Warum ich jeden Schass kennzeichnen muss und vom inflationären Gebrauch des Wortes Blogger

Erst kürzlich habe ich wieder einen „Leserbrief“ oder sagen wir eine „Leser-Email“ erhalten, wo mir eine Dorisworld.at-Leserin mitteilt, dass sie fortan nicht mehr bei mir lesen wird, da ich ja nur mehr Kooperationen oder Werbung habe und früher war das anders bei mir und darum war ich authentischer. Ich war definitiv nach dieser Aussage mal vor den Kopf gestoßen. Ich musste das mal sacken lassen, und mittlerweile sehe ich mich im Stande darauf zu antworten. Ich möchte das aber in Form eines Blogposts machen, da es mir ein wichtiges Thema für all meine LeserInnen erscheint.

Das Ding mit der Kennzeichnungspflicht

Die, die aufmerksam bei mir lesen, haben mitbekommen, dass ich bei fast allen Blogbeiträgen, die ich dieses Jahr verfasst habe, Werbung oder Kooperation am Anfang des Beitrages stehen habe. Die bösen Zungen unter euch werden wahrscheinlich wieder glauben, die Doris hat alles bezahlt bekommen und geschenkt und darum schreibt sie das deswegen hin. Nein, so ist es nicht. Das Thema ist nur, dass sich das Internet, also der Content die letzten Jahre professionalisiert hat. Die Juristen sind nun drauf gekommen, dass Gesetzte auch im Internet wichtig sind. Was bis dato, aber nur Graubereiche für die Rechtssprechung waren findet nun schön langsam seinen Weg zu richtigen Klagen. Der Punkt ist, wenn ich euch etwas empfehle, in einem Blogbeitrag oder in einem Posting auf meinen Social Media Kanälen, und dazu eine Verlinkung einbaue, da ihr es sonst nicht findet, muss ich es als Werbung deklarieren und dabei ist irrelevant ob ich es selbst gekauft habe, ich dafür bezahlt wurde, ich dabei etwas verdiene oder nicht. Kurzum alles was aus meinem Mund an Empfehlungen oder Hinweisen auf etwas kommt und ich euch dazu den Wegweiser im Netz lege, wo ihr es findet, muss als Werbung gekennzeichnet werden.

Inwiefern dieses Gesetz logisch ist, stell ich jetzt mal nicht in Frage. Fakt ist aber, wenn ich im Wirtshaus vor 100 Leuten stehen würde und den 100 Leuten erzähle, dass mein neuer Salewa Bergschuh super ist und ihr diesen Schuh im hiesigen Sportgeschäft findet, dies nicht als Werbung kennzeichnen muss. Allerdings, wenn ich das 100 Leuten im Netz mitteile, muss ich Werbung davor schreiben.

Warum nun diese rigorose Kennzeichnungspflicht so plötzlich? Nunja, wie bei vielen Dingen ist halt auch in der Blogger- und Influencer-Welt ziemlich viel Schindluder betrieben worden. Aus Unwissenheit, aus zu wenig Verantwortungsbewusstsein, aus Geltungs-, aus Verkaufsgier, aus Unternehmen die gemeint haben sie kaufen nicht gekennzeichnete Links bei Bloggern und Bloggern die sich darauf eingelassen haben, die Gründe sind viele. Ich mag auch sagen ich bin auch nicht perfekt, aber ich habe immer versucht euch die bestmögliche Transparenz zu geben. Von Anfang an habe ich nichts von ungekennzeichneten Do-Follow-Links gehalten. Viele sogenannte „online Agenturen“ primär aus Deutschland haben mich angeschrieben und wollten mir nicht wenig Geld zahlen für Do-Follow-Links, ich habe nichts davon gemacht. Warum? Weil ich schon vorher wusste, dass sich über kurz- oder lang solche Vorgehensweisen rächen werden, und mir selbst ist ein sauberes transparentes Internet wichtig. Darüber wie manche Unternehmen versuchten mit uns Bloggern Werbung zu machen, habe ich auch vor Jahren schon mal einen Beitrag geschrieben. 

