde bis Statuten die während der Kriegszeit in Sicherheit gebracht werden musste bzw gestohlen wurde, wurde hier gebunkert. Man muss sich vorstellen unter welch widrigen Bedienungen, bei meterhohem Schnee, die Tunnelgänge sind weniger als einem Meter breit etc, das geschehen ist. Bei Kriegsende umfassten die Depots 6500 Gemälde und Kunstgegenstände im damals geschätzten Wert von 3,5 Milliarden US-Dollar. Am Altausseer-See wurde auch letztes Jahr eine James Bond Scene gedreht. Daniel Craig war mit Filmteam dort. Die Filmscene in Spectra, im Winter, Boot und See. Ja das ist der Altausseer-See.

Am Abend führte mich mein Weg in eine Buschenschank die ich dir wirklich ans Herz legen kann. Postillion. Super leckeres Essen und super Service, ziemlich am Ortsanfang von Altaussee.

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Dritte Etappe: Altaussee – Gössl, Grundlsee, 16km, +/- 300 Höhenmeter

Durch das Gewitter regnete es sich ein. Die ganze Nacht hat es geregnet und am nächsten Tag in einer kurzen Regenpause, bin ich abermals aufgebrochen. Beim Seewirt vorbei ging es durch den Wald immer steiler hinaus. Über den Sattel führte mein Weg rüber zum Grundlsee. Feucht, nebelig, dafür aber eine Luft und eine Ruhe im Wald, die ich selten erlebt habe. Seit 3 Tagen habe ich mit niemanden mehr geredet, außer mit dem Servicepersonal beim Essen bestellen oder mit den Unterkunftsleuten. Es ist herrlich, sich selbst wieder hören zu können. Seinen Gedanken lauschen zu können und dabei von der natürlichen Naturmusik (Vogelgezwitschere, Wasser, Blätter die im Wind rascheln) begleitet zu werden. Oben dann am Sattel ein wunderbarer letzter Blick auf den Altausseer-See, bis es wieder runterging an Häusern und Almwiesen vorbei mit tief hängenden Nebel-Wolkenfetzen die sich noch nicht von den Bergen trennen wollten. Dabei kommt mir ein Satz von Erich Kästner im doppelten Lottchen unter, als sie im Roman am Berg stehen und auf den See bei Garmisch runterschauen: „Als ob der liebe Gott bloß mal so hingespuckt hätte…“

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Ja genauso schön, bezaubernd und himmlisch ist es auch hier. Ich gehe die Straße hinab, immer weiter hinab und hinab bis plötzlich der Grundlsee vor mir auftaucht. Mein Märchensee aus Kindheitstagen. Die Autorin Barbara Frischmut hat mir damals den See in meine Gedanken gezaubert. Ich habe die kleine Lilo-Fee die am Grundlsee die Natur erkundete geliebt. Während ich die ersten Schritte am Seeweg entlang gehe, zaubert mir der Gedanke an die Lilo-Fee ein Lächeln und Wärme ins Gesicht und ins Herz.

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Genau in dem Moment zeigt sich plötzlich die Sonne und taucht den Grundlsee in ein wieder anderes Licht. Er glitzert mit den Bergen um die Wette und ich kann mich an seiner Schönheit nicht satt sehen, daher beschließe ich einfach auf einer Bank sitzen zu bleiben und mir die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen.

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Ich weiß nicht, sind Minuten oder Stunden vergangen, definitiv es tut gut da zu sein. Ich bin glücklich. Irgendwann gehe ich weiter, vorbei an einem Fluss. Vorbei an einer Mühle, durch den Wald, die Bergwände neben mir. Bis ich ganz hinten am Grundlsee angelangt bin. Gössl steht da. Gössl am Grundlsee. Ich setze mich zum rostigen Anker und bestelle mir einen Kaiserschmarrn. Während ich den Kaiserschmarrn genieße sehe ich schon die nächste Gewitterwolke aufziehen und mir wird bewußt, dass ich nicht weitergehen kann.

Es regnet sich ein. Ich stelle mich zur Haltestelle bis der Postbus um die Kurve kommt und mich nach Bad Mitterndorf mitnimmt. Während der Postbusfahrt fühle ich mich wie damals mit 14. Es katapultiert mich wieder in meine Jugend zurück, da wo genau zweimal am Tag ein Bus gefahren ist. Nicht seltener oder öfter. Bus verpasst = mindestens dreiviertel Stunde laufen. Wie einfach doch das Leben sein kann. Ich merke wie sehr ich das Landei in mir vermisst habe, weil mich die Stadt manchmal zu sehr ablenkt und an mir zerrt.

