Wanderm durch die Mittelmeer-Karibik | Die wilde Ostküste in Sardinien | Aktiv-Alleinreise-Urlaubstipp

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Während meine Heimat(stadt) Linz bzw Oberösterreich, Österreich im April rund um Ostern friert und erneut mit Schneefall zu tun hat, kämpfe ich in Sardinien fast eine Woche mit Hitze. Ja, nicht mal 1,5 Flugstunden von Österreich entfernt, streift ein warmer Wind – nein ein Sturm – über die italienische Insel und die Temperaturen klettern rasch auf bis zu 27 Grad.

Mit April befinde ich mich eigentlich noch in der absoluten Vor-Vor-Tourismus-saison, eigentlich sollten rund um die 20 Grad herrschen, perfektes Wanderwetter also, aber mit derartigen warmen Badetemperaturen, die für die Tour doppelt anstrengend wurden, habe ich ehrlich nicht gerechnet. Ich mag mich nicht beschweren, ich bin dadurch in den Genuss gekommen, dass ich fast menschenleere oberkitschige, surreale Buchten gesehen habe (dort in Ruhe fotografieren, baden konnte) die definitiv den Beinnamen Karibik des Mittelmeeres mehr als verdient haben. Buchten, die im Sommer scheinbar normalerweise derartig überlaufen sind, hab ich mir sagen lassen, dass ein Stehplatz mit einem Sandkorn zwischen den Zehen wahrscheinlich schon als Luxus gilt. Jedoch auch bei möglicher „Überfüllung“ im Hochsommer gibt Sardinien wahrscheinlich vieles her, derartig malerische Buchten habe ich bis dato im ganzen Mittelmeerraum nicht gesehen und das Essen dort  – hallo bella Italien – grandios! Aber lasst mich berichten…

Die Anreise

Der Wanderreise-Anbieter Eurohike in Obertrum bei Salzburg bietet Wander-Reisen auch in Sardinien an, genauer an der Ostküste. Geplante Wanderrouten, die jeder individuell gestalten kann, vorausgeplante Hotels und Gepäcktransport. Sprich die Route der Rahmen ist gesteckt, alles andere bleibt einem selbst überlassen. Dieses Jahr hab ich mir die Wanderreise in Sardinien genauer angeschaut. Die Vorjahre war ich ja mit Eurohike bereits in Mallorca und im Ausseerland, ihr erinnert euch, ich habe darüber auch im Blog berichtet (ihr könnt sonst, wenn ihr auf die Links klickt, nochmals darüber nachlesen). Von Salzburg ging es mit Eurowings nach Olbia. Ein Check ergab, das Sardinien eigentlich relativ leicht und günstig von Österreich aus erreichbar ist. Einige Billigfluglinien (zB Eurowings) verkehren zwischen den Flughäfen Salzburg, Wien bzw Olbia, Alghero bzw Cagliari und ich denke die Flugpläne zwischen der Insel und Österreich werden sich noch verdichten, da Sardinien nun für 2017+ DAS Urlaubsziel schlechthin ist.

Von den Flughäfen in Sardinien aus, bietet Eurohike einen Transfer zum Wander-Reise-Einstiegsort: Santa Maria Navarrese an. Die Preise für den Transfer mögen schrecken, aber ich würde diesen definitiv buchen, da es sonst nicht wirklich eine Möglichkeit gibt nach Santa Maria Navarrese zu gelangen ausgenommen man hat ein Leihauto, was allerdings viel teurer als der Transfer ist oder man fährt wirklich selbst mit dem Auto von Österreich nach Sardinien, was mir die beste Alternative erscheint. Allerdings sollte man bei allen Varianten mit Auto – Leihauto oder eigenes – beachten, dass die Straßenverhältnisse in Sardinien nicht optimal sind, die Mietwagen-Firmen manchmal hinsichtlich Versicherungen und Co nicht ganz koscher (ich werde gesondert mal darüber schreiben). Steinschlag oder sonstiger Schaden beim Auto ist sehr wahrscheinlich und darum eine gute Versicherung wirklich schwer anzuraten ist. Weiters aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse man für viele Kilometer viel länger braucht als gewohnt und darum auch mehr Benzin.

