Sommer in Österreich: Canyoning, nichts für schwache Nerven | Ich, Tussi im Neopren

*Kooperation: Im Rahmen der Saalbach Storybase

Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ich freiwillig Canyoning gegangen wäre? Ok, ja bin ich, aber eigentlich war die Cindy (runfurther) dran schuld (gell Cindy ;-)) oder einfach auch die Möglichkeit in Saalbach Canyoning zu gehen oder auch mein Ego. Ach keine Ahnung. Naja, heiß war es an dem Tag auch und so ein bisschen im kühlen Wasser herumlatschen durch eine Schlucht, kann ja nicht so schwer sein, waren meine romantischen Gedanken. Die Betonung liegt auf WAREN meine romantischen Gedanken …

Die wilde Romantik hat an dem Punkt für mich aufgehört, als ich meinen Körper vorm Talschluss in Saalbach-Hinterglemm vor einem Anhänger in der sommerlichen frühen Mittagshitze in einen Neopren-Anzug reinwuchten musste. Über meine Oberschenkel, drüber ging es noch gut, bis zum Popscherl, da drüber ging es nicht mehr so leicht, dann über den einen Neopren den anderen kurzen Neopren den ich aber, weil es so heiß war, vorerst nicht ganz zu gemacht habe. Weiters die Neopren-Socken und dann rein in die Trail-Schuhe (die hatte ich mit). Dann Helm noch auf mein Haupt, Kletterzeuggurte angelegt und schon meinte Christian, unser Canyoning-Guide: „Gemma!“

Wandern mit Neopren, eng ist kein Ausdruck!

Wie gehen?

Ich dachte, Canyoning hat was mit Wasser, reinspringen und so weiter zu tun. Naja, aber was mir meine Logik schon vorher sagen hätte müssen, wenn man ein Fluss-, Bachbett runter gehen will, muss man ja logischerweise auch wo hochgegangen sein. Auf einer Forststraße, welche dann zu einem schmäleren Weg wurde, bin ich dann mit meinem Neopren wie die langsamste Ente der Welt dem Christian und meiner Gruppe hinterhergewatschelt. Dabei geschnauft habe ich, dass man mich mit Sicherheit bis nach Leogang, also ins andere Tal, hören hätte können. Leute, ich wußte nicht, dass Canyoning bereits vor Canyoning so anstrengend sein kann. Der Neopren und ich haben definitiv bereits beim Anstieg keine innige Beziehung aufgebaut und irgendwie wurde das Ding auch nicht weiter trotz schwitzender Nässe.

Bildcredits: runfurther.de

Canyoning, was tun wir da?

Der Reisverschluss meines Neopran`s wollte nur mit immenser Gruppenkraft zu. Irgendwie wollten der Neopren und ich nicht eins werden. Meine Brust wehrte sich, als ich dann aber endlich das kühle Nass des Baches spürte, war mir wirklich bewusst, was ich da jetzt gleich machen werde. Mit vorsichtigen unsicheren Schritten bin ich dem Guide in der Gruppe im (für mich) reisenden Fluss- ok Bachbett gefolgt. Vorbei an Felsen, Stromschnellen, Bäumen, die im Fluss- ehm Bachbett – Schlucht lagen. Bis wir zum ersten Hindernis kamen. Ein runter rutschen vom Felsen. Christian machte es vor und wir hinterher.

Bildcredits: runfurther.de
Bildcredits: runfurther.de

Danach ein 2-Meter wie auch ein 4-Meter-Zielsprung vom Felsen, mir schlotterten die Knie, darum wählte ich den Klettersteig am Ufer. Es geht weiter. Wir sollen unter einem Felsen durchrutschen. Ich bin hoch konzentriert, das kalte Wasser packt mich, als ich untertauche und die gute Cindy filmt mich in meiner hilflosen, authentischen Orientierungslosigkeit. Einen Schönheits-Wettbewerb gewinne ich in dieser Situation keinen, aber was solls, Wimperntusche (auch den wasserfesten) habe ich im Vorfeld schon sowieso zuhause gelassen. Ich Tussi, halt.