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4 Etappe: Bad Mitterndorf – Tauplitz Alm, 1600 Höhenmeter, 6 Grad die Gedanken sind frei

Es regnet sich ein und hört nicht mehr auf. Ich schlafe schlecht. Vom frühen Morgen weg warte ich ab. Es will nicht aufhören zu regnen. 1000 Höhenmeter Gehweg sollen mich auf die Tauplitz Alm zum Kirchenwirt führen. 1000 Höhenmeter, nass klitschig, nebelig schlechte Sicht. Soll ich es riskieren? Ich rufe Florian bei Eurohike an, ob ich nicht mit dem Gepäcktransport einfach mitfahren kann, der mir wiederrum die Auskunft gibt am besten direkt mit der Kirchenwirtin von der Tauplitz reden. Was ich dann auch tue. Die Kirchenwirtin, ist mir schon am Telefon sympathisch. Sie schlägt mir vor, doch mit der Wandergruppe von ihr, vom Kirchenwirt, mitzumachen. Die haben ein Regenersatzprogramm. So werde ich nicht mal 20 min später vom Norbert, Wanderführer Kirchenwirt, und einem Gast aus Wien abgeholt und wir fahren ins Schloss Trautenfels. Ich bin hippelig, ich mag raus, ich mag mich bewegen und doch bin ich sehr müde, weil ich eben schlecht geschlafen habe. Wir fahren hoch auf die Alm. Ich beziehe mein Zimmer beim Kirchenwirt und lege ein Nachmittags-Erschöpfungs-Schläfchen ein.

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Am Abend besuche ich den Spa-Bereich vom Kirchenwirt und gehe noch eine Runde um zwei der 6 Seen der Tauplitzalm. Es hat kühle 6 Grad, die Luft macht hungrig aufs Abendessen, wo ich dann auch wunderbar beim Kirchenwirt mit Halbpension verwöhnt werde.

5 Etappe: Tauplitz Alm – 6 Seen-Wanderung auf die Leistalm

Am nächsten Tag breche ich zuerst mit Norbert und dem Wiener-Gast Richtung Steirerseen auf. Das Ziel von den beiden ist der Rosskogel. Ich bleibe allerdings auf der Leistalm, wo die zwei Hütten-Damen dort gerade den Weidezaun anbringen. Ich setze mich dazu, helfe ab und an ein bisschen, wenn eine fünfte Hand beim Montieren gebraucht wird. So erfahre ich einiges über die Gegend und die Alm. Ich erfahre, dass von der Alm weg der Salzsteig geht, ein Weg der nach Oberösterreich wieder rüber führt. Weiters, dass die Hüttenwirtin von der Leistalm fast täglich von Tauplitz auf die Alm hochsteigt, im Rucksack eben das was dann oben verkauft werden kann. „Jetzt ist noch wenig los,“ meinte sie, „aber ab Juli, August kraxelt hier jeder hoch der zwei Füsse hat, egal ob kurz vorm Herzinfarkt oder nicht. Die Leute werden dann regelrecht ungehalten, wenns dann einfach nichts mehr auf der Hütte zum Kaufen gibt. Es ist halt nur soviel da, was eben da ist.“

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Die Sonne blinzelt zwischen den Wolken hindurch und wir genießen auf der Hütte einen Kaffee bis ich wieder hinabsteige, vorbei am Schwarzsee, Steirersee, Tauplitzsee bis wieder zur Kirchenwirtin. Dazwischen mache ich wieder Fotos, weil ich mich einfach nicht an der wunderbaren Landschaft satt sehen will. Bei der Kirchenwirtin, fühle ich mich wohl. Der Kirchenwirt ist von ihr geführt und ist ein Wanderhotel. Das heißt würde ich einfach hier hoch kommen, bucht man einfach ein Zimmer und zusätzlich kann man dann bei den geführten Wanderungen jeden Tag mitgehen. Der Kirchenwirt besitzt auch ein Hallenbad, Saunalandschaft sprich einen wirklich tollen und modernen Spa-Bereich. Jeder der ein bisschen Auszeit braucht ist hier sicherlich gut aufgehoben.

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Meine Eurohike-Ausseerland-Reise endet beim Kirchenwirt, da ich im Anschluss noch 4Tage Wanderausbildung auf der Taupltz mache. Darum bleibe ich gleich hier. Ich bedanke mich jetzt schon bei der Kirchenwirtin für die großartige Zeit oben auf der Tauplitz-Alm. ❤