Santa Maria Navarrese | Wander-Reisestart

Vom Flughafen Olbia, nach einer stundenlangen Fahrt durch die Berge der Ostküste mit einer atemberaubenden aber nicht ungefährlichen Serpentinen-Straße, bin ich in Santa Maria Navarrese angekommen. Ein kleiner Ort an der Ostküste am Golf von Orosei. Eingebettet von Bergen und Meer. Das Hotel Plammas, wo ich meine erste Nacht verbringe, liegt mitten in dem kleinen Ort und nur ein paar Gehminuten vom Sandstrand entfernt. Ein kleiner Turm ist direkt an der Promenade am Meer und ein Restaurant.

Bildcredits: Dorisworld.at | Santa Maria Navarrese
Bildcredits: Dorisworld.at | Santa Maria Navarrese Abendstimmung am Meer
Bildcredits: Dorisworld.at | Santa Maria Navarrese am Strand
Bildcredits: Dorisworld.at | Santa Maria Navarrese Natur am Strand
Bildcredits: Dorisworld.at | Santa Maria Navarrese Palmen
Bildcredits: Dorisworld.at | Santa Maria Navarrese stachelige Natur am Strand

Ich entscheide mich dennoch für eine Pizzeria gleich neben dem Hotel Plammas. Schnell wird mir klar, dass ich hier in Sardinien an der Ostküste in einer ganz besonderen naturbelassenen Gegend gelandet bin. Weit weg von Massentourismus. Englisch spricht hier fast niemand und mit meinem fast nicht vorhandenen Spanisch versuche ich mich ans italienische heranzutasten und vom ersten Tag an, stelle ich fest die Menschen sind sehr herzlich und hilfsbereit trotz Sprachbarrieren.

Von Santa Maria Navarrese zur Hochebene Golgo | Gehzeit ca 7h, 18km, +890m -590m | Eine Bekanntschaft für die ganze Reise

Am nächsten Tag geht es zuerst von Santa Maria Navarrese zu der Kalksteinspitze Pedra Longa. Die Ostküste von Sardinien besteht grundsätzlich aus Kalkstein, dadurch ergeben sich bizarre Formationen, Höhlen, Karst und eben dieses wunderschöne „weiß“ in den Steinen, welches sich mit dem Blau bzw Türkis des Meerwassers spiegelt, aber dazu noch mehr. An der Kalksteinspitze Petra Longa lerne ich dann durch Zufall meine zukünftige Reisebegleiterin für die restliche Woche kennen. Wir absolvieren von da an, die gemeinsamen Wanderungen, Ausflüge und Abendessen.

Bildcredits: Dorisworld.at | Pedra Longa Fels
Bildcredits: Dorisworld.at | Pedra Longa und das Meer
Bildcredits: Dorisworld.at | Gedanken in Pedra Longa

Die Hochebene in Golgo ist etwas Besonderes. Freilaufende Wildschweine, Ziegen wie auch Esel kreuzen unseren Weg. Olivenbäume, soweit das Auge reicht und eine Ruhe, die schwer zu beschreiben ist.

Bildcredits: Dorisworld.at | Wildschweine auf der Hochebene Golgo

Jeder, der hier ein Funksignal finden möchte, hat es schwer. Hier ist kein telefonieren wie auch eben keine Internetverbindung möglich, vielleicht macht es deswegen den Ort so malerisch. Wir genießen die letzten Sonnenstrahlen draußen im Garten vor unserer Unterkunft der Cooperativa Goloritze. Die Cooperativa Goloritze ist eine einfach gehaltene Unterkunftsmöglichkeit mit Campingmöglichkeit. Das Restaurant, welches zur Cooperative gehört, zählt zu einen der wenigen Restaurants in Sardinien die noch echtes sardisches Schäfer-Essen zubereiten. Sobald die Sonne weggeht, wird es eiskalt und ich muss mir alles anziehen, was ich mithabe um der Kälte zu strotzen. Im Restaurant sind elektrische Heizstrahler aufgestellt, allerdings mag die Kälte nicht so wirklich aus den Steinböden raus. Wir bestellen Wein in Keramikkrügen, während bereits die erste Vorspeise serviert wird. Käse, Oliven und dazu das köstliche sardische Fladenbrot: Pan Carasau. Als zweiter Gang: Pasta mit Pesto und als dritter Gang Wildschwein-Spanferkel mit Gemüse.