Es geht weiter. Wir seilen uns vom Felsen ab oder werden mit Kletterhilfen weitere 20 Meter abgeseilt. Immer wieder dazwischen ein Flying Fox oder sonstige Kletterpassagen. Das Wasser macht es kühl aber auch glitschig. Obwohl es mir Spaß macht, bin ich hochkonzentriert. Mein Neopren ist nach wie vor eng und ich habe nicht die Bewegungsfreiheit, die ich sonst habe.

Als ich unten vorm letzten Hindernis angekommen bin, merke ich wie die Anspannung endlich von mir abfällt. Auch bei den anderen in meiner Gruppe, obwohl diese es auf den ersten Blick sichtlich lockerer genommen haben, herrscht nun ausgelassene Stimmung. Einige von uns befreien sich aus dem stickigen Neopren-Anzug und duschen sich kalt unter einem kleinen Wasserfall ab. Wir marschieren weiter wieder bis zu unserem Ausgangspunkt dem Anhänger vorm Talschluss.

Bildcredits: http://living4taste.de/

Es ist heiß, insgesamt ca 2h oder waren es auch 3h (?) waren wir unterwegs. Ich wälze mich wieder aus dem Neopren und gebe diesen Christian zurück.

Canyoning ist definitiv ein Erlebnis der Extraklasse, ob ich es nochmals machen würde, weiß ich nicht. Ich bin definitiv stolz, dass ich es probiert habe. Ich denke nur, wer an seine Grenzen geht, wächst. Auch unser Guide, Christian hat das sehr gut gemacht. Wenn man merkt, man traut sich einen Sprung oder ein Hindernis nicht zu, dann besteht die Möglichkeit den Klettersteig neben dem Flussbett zu nehmen.

Infos und Kontaktdaten – wer es nachmachen will!

  • Canyoning in Saalbach Hinterglemm, Salzburg Land ist möglich von Juli bis September: Mo./Mi./Fr. um 09:00 Uhr und 14:00 Uhr – ihr müsst euch allerdings vorher einen Termin ausmachen. Anmeldungen werden laut deren Webseite an den regulären Öffnungszeiten entgegengenommen, telefonisch unter +43 (0)6217 29 0 29 oder via E-Mail an info@hochseilpark.at
  • Nehmt euch gute Schuhe, die total nass werden können, mit. Ich hatte meine Trail-Running-Schuhe mit, die waren ideal dafür.
  • Weiters gute Badeklamotten für unter den Neopren. Ich denke, ein Badeanzug ist dabei nicht ganz unschlau. Ich denke der Neopren passt sich dann besser dem Körper an.

Ein dickes Danke an Tourismus Saalbach, Home of Lässig, die mir im Rahmen der storybase2017 dieses unglaubliche Erlebnis ermöglicht haben. Auch vielen lieben Dank an Christian unseren Guide. Das hast du gut gemacht. Weiters ein dickes Danke an Cindy, Marlene und Julia ohne euren tatkräftigen Einsatz wäre das wahrscheinlich nix mit mir und dem Neopren geworden. Ebenso danke an Cindy und Julia für die Fotos und Videos. Canoying gehört jetzt definitiv nicht zu meinen must-to-do Dingen im Leben, aber ich denke, man sollte alles mal ausprobiert haben und was tut man nicht alles auch für eine gute Geschichte abseits seiner eigenen Komfortzone. Ich bin demnach sehr glücklich für diese Erfahrung und ganz ehrlich es war ein Heidenspaß! ❤

6 Kommentare zu „Sommer in Österreich: Canyoning, nichts für schwache Nerven | Ich, Tussi im Neopren

  1. Hallo Doris. Ich kann mir gut vorstellen, wie das war. Vor allem den engen Anzug. Kenne ich vom Tauchen. Doch ich war auf dem Sambesi in Südafrika Raften vor ein paar Jahren. Frage nicht! Noch einmal würde ich das nicht mehr tun. Trotzdem war es ein Wahnsinnserlebnis! Manchmal soll man sich was trauen. Lg. Gabi

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    1. Hallo liebe Gabi, danke für dein liebes Kommentar. Ja, Neoprens…hm…was soll ich sagen…fast wie ein Mieder und die mag ich auch nicht, wenn man wo zu drückt kommts wo anders wieder raus 😉 LG Doris

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  2. Hallo Melanie,

    ich bin ja auch der totale *chisser, aber generell man ist stärker als man glaubt. Einfach tun, aus der Komfortzone rausgehen, ich denke das ist wichtig.

    LG Doris

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