Gerade zur Weihnachtszeit gibt es in jedem Kontinent, in jedem Land andere Bräuche. In manchen Ländern oder Kontinenten wird Weihnachten sogar überhaupt nicht gefeiert. Generell gehöre ich zu den Menschen, die neugierig durch die Welt laufen und gespannt sind, warum und wie manche Bräuche gelebt werden. Allein in Europa wird die Weihnachtszeit überall unterschiedlich gefeiert. Dieses Jahr habe ich die liebe Paulina aus Luxemburg kennengelernt.
Paulina war die erste Person aus Luxemburg, die ich wirklich kennenlernen konnte. Nach all den Jahren habe ich so viele unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Ländern getroffen. Jedoch war bisher nie jemand aus Luxemburg dabei, bis plötzlich Paulina vor mir stand. Es gibt nur etwa 600.000 Luxemburger auf dieser Welt. Im Vergleich dazu hat Österreich etwa 8.000.000 Einwohner, und wir sind schon wenig im Vergleich zum Rest der Welt. Österreich ist ein klitzekleines Land, aber im Vergleich zu Luxemburg sind wir groß – richtig groß. Einen Luxemburger kennenzulernen ist daher etwas ganz Besonderes.
Welche Sprache sprechen die Luxemburger nun? Die Amtssprachen sind Luxemburgisch, Deutsch und Französisch – ja, ihr habt richtig gehört. Das heißt, mindestens 3! Sprachen spricht ein Luxemburger. MINDESTENS. Wobei die liebe Paulina auch noch fließend Spanisch und Englisch spricht. Absolute Sprachen-Multitalente, diese Luxemburger also. Da könnten sich viele Österreicher, wie auch ich, eine dicke Scheibe abschneiden. Bei uns stellt die zweite (internationale) Sprache, Englisch, schon bei vielen ein Hindernis dar, was wirklich traurig ist. Noch trauriger macht mich allerdings, dass wir (Österreicher), obwohl wir größtenteils so sprachfremd sind, uns anmaßen, gegen Ausländer zu schimpfen und gerne alle in einen Topf werfen. Wo fängt das Wort „Ausländer“ an und wo hört es auf? Nationalität, Grenze, Sprache, Anderssein?
Bevor ich jetzt noch länger schwafele und mich in ein Thema reinrede … lass ich lieber die liebe Paulina zu Wort.
Also habe ich die liebe Paulina gebeten, mal darüber zu schreiben, wie Weihnachten so in Luxemburg gefeiert wird. Das hat sie dann auch gemacht, und darum erzählt uns Paulina im folgenden Text, wie die Weihnachtszeit in Luxemburg abläuft. Ach ja, und zur Info: „Dory“ darf mich nur die liebe Paulina nennen, nur damit ihr es wisst. Für alle anderen bin ich nach wie vor Doris. Alles klar? :-)
Also ich lasse jetzt mal Paulina aus Luxemburg zu Wort kommen…

