Panama auf eigene Faust: Ein Akt in 21 Tagen, Teil 1

Es war einfach. Damit meine ich meine erste Fernreise auf eigene Faust. Ich hatte Respekt davor, dachte Fernreisen sind komplizierter, aber ganz ehrlich: Warum hab ich`s nicht schon früher gemacht?

Ich hab die Zeit in Panama, in Lateinamerika, so genossen und alles hat sich so wunderbar gefügt. Mir ist es ein Anliegen, für mich, die schöne Zeit aufzuschreiben, um mich immer wieder daran zu erinnern, aber auch für euch alle Informationen zusammenzufassen, da wirklich viele Fragen von euch über Instagram bzw auch Facebook bei mir eingetrudelt sind.

Allgemeines zur Reise

Zusammengefasst der Urlaub hat mir ca 2.400 EUR gekostet, aber auch viele Stunden Arbeit (mich einlesen in Panama, Transporte buchen, Hotels buchen, Ausflüge buchen usw meinerseits wie auch meiner Reisepartnerin) die in diesem EUR-Betrag nicht abgebildet sind. Ich schreibe das, weil es wird oftmals übersehen, wie viel Arbeit hinter so einer Reise auf eigene Faust steckt und es definitiv einen Unterschied macht ob man eine günstige Pauschalreisen (online) bucht oder sich so eine einzigartige Reise über ein gutes Reisebüro organisieren lässt – wo die individuelle Organisationsdienstleistung vom Reisebüro in den Kosten abgebildet ist. Das ist auch recht so, da es wirklich viel Arbeit ist, so etwas richtig gut zu organisieren. 

Zur Info: Wir haben nur Flüge und die ersten Tage in Panama City im Voraus gebucht. Alles andere vor Ort. Aber lasst mich berichten …

Werbung/Transparenz: Dieser Blogbeitrag enthält Affiliate Links. Es ist mir wichtig, dass ihr das wisst. Im Grunde geht es darum, alles was ich vorschlage bzw empfehle, könnt ihr, wenn ihr den dazugehörigen Link direkt anklickt, gleich kaufen. Ich würde mich darüber sehr freuen, wenn ihr über den Link kauft, weil der Blog-Beitrag hier mit den Empfehlungen nicht wenig Arbeit war. Ihr solltet auch wissen, euch passiert durch das Anklicken nichts, auch wenn ihr tatsächlich etwas über den Link kauft, kostet euch das keinen müden Cent mehr. Der einzige Unterschied: ich bekomme direkt eine kleine Vergütung vom Affiliatepartner für die Empfehlung.

Tag 1: Anreise nach Frankfurt

Moxy Frankfurt Airport Dezember 2019

Mit dem Zug bin ich von Linz nach Frankfurt Flughafen gefahren. Die Zugfahrt war angenehm, ich führte ein nettes Gespräch im Bordrestaurant bei einem Kaffee, las meinen Reiseführer und schon sind die ca 5 Stunden Zugfahrt rum gewesen. (Zum Thema Reiseführer Panama: kann ich euch folgenden wirklich empfehlen: Panama für Entdecker)

Meine Zugtickets für Frankfurt habe ich mir im Voraus über die ÖBB App organisiert. Mit der Sparschiene kommt man unter 50 EUR von Linz nach Frankfurt Flughafen. Warum bin ich von Frankfurt weggeflogen? Der Grund, meine Reisepartnerin ist aus Franken und der Direktflug von Frankfurt nach Panama City mit Lufthansa hat einfach gepasst.

Generell zu den Flügen. Lufthansa fliegt fast täglich direkt von Frankfurt nach Panama City zu durchaus günstigen Preisen. Wer es noch billiger mag, bei 500 EUR (hin- und retour), der sollte sich mal bei Air Europe umsehen. Generell ist auch ein heißer Tipp über Madrid oder sonstige spanische Städte zu fliegen. Gerade die Spanien-, Panama-Verbindung sollte sehr gut und günstig sein. Wir hatten einen Direktflug mit Lufthansa von Frankfurt nach Panama City, und zurück sind wir mit Air Canada über Toronto geflogen. Diese Fluglinie kann ich aber nicht empfehlen, vielleicht hatten wir auch nur Pech, aber angenehm wars jedenfalls nicht. Wir haben unsere Flüge im September/Oktober gebucht und sind über Silvester geflogen, sprich Hauptsaison, und haben trotzdem noch relativ günstige Flüge erwischt.