Bildcredits: Dorisworld.at | Hochebene Golgo Sardinien
Bildcredits: Dorisworld.at | Hochebene Golgo Cooperativa
Bildcredits: Dorisworld.at | Hochebene Golgo Holztor
Bildcredits: Dorisworld.at | Hochebene Golgo Felsformationen

Hochebene Golgo zur Cala Goloritze und wieder zurück |  Gehzeit 5,5h, 12km, +560 m / -560m | Die schönste Bucht die ich je im Mittelmeer gesehen habe

Am nächsten Morgen brechen wir auf Richtung Cala Goloritze. Es soll eine der schönsten Buchten werden, die ich je gesehen habe. Es geht über den Kalkstein 560 m tief über ca 8 km in die Bucht rein. Eingekesselt von Steinformationen schlängelt sich der Weg hinab. Mit jedem Schritt wird es heißer und um ca die Mittagszeit werden wir mit dem ersten Blick auf die Cala Goloritze belohnt. Ein märchenhaftes Zusammenspiel vom Blau des Himmels, dem Weiß des Kalksteines und des türkis bis blauen, weißklaren Wechselspiels des Wassers. Wir steigen die letzten Kraxel-Passagen runter und genießen den heißen Tag | frühen Nachmittag in der Bucht.

Bildcredits: Dorisworld.at | Weg Cala Goloritze
Bildcredits: Dorisworld.at | Erste Aussicht auf die Cala Goloritze
Bildcredits: Dorisworld.at | Weg runter zur Cala Goloritze
Bildcredits: Dorisworld.at | Ankunft Cala Goloritze
Bildcredits: Dorisworld.at | Atemberaubender Blick auf die Cala Goloritze
Bildcredits: Dorisworld.at | Cala Goloritze vom Fels oberhalb am Nachmittag
Bildcredits: Dorisworld.at | Cala Goloritze April 2017

Meine Reisebekanntschaft und einige weitere Menschen, die in die Bucht kommen, gehen ins kristallklare Meer baden. Zu dieser Jahreszeit ist das Mittelmeer noch sehr erfrischend an die 17 Grad. Während ich die Sonne auf einen der Kalksteine genieße, beobachte ich das Treiben um mich. Es werden immer mehr Leute, die die malerische Bucht bei herrlichem Sonnenschein genießen. Ein junges Pärchen hat mindestens so wie ich, einiges an Foto-Equipment im Rucksack unter anderem auch eine Drohne, die sie dann auch starten. Das Surren der Drohne ist unglaublich unangenehm, ich male mir aus, wie es wohl ist, wenn fast jeder zweiter hier eine Drohne starten würde. Wir brechen wieder zum Rückweg auf und das Surren der Drohne begleitet uns noch lange in den Berg hinein. Am Rückweg begegnen uns noch unzählige Menschen, die mit unglaublich schlechter Ausrüstung zur Bucht unterwegs sind. Von Flip-Flops bis Sandalen, bis Babys die nur in der Hand vorm Körper getragen werden, sehr verantwortungslos. Die Bucht gilt als eine der schönsten von Sardinien, was ich nur bestätigen kann. Später erfahren wir erst, dass die Bucht direkt nur über diesen Landweg erreichbar ist, da mit dem Boot nur 300 m von der Küste entfernt geankert werden darf.

Am Rückweg kehren wir noch kurz bei der Bar am Parkplatz ein. Direkt beim Einstieg zum Wanderweg hinab zur Cala Goloritze befindet sich ein weitläufiger Parkplatz und eine Bar/Restaurant. Die letzten Sonnenstrahlen am Nachmittag genießen wir noch bei der Kirche auf der Hochebene, sobald diese weg sind, wird es wieder sehr kalt. Abermals wärmen wir uns am Wein und an einem weiteren exzellenten sardischen Abendessen in der Cooperativa Goloritze.