Als meine liebe “Dory” mich fragte, ob ich bereit wäre einen Gastbeitrag über Weihnachten in Luxemburg zu schreiben, musste ich zuerst ein bisschen schmunzeln … Weihnachten in Luxemburg? Das ist doch gerade die kälteste und grauste Jahreszeit von allen? Denn, im Gegensatz zu Österreich, können wir nicht jedes Jahr mit Schnee, sondern eher mit Schneematsch rechnen.
Nachdem ich fast 5 Jahre in Spanien gelebt habe, bin ich dieses Jahr wieder in mein kleines Heimatland, das Großherzogtum Luxemburg zurückgekehrt. Da man sich in Spanien in der Vorweihnachtszeit hauptsächlich um Lotterietickets sorgt und es sehr wenige Weihnachtsmärkte gibt, freute ich mich umso mehr, die Vorweihnachtszeit in Luxemburg verbringen zu dürfen. Das herzhafte Essen und das Weihnachtsgebäck hat mir dann doch sehr in Spanien gefehlt.
Wie feiert man denn nun Weihnachten in Luxemburg?
Traditionell ist Luxemburg römisch-katholisch geprägt. Das heisst auch hier wird die Vorweihnachtszeit als Zeit der Stille und Einkehr verstanden, obwohl die Kommerzialisierung der Adventszeit auch in Luxemburg immer mehr Überhand nimmt.
Bevor ich nach Spanien ging, also vor fast 5 Jahren, gab es einen kleinen Weihnachtsmarkt in Luxemburg Stadt der eventuell ein paar Tage dauerte. An feierliche Beleuchtung der Strassen und Häuser kann ich mich nicht erinnern. Jede grössere Stadt im Land hatte ihren eigenen Weihnachtsmarkt der meistens während einem Wochenende stattfindet. Nach meiner Rückkehr von der iberischen Halbinsel musste ich jedoch erstaunt feststellen, dass besonders die Hauptstadt sich nun richtig Mühe gibt, um schon einen Monat vor Weihnachten Luxemburg Stadt in Feststimmung zu versetzen. Somit findet nun jedes Jahr das “Winterlights Festival” statt, es gibt zwei Weihnachtsmärkte, die während 4 Wochen bestehen und beim “Light Festival” stellt eine Vielzahl von Künstlern ihre Werke entlang eines Parcours aus, der die Besucher an den zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt entlangführt. Es hat sich also richtig was getan als ich weg war!
Auf dem Weihnachtsmarkt in Luxemburg kann man dann auch viele luxemburgische Spezialitäten geniessen: Kniddlen (weisse Mehlknödel mit Speck), Gromperekicheler (frittierte Kartoffelpuffer), Eggnog (ein alkoholisches Mischgetränk)…
Mein Lieblings-Weihnachtsmarkt findet jedoch in der ältesten Stadt Luxemburgs statt, in der Abteistadt Echternach. Der mittelalterliche Stadtkern gibt dem Weihnachtsmarkt ein ganz besonderes Flair und zieht somit Jahr für Jahr zahlreiche Besucher aus der ganzen Grossregion (Rheinland-Pfalz, Saarland, Belgien und Lorraine) an. In Echternach werden die einzelnen Stände eher von gemeinnützigen oder karitativen Vereinigungen betrieben als von Händlern. Somit tut man mit dem Besuch des Echternach Weihnachtsmarktes nebenbei noch etwas Gutes.

Eine Besonderheit der luxemburger Vorweihnachtszeit ist der Besuch des “Kleeschen”, des Heiligen Nikolaus, am 6. Dezember. Traditionell brachte nur der Kleeschen die Geschenke, nicht das Christkind. Kurz vor dem 6. Dezember findet in jeder grösseren Stadt in Luxemburg eine Parade statt, bei der der Heilige Nikolaus feierlich einzieht und anschliessend Geschenke an die Kleinen verteilt. Jeder Luxemburger schwelgt dann noch einmal in den schönsten Kindheitserinnerungen.
Es gibt also viel zu entdecken im kleinen Grossherzogtum während der Vorweihnachtszeit. Und hiermit lade ich Euch herzlich ein, eines der kleinsten aber auch warmherzigsten Länder Europas zu besuchen. Bis dahin wünsche ich “Schéin Chrëschtdeeg an e gudde Rutsch an d’neit Joër!”.
Zu mir: Ich bin Paulina, aus Luxemburg und Reisebloggerin bei PaulinaOnTheRoad, und habe die “Dory” von Dorisworld in Liechtenstein persönlich kennen gelernt und wir haben uns sofort super verstanden. Wenn ich eine “Blogger” Seelenverwandte habe, dann muss es die Dory sein. Obwohl wir über unterschiedliche Themen auf unseren jeweiligen Blogs schreiben.

Mein Reiseblog Paulina On The Road handelt von wenigen bekannten Reisedestinationen sowie langsamen und umweltfreundlichen Formen des Reisens. Ich freue mich wenn ihr vorbeischaut! Ich bin auch auf Facebook und Instagram.
An alle, die Englisch und Spanisch sprechen oder lesen können, lege ich Paulinas Blog wärmstens ans Herz. Schaut mal bei ihr vorbei – authentische und wirklich erlebte Geschichten sowie viele Tipps rund ums Reisen und Entdecken, speziell für den spanischen Sprachraum. Die Fotos auf ihrem Blog und ihren Social-Media-Kanälen sind außerdem wunderschön. Lasst euch von Paulina verzaubern; sie entführt euch zu traumhaften Orten. Ihr wisst ja nun, wo ihr Paulina online folgen könnt.
Ganz ehrlich, wer von euch war schon in Luxemburg? Wie habt ihr es erlebt? Ich gebe zu, ich war noch nie dort, bin aber jetzt super neugierig…
@Paulina: Tausend Dank an dich für diesen tollen Beitrag! Es ist schön, wenn wir uns über die Grenzen hinweg inspirieren können. Ich bin so froh, dass ich dich kennen darf. <3
PS: Das wunderschöne Titelbild, „Weihnachten in Luxemburg Stadt“, stammt von: © Andres Lejona VDL LFT – Lux City, und ich darf es dank Paulina verwenden.

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