Wie immer freue ich mich über Kommentare. Kennst du das Ausseerland? Warst du schon mal dort? Vielleicht magst du ja auch diese Reise mit Eurohike machen? Ich kann es wärmstens empfehlen. Gerade Singles die Genuss, Wandern, Natur verbinden möchte und einmal die Ruhe mit sich genießen wollen und auf organisierten, individual Urlaub stehen, welche die sich nicht sportlich bis aufs letzte verausgaben wollen, ist diese Tour perfekt. Allerdings würde ich die Tour von Gössl weg dann weitergehen direkt auf die Tauplitz Alm anstatt von Bad Mitterndorf. Da gibt es nämlich erst seit ein paar Jahren einen richtig tollen Weg hoch, durch das Öderntörl welches von Heinrich Harrer als „paradisisch“bezeichnet wurde. Man müsste halt dann eine Nacht in Gössl übernachten, da aber die Route vorsieht über Bad Mitterndorf auf die Tauplitz zu gehen hat man halt eine Übernachtung in Bad Mitterndorf. Auch möchte ich anmerken, ist man halt von den Wanderungen stark vom Wetter abhängig. Es ist halt nicht so, dass man die Eurohike Route macht so wie sie 1:1 im Katalog steht, eher ist es ein Rahmen und in diesem Rahmen bewegt man sich halt je nach Wetter und Witterung. Ich habe diese Reise jetzt im Juni gemacht, in ein paar Wochen später im Jahr kann die Wanderung auf Grund Wetter und Witterung wieder ganz anders ausfallen. Ich finde diese Form von Urlaub total super, weil es ist dann wirklich ein organisierter, individual Urlaub mit ein bisschen Abenteuer drinnen. Jeder der sich natürlich alles genauso wünscht wie 1000% in einem Reise-Katalog beschrieben der ist hier sicherlich falsch, dem emfehle ich dann einen All-Inclusive-Urlaub irgendwo im Club in der Türkei mit Sonnenwahrscheinlichkeit 100%. Da ist dann das einzige Abenteuer dann vielleicht von der Liege zu plumpsen.

Genauere Infos zur Ausseerland Eurohike Reise: HIER

Eure, Doris

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Auch zu dieser wunderbaren Reise wurde ich von #Eurohike eingeladen. Abermals tausend Danke für die tolle Organisation der Reise. Ich habe mich niemals unwohl gefühlt, obwohl ich alleine als Frau unterwegs war. Alles war wiedermal bestens und spannend organisiert. Ich bin sehr dankbar für diese Woche, da ich wieder ein Stück Heimat kennenlernen durfte. Die Route war sehr gut beschrieben und ist eine absolute Genusswanderung. Gerade im Juni ist die Gegend fast wie ausgestorben, auf 5h Wanderung kommt vielleicht ein Mensch vorbei. Für alle die also eine traumhafte Bergkulisse, Natur, in seiner ganzen Pracht und Ruhe genießen wollen und für die der Genuss vor der sportlichen Herausforderung steht, ist die Ausseerland-Genuss-Wanderung von Eurohike eine ganz tolle Urlaubs-Möglichkeit. Ich bin sehr dankbar für die Eindrücke und hoffe die Fotos können ein bisschen einen Eindruck von der traumhaften Gegend vermitteln. ❤ ❤ ❤

10 Kommentare zu „7 Tage Genuss-Wanderung durchs Ausseerland | Die Alpen zwischen Oberösterreich und Steiermark wie sie schöner nicht sein können…

  1. Hallo liebe Doris, vielen Dank für den wundervollen und ausführlichen Bericht. 🙂 Auch die Fotos sind wieder einmal der Hammer. Klasse Weiter so. Freu mich schon auf deine nächsten Wanderreisen. 😉
    PS: Ja, gerutscht im Salzbergwerk bin ich auch schon. Immer wieder ein riesen Spaß.
    Ganz liebe Grüße
    Steffi

    Gefällt 1 Person

  2. Lieber Flugentenblog, liebe Verena, liebe Anita, liebe Birgit, danke für Eure wunderbaren Kommentare. Das freut mich wirklich und das Euch meine Fotos so gut gefallen.

    @ areas10rhon: Ich habe die Reise mit Eurohike gemacht. Hier die Preistabelle: http://www.eurohike.at/de/wanderreisen/wandertour-ausseerland-individuell_t_1977
    Es kommt ganz darauf an, welchen Zeitraum du die Wanderung machen willst. Max ca 720 EUR mit Halbpension – all in – dh Gepäcktransport, die Wegbeschreibungen für die ganze Tour – rundum Service. Dazu kommt noch Anreisekosten zum ersten Hotel und Abreisekosten vom letzten Hotel. Sonst ist alles inkludiert. Außer halt du willst dir auf einer Hütte extra ein Mittagessen oder so leisten etc, dass natürlich nicht. Ich muss sagen, dass ich meistens immer ein bisschen Jausenmaterial in meinen Rucksack habe und erst dann am Abend im Hotel esse, somit brauche ich nicht viel „Taschengeld“ für die Woche. LG Doris

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