Ich bin einen Tag vor dem Flug nach Frankfurt angereist. Da ich so verkühlt war, wollte ich nochmals ein bisschen entspannen. Über die booking.com App habe ich mir direkt beim Flughafen ein Hotelzimmer gegönnt. Das Hotel war schwer in Ordnung. Es liegt gleich beim Flughafen in einem Gebiet wo gerade sehr viel gebaut wird. Das Gebiet besteht nur aus Hotels und Büros und war gerade am Abend bzw am Wochenende wie ausgestorben. Perfekt für einen Tag zum Übernachten nähe Flughafen. Sauberes einfaches Zimmer und was mir besonders am Hotel gefallen hat, ist das Design unten in der Lobby. Es ist für Junggebliebene stylische Menschen konzipiert – das Hotel heißt Moxy Airport Flughafen und ist eine Hotelkette. Ich kann es wirklich empfehlen, wenn man eine Nacht in Frankfurt am Airport verbringen muss. Zum Hotel bzw Flughafen kommt ihr mit dem Flughafenbus wobei ich euch das nicht empfehlen kann. Der Bus ist teurer und unbequemer als wenn ihr euch ein Uber bestellt – ihr kennt die App oder? Wenn nicht ich werde darauf noch später eingehen, weil Uber war gerade in Panama City unser wichtigstes Fortbewegungsmittel.

Tag 2: Abflug und Ankunft in Panama City

Ich hatte für meinen ersten Langstreckenflug leider keinen optimalen Sitzplatz. Ich bin in der Mitte gesessen und war 12 Stunden total eng eingepfercht – war jetzt nicht mein absoluter Traum. Trotzdem ist die Zeit gut vergangen. Das Entertainment-Programm von Lufthansa war wirklich nicht schlecht und mein kleiner Höhepunkt war ein Mangnum-Eis was uns die Stewardess kurz vor Panama gegeben hat. Mit meinen Ohren war während dem Flug, wegen der Verkühlung – Gott sei Dank, alles fein. Allerdings hatte ich ab und an ziemlich heftige Hustanfälle. Das war mir sehr unangenehm, ich konnte diese nur schwer eindämmen, trotz Hustenbonbons und viel Flüssigkeit.

Ankunft in Panama City am Flughafen war am Abend bzw in der Nacht. Wir hatten leider eine ziemlich lange Schlange vor dem Einreise-Schalter. Es verging gut eine weitere Stunde, bis wir beim Schalter waren. Es wurden uns Fingerabdrücke abgenommen und uns Fragen hinsichtlich unserer Einreise gestellt. Zum Beispiel warum wir einreisen, was wir tun, was wir beruflich machen usw. Als wir alles beantwortet haben, hat man uns durchgelassen und wir waren endlich offiziell in Panama.

Hinweis: Für Österreicher bzw Österreicherinnen, bietet unser Außenministerium den Service an, sich bei längeren Auslandsreisen zu registrieren, vor allem wenn man auf eigene Faust unterwegs ist. Einfach über die App registrieren, dadurch wird man informiert, falls während der Reise etwas sein sollte und genießt den Schutz von Österreich auch im Ausland.

Bei der Ankunft am Flughafen hatte ich kein Wlan, somit konnte ich kein Uber holen, und – obwohl vorher eingelesen – keinen Plan wie wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu unserer ersten Unterkunft kommen sollen. Nachdem ich meinen 14 kg Rucksack vom Gepäcksband abgeholt und geschultert habe, sind wir einfach mal Richtung Ausgang getrottet. Vorm Flughafen Gebäude hat mich die Hitze, wie im Backofen, und die vielen Fahrer die Taxifahrten keilen, mal fast kurz erschlagen. Ich habe trotzdem mal alles links liegen lassen. Da wir wussten: Panama City ist eine Stadt der Kontraste und die Taxifahrten der Keiler eventuell nicht vertrauenswürdig, haben wir uns um weitere Lösungen umgesehen. Plötzlich habe ich eine Österreicherin bemerkt, die auf ihren Bekannten aus Gmunden gewartet hat. Ich habe sie angesprochen und wie sich herausstellte, hat sie bereits ein Uber nach Panama City gerufen, weil sie Wlan hatte, und wir konnten bis zu unserer Unterkunft mitfahren.

