Wandern mit Schneeschuhen | Dachstein | Krippenstein | Almwochenende OÖ

Jetzt habt ihr länger schon nichts mehr gehört – stimmts. Allerdings gibt es einiges zu berichten wie zB über ein Almwochenende in eine der schönsten Ecken von Oberösterreich, nämlich die nördliche Seite des Dachstein-Massivs. Von Linz aus ging es mit dem Auto über Gmunden – Bad Ischl – Hallstadt nach Obertraun genauer zur Krippenstein Seilbahn-Talstation. Die Gegend ist Sommer wie auch Winter beliebt. Im Winter lockt der Gletscher viele Tourengeher und Schneeschuhwanderer. Im Sommer locken viele schöne Wanderwege, die Dachsteinhöhlen aber auch die 5-Fingers. Im Sommer habe ich die Gegend schon mal erkundigt, aber im Winter war es was neues für mich. Ich war also gespannt. Bei der Seilbahnstation habe ich mir im Sport-Shop Schneeschuhe geliehen. Kostenpunkt 15 EUR für 3 Tage. Aber auch Tourenschi bzw normale Schi inklusive Zubehör (Angefangen von Hauben, Helme bis Socken) lassen sich dort ausleihen.

Bereits von der Talstation bin ich bei strahlendem Sonnenschein hoch zur Bergstation gefahren. Wo mich ein unbeschreibliches Panorama erwartete. Das Dachsteinmassiv tief verschneit, blauer Himmel, so kitschig blau wie auf einem Bild gemalt – eine strahlende Sonne die das weiß des Schnees nochmals um einiges mehr weißer erscheinen hat lassen. Das sind die Momente wo ich unglaublich stolz darauf bin in so einer wunderschönen Heimat aufgewachsen zu sein.

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Vollgepackt mit Rucksack, Tasche, Schneeanzug und eben den Schneeschuhen ging es dann erstmals zur Gjaid-Alm. Diese ist ca 10 min zu Fuss von der Bergstation entfernt. Auf der Gjaid-Alm steht die Gjaid Hütte. Eine alternative Hütte mit Übernachtungsmöglichkeiten im Schlaflagern, Mehrbett- bzw in 2-Bett-Zimmern. Eine Sonnenterasse draußen mit Blick auf das Dachstein-Massiv, drinnen ein uriger Aufenthaltsraum mit 2 Kachelöfen und ein sehr bemühtes Hüttenteam welches gutes Essen zubereitet und allerlei Veranstaltungen über das ganze Jahr über anbietet.

Der Samstag präsentierte sich schon von Sonnenaufgang blitzblau und wolkenlos. Schon während dem Frühstück habe ich die wunderschöne Landschaft aus dem Fenster genossen und war in freudiger Erwartung auf die Schneeschuhwanderung zum Wiesberghaus.

Schneeschuhwanderung von der Gjaid zum Wiesberghaus…

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Um ca 10 Uhr sind wir dann von der Gjaid gestartet Richtung Wiesberghaus. Die Sonne strahlte so warm das sich bereits nach kurzer Zeit viele die Jacken auszogen und nur mehr kurzärmelig gegangen sind. Ich bin da ja eher eine die sich selten auszieht. Liegt daran, dass mir auch bei höheren Anstiegen meistens am Oberkörper bzw Rücken, Hüfte eher kalt ist, dafür ist mir umso heißer im Gesicht. Ich habe gerne viele verschiedene Lagen an und meistens einen Rucksack am Rücken mit Wechselgewand. Bei diesem Wechselgewand ist für mich am allerwichtigsten alles körpernahe auswechseln zu können. Das heißt Unterhemd bzw Funktionsshirt. Die Jacke oberhalb ist nicht so wichtig, denn wenn mir kalt wird hilft auch nicht eine noch dickere Jacke darüber zu ziehen sondern einfach nur trockene Klamotten wieder körpernahe zu haben. Versteht Ihr was ich meine?

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Der Weg zum Wiesberghaus war meistens ein breiterer Weg oder eine Spur. Beides Spuren von Schitourengeher wie auch Schneeschuhwanderer. Die Dachstein-Gegend ist ja ebenso ein Paradies für Schitourengeher, was ja immer beliebter wird. Hier eine Schitour in diesem Gelände die sehr gut beschrieben ist http://www.outtour.at/dachstein-skitour-rumpler-krippenstein-dachsteinueberschreitung/. Meine Gruppe war gemischt einige waren mit Schitouren-Schi und andere so wie ich mit den Schneeschuhen unterwegs.