Bildcredits: Dorisworld.at | (Pilger)Kirche Golgo Hochebene

Rundwanderung Cala Mariolu | Gehzeit 4,5h | ca. 12 km, +300 m / -300 m | Grandioser Ausblick

Nach einem klassischen italienischen Frühstück, Croissant – Marmelade – sardischen Käse und leckerem Kaffee, ging es diesmal Richtung Bucht Cala Mariolu. Im Eurohike-Wanderbüchlein, welches die Routen erklärt stand diesmal, dass der Abstieg zur Bucht möglich ist, aber nicht ungefährlich. Eine Zeit lang ging der Weg an den Schotterpisten der Hochebene entlang. Die Sonnenstrahlen begannen schnell heiß zu werden und auch der weitere Weg spendete wenig Schatten. Im Gelände war es dann nicht so leicht mehr den Weg zu finden. Gängige Markierungen in Sardinien sind Steinmännchen bzw sonstige Wegweiser gibt es kaum. Zusammen mit den Informationen aus dem Eurohike-Büchlein, meiner Handy-Standort-Bestimmung und Gelände-Beobachtung navigieren wir uns durchs Gelände. (Anmerkung: Es besteht auch die Möglichkeit die Eurohike-Wanderroute per GPS downzuloaden und sich so zu navigieren, auf das habe ich allerdings verzichtet. Ich finde es schöner, mich an der Landschaft und am Kartenmaterial zu orientieren. Allerdings möchte ich erwähnen, dass meine neugewonne Reisebegleiterin und ich schon viele Touren gegangen sind und einiges an Erfahrungen mitgebracht haben. Für komplette Outdoor-Neulinge würde ich definitiv empfehlen die GPS-Daten downzuloaden, allerdings auch nur als unterstützende Hilfe. Ich finde es schade, wenn dann Menschen in der Natur herumlaufen und sich nur auf die Technik fokussieren bzw verlassen anstatt die wunderschöne Landschaft wahrzunehmen.)

Bildcredits: Dorisworld.at | Weg Cala Mariolu

Nach einigen Stunden kommen wir dann am Felsfenster oberhalb der Cala Mariolu an, und uns wird schnell klar, dass hier ein Abstieg, nur mit einer Sicherung möglich ist, wie auch definitiv nur ohne Höhenangst, alles andere wäre lebensgefährlich. Wir kehren also nach einer kleinen Rast um. Ein paar Tage später dürfen wir die atemberaubend schöne Bucht dann vom Boot aus besuchen.

Bildcredits: Dorisworld.at | Blick Richtung runter zur Cala Mariolu
Bildcredits: Dorisworld.at | Blick oberhalb von Cala Mariolu
Bildcredits: Dorisworld.at | Blick oberhalb von Cala Mariolu – Felsfenster Mariolu

Golgo – Cala Gonone | ca. 12 km, +620 m / -660 m ca 5h | Eine abenteuerliche Fahrt und Cala Sisine

Der Gepäcktransport von Eurohike sammelt das Gepäck und auch ein paar Wanderer ein, die die selbe Reise bei Eurohike gebucht haben, um sie zum Wandereinstiegspunkt vor Cala Sisine zu transportieren. Ich fahre nicht mit. Ich habe mich entschlossen selbst mit meinem Leihauto rüber zu fahren, eben zu diesem Wander-Einstiegspunkt, dass ich zu einer meiner abenteuerlichsten Fahrten meines Lebens komme, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Die „Straße“ von der Hochebene Golgo zur Cala Sisine würde ich als Österreicherin vielleicht als möglichen Wanderweg bezeichnen, aber niemals als Straße. Die Sarden sehen das anders, auch auf die Frage, ob man für die Fahrt zur Cala Sisine einen Geländewagen braucht, wurde deutlich verneint. „Nein, ist ganz einfach mit dem Auto machbar,“ war die Auskunft. Ich habe die Fahrt mit meiner Action-Cam mitgefilmt, sobald ich das Filmmaterial ausgewertet habe, zeige ich euch davon, damit ihr wisst, was ich meine. Nichtsdestotrotz die Cala Sisine ist ebenso eine traumhaft schöne Bucht, allerdings finde ich niemals vergleichbar mit Cala Goloritze bzw Cala Mariolu.