Ich denke, es ist so wichtig darüber zu reden woher und wie man zu den Empfehlungen kommt und dass man dadurch seine Objektivität unterstreicht. Kurzum also wundert euch nicht, wenn ich auch in Zukunft in meinen Blogbeiträgen, auf meinen Facebook- und Instagram-Postings „Werbung“ dabeistehen habe, das indiziert wie gesagt nicht, dass ich dafür bezahlt wurde sondern nur, dass ich eine Empfehlung mit einer Verlinkung ausgesprochen habe. Bei den Blogbeiträgen könnt ihr dann am Ende von jedem Blogbeitrag nachlesen, wie etwas zustande gekommen ist, ich möchte euch damit die maximale Transparenz geben. Alles klar?

Vom inflationären Gebrauch des Wortes Bloggers

Ein zweites Thema, das mir immer wieder in letzter Zeit aufstößt bzw unterkommt ist, dass Social-Media-Kanal Betreiber zB Instagramer als Blogger bezeichnet werden. Mir ist es schon letztes Jahr in Saalbach aufgefallen, dass alle in einen Topf geworfen werden. Eben genau bei den Touristikern fällt es mir auf, die werfen gerne alles in einen Topf und sind danach enttäuscht, wenn sie etwas investieren und der falsch deklarierte „Blogger“ dann nicht das bringt was sie sich von einem Blogger erwarten. Durch die Enttäuschung müssen dann die echten Blogger alles wieder ausbaden bzw werden von Haus aus in ein schlechtes Licht gerückt. Ganz ehrlich – ich fühle mich manchmal richtig verarscht, wenn ein Instagramer mit mir auf eine Ebene gestellt und als Blogger bezeichnet wird. Hey, nichts gegen euch Instagramer, ein Instagram-Kanal mit vielen Followern ist echt viel Arbeit gewesen bzw ist viel Arbeit, aber wie gesagt: es ist ein Instagram-Account, also ihr seid Instagramer und keine Blogger, weil ihr blogt nicht. Wie das Wort Blogger schon sagt, Blog-ger bzw Blog-gerin ist, eine Person, die einen Blog betreibt. Nein, damit ist nicht ausschließlich ein Instagram- oder sonstiger Social Media-Kanal gemeint.

Was heißt das nun für die Touristik-Marketer? Instagram ist ein geschlossenes System. Wollt ihr Content für eure Instagram-Accounts, dann sind Instagramer super. Auch zum Aufbau einer Marke, zum Branden sind Instagramer super. Allerdings: wollt ihr so richtig über Google nachhaltig gefunden werden, wollt ihr nachhaltig „geile“ Geschichten im Internet über euch finden? Wollt ihr, dass die Menschen wenn sie euch oder gewisse Keyworte auf Google eingeben, euch finden? Dann braucht ihr einen Blogger. Die Königs-Klasse-Blogger betreibt eine Blog und auch die dazugehörigen Social Media Kanäle. Ganz einfach. Was der Unterschied zwischen Blogger und Influencer ist habe ich schon mal in einem Artikel erklärt.

Wer nachlesen will, ich freue mich.

Traurig finde ich bis dato, dass ich den Artikel vor ein paar Jahren geschrieben habe und manche Marketer noch immer nicht den Unterschied verstanden haben.

Ich versuche die Sache mal anders zu erklären: Ein Fliesenleger ist zwar ein Handwerker aber ein Installateur ist er nicht, wie auch kein Ingenieur. So lange ihr immer wieder verlangt, dass ein Fliesenleger euer Klo reparieren bzw gleich das ganze Haus sanieren soll, ist die Enttäuschung vor-programmiert. Und dann nennt ihr auch noch den Fliesenleger, Ingenieur, während der tatsächliche Ingenieur daneben sitzt und nur mehr noch den Kopf schüttelt, weil er die Welt nicht mehr versteht. Versteht ihr was ich meine?

Ein Kommentar zu „Warum ich jeden Schass kennzeichnen muss und vom inflationären Gebrauch des Wortes Blogger

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