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Zirka 2 Stunden ging es bergauf und bergab bis zum Wiesberghaus. Manchmal ein bisschen mehr manchmal ein bisschen weniger anstrengend. Die Sonne strahlte erbarmungslos herunter, dass die Schneekristale nur so gefunktelt haben. Ich habe mich bereits beim Weggehen mit der Daylong 50+ Lichtschutzfaktor eingecremt und musste dann nochmals ein bisschen nachcremen. Ich bin ein sehr hellhäutiger Typ und Sonnenbrand ist eine nicht angenehme Sache. Gerade oben am Berg ist eincremen total wichtig, da die Sonne zusammen mit dem Schnee sehr stark strahlt. Auch habe ich meistens eine Trinkflasche mit, die ich beim Weggehen mit heißem Wasser fülle oder auch eine kleine leichte Thermoskanne mit Tee. Auf dem Foto seht ihr mich wie ich ein bisschen Wasser trinke und verschnaufe.

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Die Winter-Natur glänzte in seiner ganzen Schönheit um die Wette. Irgendwann dann tauchte das Wiesberghaus vor uns auf. Ich liebe ja diesen Moment wo das Ziel in Sichtweite ist.

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Das Wiesberghaus tief verschneit mit einem wunderschönen Panorama und der Hüttenwirt erwartete uns bereits. Angekommen wurden wir versorgt mit Radler, Schiwasser und diversen Suppen wie Kaspressknödel-/Nuddel bzw Gulaschsuppe. Der Hüttenwirt hat uns dann auch noch Liegestühle besorgt, wo wir dann alle noch entspannter unsere Gesichter der Sonne entgegen streckten.

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Wie wahrscheinlich vielen schon meinen Fotos aufgefallen ist oder auch jene die viel in den Alpen unterwegs sind, dass bereits überall Gebetsfahnen hängen. Das heißt auf Gipfeln bei Hütten etc. Diese Gebetsfahnen sind eigentlich bei uns ja nicht üblich. Ich habe mir lange die Frage gestellt woher diese die letzten Jahre kommen bzw wer diese aufhängt. Auch fällt mir auf, dass viele Hüttenmitarbeiter aus Nepal sind. Euch schon aufgefallen? Mir wurde nun erzählt, dass angeblich Österreich den Austausch mit Nepal fördert und jene Hütten unterstützt die Mitarbeiter aus Nepal bei sich aufnehmen. Das wäre die Erklärung oder? Wisst Ihr da mehr darüber?

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Insgesamt waren wir für diese Tour reine Gehzeit ca 3h unterwegs. Die frische Luft, die Sonne der Schnee die Bewegung. Ich kann die Tour nur wärmstens empfehlen.

Von der Gjaid zum Niederen Rumpler

Der Sonntag präsentierte sich sehr windig aber trotzdem mit strahlenden Sonnenschein bei blau, blauen Himmel. Um ca 10 Uhr marschierten wir abermals los durch das Tiefschnee-Gelände. Am Anfang ging es ziemlich bergauf aber das marschieren im Pulverschnee versüsste das Ganze. Ich stand oftmals bis weit über die Knie im Schnee.

Das letzte Stück zum Gipfelkreuz hat mir ein bisschen etwas Abverlangt, da das Stück zum Plateau ziemlich steil war und ich immer wieder mit den Schneeschuhen weggerutscht bin. Aber dann wieder mein Lieblingsmoment, dass Ziel ist in Sichtweite.

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Bei viel Wind und eisigen Temperaturen wurde dann schnell noch ein Gipfel-Foto am Niederen Rumpler gemacht und dann sind wir schon wieder weitergegangen. Viel zu kalt und zu windig. Dennoch Aussicht und Sonne ein Traum. Aber ich lasse hier einfach mal Bilder sprechen die ich gemacht habe. Aja hier sieht man die Gebetsfahen die ich vorhin erwähnt habe sehr gut.

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Insgesamt waren wir ca reine Gehzeit 2h unterwegs bei moderaten Auf- und Abstieg. Die Highlights waren definitiv der unberührte Pulverschnee durch den wir gewandert sind. Zurück auf der Gjaid gab es dann noch ein bisschen Kaffee und einen Topfenstrudel und natürlich noch die letzten Sonnenstrahlen für diesen Tag auf der Sonnenterasse für mich.

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Ein traumhaftes Winterwochenende neigte sich dann dem Ende zu und zurück ging es dann wieder nach Linz. Wie verbringt Ihr die Winterwochenenden in der Natur? Wart Ihr in diesem schönen Eck von Oberösterreich schon mal? Möchtet Ihr noch mehr Informtionen zum Winter-Almwochende – hinterlasst mir doch einfach ein Kommentar! Ich freue mich!

Factbox:

Krippenstein – Gjaid – Wiesberghaus – Niederer Rumpler – Gjaid – Schneeschuhe – Schitouren

PS: Wer noch mehr Interesse an Natur, Schneeschuhwandern hat – möge sich diesen Link anschauen. Ich habe die Bergvagabundin oben auf der Hütten kennengelernt und muss sagen bin begeistert von den unglaublich schönen Fotos. Susanne Possega bietet auch Schneeschuhtouren bzw alles rund um den Berg an, klingt auf jedenfalls sehr interessant. Nähere Informationen hier: www.bergvagabundin.net

2 thoughts on “Wandern mit Schneeschuhen | Dachstein | Krippenstein | Almwochenende OÖ

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