Bildcredits: Dorisworld.at | Cala Sisine
Bildcredits: Dorisworld.at | Weg zur Cala Sisine

Cala Gonone ist ein netter „Beach“-Ort. Ein reiner Tourismus-Ort angeblich. Ich mag es nicht leugnen, das spürt man. Wer Sommer, Sonne Strandurlaub machen will, ist in Cala Gonone gut aufgehoben. Cala Gonone hat ebenso einen kleinen Hafen, wo man sich Boote ausborgen kann bzw bei Boots-Tagesausflügen an die Strände vom Golf die Orosei mitfahren kann. Für am Abend ist ein Restaurant, Bar bzw ein Shop nach dem anderen. Im April war ich in der absoluten Vor-Vor-Saison unterwegs, viele Restaurants und Shops hatten noch zu, allerdings der überraschende heiße Wetterwechsel hat Cala Gonone rund um die Oster-Feiertage so richtig aufleben lassen. Fest steht, im Sommer steppt hier bestimmt der Bär.

Bildcredits: Dorisworld.at | Blick vom Hotel Cala Luna in Cala Gonone aufs Meer

Rundwanderung Cala Fuili und Cala Luna | ca 3-4 Stunden, ca. 9 km, +210 m / -220 m | Eine unterschätze Wanderung bei Hitze

Am nächsten Tag erwache ich in meinem wunderschönen Zimmer im Hotel Cala Luna mit Blick aufs Meer. Nach einem genüsslichen Frühstück stellen wir fest, dass die heutige Wanderung betreffend Kilometer und Höhenmeter ein Kindergeburtstag wird. Der Kindergeburtstag stellt sich aber für mich als Neverendingstory heraus. Diese Wanderung ist für mich die Schwierigste der ganzen Woche, schlichtweg ich habe die Wanderung unterschätzt. Die Temperaturen klettern auf bis zu 27 Grad und der Weg oberhalb der Küste gibt mir kein Gefühl wie lange der Weg bis zum Ziel noch sein kann. In einem ewigen Auf und Ab schlängelt sich der Weg, weiters scheint der Weg extrem beliebt zu sein.

Bildcredits: Dorisworld.at | Cala Fuili

Es kommen uns zwischen der Cala Fuili und Cala Luna zig Menschengruppen entgegen. Die traumhafte Landschaft kann mich an diesem Tag nicht aufheitern. Es ist heiß und die vielen Touristen (ja ich weiß ich bin auch einer davon ;-)) am Weg nerven mich, sie schreien lauthals, anstatt sich gegenseitig zu warten und vielleicht erst in hörweite mit der angesprochenen Person zu reden. Diese Respektlosigkeit gegenüber der Natur bzw anderen Menschen, die in Ruhe die Natur genießen wollen, macht mich furchtbar ärgerlich. Nach einem Neverendingfussmarsch von 4,5 Stunden komme ich endlich bei der Cala Luna an.

Cala Luna wird als der schönste Sandstrand von Sardinien bezeichnet. Ja, er ist zweifellos schön, allerdings überzeugt er mich nicht. Vielleicht lag es an meinem furchtbaren Tag, an dieser völlig unterschätzten Wanderung, die eigentlich von Kilometern und Höhenmetern kein Problem sein sollte, den schreienden Touris, die sich wie lästige Fliegen gefühlt den ganzen Wanderweg entlang um mich gescharrt haben. Ich weiß es nicht. Jedenfalls die Bootsfahrt wieder zurück zum Ort Cala Gonone und das anschließende köstliche Eis versöhnten mich wieder ein bisschen.

Der nächste Tag – Beach-Time | Auszeit für mich

Nach einem genüsslichen Frühstück und der Tatsache, dass es heute noch heißer wird, beschließe ich mit der nächsten Wanderung auszusetzen und mir die traumhaften Buchten vom Meer aus anzusehen. Am Hafen werde ich fündig ca 30 EUR, eine ca 5 h Badefahrt im Motor-„Schlauchboot“ an die Buchten inklusive Sonnenschirm und Kühlbox. So fahre ich mit ca 4 weiteren Personen und unserem hübschen sardischen Bootsmann die Küste entlang und es ist atemberaubend schön. Wolkenloser Himmel mit einem Wechselspiel aus Türkis, blau, Sand- wie auch Steinbuchten. Immer wieder legen wir bei verschiedenen Buchten an, baden für ca 1 h und dann geht es auch schon weiter. Ich kann euch so eine Bootsfahrt wirklich schwer ans Herz legen. Ich werde einen gesonderten Bericht über die Buchten vom Golf von Orosei schreiben, es wäre einfach zuviel alles in einem Blogpost zu verarbeiten.

Rundwanderung Monte Irveri | Sandstrand Cala Cartoe – Ich bin mal am Sandstrand und in einer Tropfsteinhöhle

Von Tag zu Tag wird es heißer. Während in Österreich eine Kaltfront durchzieht, haben wir in Sardinien eine Hitzefront. Unübliche Temperaturen für die Jahreszeit und extrem viel Wind – Sturm. Seit der letzten Wanderung, fühle ich mich ein bisschen kraftlos darum beschließe ich mir nur den Sandstrand Cala Cartoe anzusehen und weiterhin ein bisschen Sonne liegen und baden tja und ein bisschen die Gegend erkunden. Gerade diese Individualität schätze ich am Reisen mit Eurohike. Ich kann mich immer wieder entscheiden, was ich genau machen will. So sehe ich den Sandstrand Cala Cartoe (auch ein schöner Strand, allerdings abermals nicht so schön, wie die bereits gesehenen) und besuche eine Tropfsteinhöhle, genau genommen die  Grotta di Ispinigoli. Am späten Nachmittag kehren wir schlussendlich nach Cala Conone wieder zurück. Den Tag über war es zwar nicht mehr so klar wie die Tage zuvor, allerdings dennoch sehr heiß. Wir haben gemerkt, dass wir extrem viel Wasser getrunken haben aufgrund der heißen Temperaturen. Den Abend lassen wir wieder mit einem wunderschönen Abendessen in einem der Restaurants in Cala Gonone ausklingen.

Bildcredits: Dorisworld.at | Cala Cartoe
Bildcredits: Dorisworld.at | Cala Cartoe und ich zwischen Felsen im Meer

Grundsätzlich endet hier meine Eurohike-Reise, obwohl wie schon einige von Euch bemerkt haben, bin ich noch eine Woche länger in Sardinien geblieben. Ich habe Ostern dann noch in Cala Gonone verbracht und bin dann anschließend weitergereist. Über meinen Roadtrip von Nord-West-Sardinien nach Nord-Ost-Sardinien werde ich in einem anderen, weiteren Blogbeitrag berichten.

Ich hoffe, ich konnte euch einen Eindruck von der Eurohike-Sardinien-Wanderreise vermitteln. Falls ihr vorhabt, die Reise machen zu wollen, HIER gibt es weitere Informationen zur Reise bzw könnt ihr die Reise dort buchen.

Bei generellen Fragen zur Wander-Reise, schreibt doch einfach einen Kommentar unter den Blogpost. Ich würde mich freuen. Wart ihr schon mal wandern in Sardinien an der Ostküste und hat es euch gefallen? Auch hier freue ich mich über Kommentare bzw Erfahrungshinweise.


Ich sage abermals vielen Dank an Eurohike, die mir diese Reise ermöglicht haben. ❤ ❤ ❤ Die Route war sehr gut abgesteckt, wenn gleich bei den unerwarteten hohen Temperaturen sehr anspruchsvoll.  Der Vorteil im Frühjahr zu reisen ist, dass die Buchten fast menschenleer sind, allerdings ist das Meerwasser noch sehr erfrischend. Ich denke für alle, die gerne ein bisschen wärmer zwischen den Wanderungen baden gehen möchten, ist der Herbst als Wanderjahreszeit wahrscheinlich ein bisschen besser. Auch die Hotels waren auf dieser Route sehr schön von Eurohike ausgesucht. Gegenüber meinen LeserInnen möchte ich allerdings noch erwähnen, dass obwohl ich von Eurohike auf die Reise eingeladen wurde (exklusive der Anreise und meinen Verpflegungskosten), spiegelt diese Reise meine absolute Meinung wider. Weiters möchte ich meiner spontanten Reisebegleiterin Gerti für die Zeit danken. Unsere abenteuerliche Fahrt zur Cala Sisine werde ich so schnell nicht vergessen. Definitiv war die Wander-Reise in Sardinien für mich eine weitere wunderschöne Erfahrung. #kooperation

12 Kommentare zu „Wanderm durch die Mittelmeer-Karibik | Die wilde Ostküste in Sardinien | Aktiv-Alleinreise-Urlaubstipp

  1. Hallo Doris
    Du hast ja eine schöne Farbe erwischt und deine Bilder, traumhaft. Dort kann man wirklich gut abschalten und Natur pur genießen, wenn man nicht gerade in der Hauptsaison fliegt. Auf dein abenteuerliches Video mit dem Leihauto bin ich gespannt. Die schreienden Menschen würden mir auch auf den Geist gehen und stören. Leider hat man solche immer und überall. Kein Benehmen mehr heutzutage
    Liebe Grüße und schönes Wochenende

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    1. Liebe Tanja, dickes danke für dein Kommentar. Ich bin dran bei der Auswertung meines Filmmaterials, ich habe ja auch noch den Roadtrip von der zweiten Woche mitgefilmt, über das werde ich alles so schnell wie ich kann berichten. ❤

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  2. Hallo Doris,
    durch Zufall bin ich auf Deinen schönen Blog gestoßen… obwohl, so ganz zufällig wohl nicht, denn ich habe nach Sardinien gesucht. 😁
    Ich bin nächste Woche für 5 Tage dort… höchstwahrscheinlich viel zu kurz. Von daher meine Frage, ob Du mir Highlights Deiner Tour, die ich unbedingt sehen muss, schicken könntest? Am liebsten würde ich jede Deiner Wanderung machen… doch dafür bleibt nicht genug Zeit. 😣
    Ich komme mit der Fähre in Olbia an und habe dann direkt einen Mietwagen. Meine erste Unterkunft wäre in Orosei… bin dann aber flexibel und möchte auf jeden Fall die komplette Insel einmal gesehen haben. 😉

    Vielleicht kannst Du mir was flüstern… *hihi*
    Merci und liebe Grüße aus Berlin,

    Norman 😉

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    1. Hallo Norman, 5 Tage für die ganze Insel ist sehr kurz. Ich war insgesamt 14 Tage dort. Die erste Woche habe ich die Ostküste erwandert. Die zweite Woche war ich mit dem Mietauto unterwegs, darüber hab ich im Blog noch gar nicht ausführlich geschrieben. Der Punkt ist, Sardinien Distanzen von 200 km sind nicht so wie bei uns in 2h machbar. Es gibt nur eine Autobahn von Süden nach Norden und sonst nur ein paar Schnellstrassen. Die Strassenverhältnisse sind nicht so wie in Deutschland. Kurzum für 200 km musst du dir mal Ca 4h einplanen. Kurzum, wenn du nicht die ganze Zeit von deinen 5 Tagen im Auto verbringen möchtest sondern auch für ein paar Stunden was sehen rate ich dir fokussiere dich auf einen Teil der Insel. Du schreibst du startest deine Tour von Olbia weg und fährst dann runter Orosai. Dann wäre eine Möglichkeit, dass du dich dann die restlichen Tage wieder Richtung Norden “hocharbeitest“. Dh du machst den ersten Tag: Cala Goloritze, da fährst du die Golgo Hochebene rauf und parkst das Auto am Parkplatz vorm Einstieg zur Bucht Gala Goloritze. Dann geht dort der Wanderweg zur Bucht Ca 2,5 weg. Ich empfehle dir das wirklich zu machen Gala Goloritze ist mit Abstand die schönste Bucht die ich je gesehen habe. Danach einfach den Weg wieder zurück gehen. Danach kannst du übernachten in Gala Gonone oder du übernachtest gleich in Cala Gonone und nimmst eines der vielen Boote am Hafen Ca 30 EUR und machst einen Tagesbootsausflug. Die fahren alle Strände der Ostküste an einschliesslich Cala Goloritze. Dann würde ich weiterfahren nach San Teodoro, dass hab ich leider selber nicht gesehen, aber soll angeblich nett sein. Was ich dir dann wirklich allerherzlichst empfehlen kann, fahr hoch nach Palau. Im Hafen von Palau dann unbedingt was essen, ich glaub ich hab da in einen Lokal in der Seitenstrasse die Beste Pasta gegessen die ich je gegessen habe. Von Palau geht eine Autofähre stündlich oder halbstündlich zu den La Maddelne Island. Ich empfehle es dir dorthin extrem, ich habe es selber gemacht. Direkt dann auf den Inseln in der Stadt wo du mit der Fähre ankommst, also in La Maddalena gibt es tolle Unterkunftsmöglichkeiten. Die Altstadt ist malerisch und von da aus kannst du dann perfekte Ausflüge entweder mit dem Auto, wo du dann wieder ein Stück wandern musst, an die Traumstände machen oder auch wieder mit den vielen Booten die dort angeboten werden. Definitiv die La Maddalena Island sind so richtig Italien noch und der absolute Traumstrand-Wahnsinn. Hier würde ich 2-3 Tage verbringen. Am Flughafen Olbio bist du dann ca in 1h wieder von den Inseln weg. Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen. Schöne Tage in Sardinien! LG D.

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  3. Einen wunderschönen guten Morgen Doris 😉
    Wow… mit solch einer schnellen Antwort hätte ich nicht gerechnet… 😊 Vielen lieben Dank Dir!! Ich werde die Stationen definitiv in meinen Plan aufnehmen. 👍

    Was denkst Du, wie lange ich von Olbia bis Orosei benötigen werde? Ich hole mir früh um 9 Uhr mein Mietauto… vor 15 Uhr komme ich nicht in mein Zimmer und möchte ich auch gar nicht… 😊 Gibt es für diesen ersten Tag noch eine Idee von Dir? Am zweiten würde ich dann nach Gala Goloritze.

    Einen Tag würde ich gerne noch einen schönen Tag an der Westküste verbringen und den Sonnenuntergang bestaunen… hättest Du da eine Idee für mich?

    LG
    Norman

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    1. Hallo Norman, tut mir leid, nun hat meine Antwort ein bisschen gedauert. Olbia bis Orosei, rechne die die Zeit die du gewöhnlich für x Kilometer in Deutschland brauchst mal 2 oder mal 1,5. Dann bist du ca bei der Fahrzeit in Sardinien. ZB 100 km = 1H – dann sagst du hier 100 km ca 1,5 bis 2 h.
      Allerdings ist die Strecke Olbia bis Orosei nicht so wild, weil da hast du ja noch Autobahn.

      Orosei selbst hab ich nicht so spektakulär empfunden. In der Gegend für so ein paar Stunden Ausflug ist dann auch noch die Grotta Di Ispinigoli, ist einfach eine kurzweilige Führung in die Tropfsteinhöhlen bzw die Kalksteinformationen werden innerhalb erst wirklich ersichtlich. Die könntest du dir zB am Nachmittag vom ersten Tag anschauen.

      Gala Goloritze am zweiten Tag ist sicherlich eine gute Idee.

      Mein persönlich schönster Strand den ich gesehen habe an der Westküste ist Stintino. Es ist so irre schön dort und auch perfekt mit dem Auto erreichbar. LG Doris

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  4. Huhu Doris,

    noch einmal vielen lieben Dank für Dein Feedback. Leider erreichte es mich etwas spät… zu diesem Zeitpunkt bin ich schon auf der Insel gewesen.

    Die Wanderung nach Cala Goloritze ist echt Hammer. Wie schon geschrieben habe ich mich am zweiten Tag dorthin begeben und mich allein schon auf der Wanderung ziemlich verausgabt. Auch wenn die Strecke „nur“ 4 km lang ist, so ist sie doch ziemlich anspruchsvoll… sehr steinig. Hat mir aber sehr gut gefallen und der Strand ist wirklich unglaublich schön. Schade, dass es bei mir ziemlich stürmisch gewesen ist, was während der Wanderung nicht weiter auffiel, jedoch am Strand dann ziemlich hohe Wellen verursachte. Ins Wasser bin ich leider nicht. Zu gerne hätte ich diesen Ort bei ruhiger See und ohne Touristen erlebt.

    Ich habe gerade gesehen, dass Du am Brenner im Stau stehst… so erging es mir gestern auf der Heimfahrt. Zwischen Bozen und Innsbruck ging es nur im Schneckentempo. Lag heute ebenfalls noch Schnee? Gestern ist es in dieser Gegend weiß gewesen… sogar teilweise neben dem Straßenrand. o.O

    Liebe Grüße und einen schönen Restsonntag Dir!! 🙂
    Norman

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