Diese Situation hat mir wieder bewiesen, wie so oft bei meinen Reisen, eine Lösung gibt es immer, man muss nur die Augen offen halten und ein bisschen Geduld haben. 

Tag 3: Panama City – eine Stadt am Pazifik mit Gegensätzen

Am nächsten Tag wachten wir früh auf. Unsere Unterkunft Casa Andrea, ein einfaches sauberes Zimmer mit Dusche. Hinten im Garten der Unterkunft, mit Blick auf die Wolkenkratzer von Panama City, gab es „selbstgemachtes“ Frühstück. Das Haus ist familiär und der Hausherr bzw die Hausherrin sprechen gutes Englisch. Sie haben uns durch unsere ganze Reise unterstützt, aber dazu werde ich auch noch mehr sagen. Generell kann ich die Unterkunft mehr als empfehlen, weil ihr neben dem Zimmer einfach eine supergute persönliche Beratung über Panama bekommt. Die Unterkunft war der perfekte Start für uns ins Abenteuer Panama bzw unsere „Homebase“ in Panama City.

Spaziergang zum Trump Tower

Von Casa Andrea sind wir zu Fuss Richtung Trump Tower gegangen. Keine gute Idee. Gerade von der Casa weg, wenig bis gar keine Gehwege, absolut verrückter Verkehr ohne Zebrastreifen, hängende elektrische Leitungen. Außerdem sehr heiß. Wir haben uns in dem Straßenwirrwar ein bisschen verlaufen, sind aber dann trotzdem beim Trump Tower (höchstes Gebäude von Panama City) mit ein paar ersten Eindrücken von Panama City angekommen. 

Beim Trump Tower hatte ich perfektes Wlan, darum gings mit Uber weiter. Auf zu fuss gehen, direkt in der Stadt, hatten wir beide keine Lust mehr. Wie sich dann im Laufe der Zeit herausgestellt hat, ist Uber das perfekte Transportmittel in Panama. Wer Uber nicht kennt, mit der App, kann man sich auf seinem Standort (also da wo man genau mit seinem Smartphone steht) ein „Taxi“ herholen. Der Preis steht schon vorher in der App fest bzw kann je nach Verkehrsstau und Maut variieren. Genauso steht der Fahrer fest mit Kennzeichen und Namen, wie auch bucht die App die Taxifahrt sicher über das eigene Konto ab – somit kommt kein Bargeld ins Spiel. Die App macht die Taxifahrt total transparent, was ich gerade in einer Stadt wie Panama City sehr angenehm fand, weil auch wenn ich immer positiv über Menschen denke und davon ausgehe, dass es jeder gut mit einem meint, kann leider Gottes Dummheit, Armut und eine eingeschränkte kulturelle Wahrnehmung bzw Kommunikationsschwierigkeiten zu Kriminalität führen und dabei möchte ich nicht unbedingt involviert sein. Man sollte sich nämlich gerade in Panama City bewußt sein, da gibt es die superreichen Stadtteile, Panama City gilt als Finanzumschlagsplatz von Südamerika, und die Slums, dorthin verirrt sich niemand freiwillig. Grundsätzlich würde ich Panama als sicheres und einfaches Land zum Reisen einstufen, trotzdem gibt es Gebiete, da ist wirklich Vorsicht geboten. Unter anderem eben Colon und einige Stadtteile von Panama City, am besten einfach alles hinter Viejo und rund um den Hügel auch untertags meiden und alles rund um den internationalen Flughafen.

Wir sind einige Male mit Uber durch die Slums gefahren, die meisten Fahrer haben verdunkelte Scheiben und verriegeln auch das Auto wenn man durchfährt, wenn wir von einem in den anderen Stadtteil mussten. Gerade wenn man in Viejo ist, richtig coole Dachterrassen und Essen, ist die Polizeipräsenz hoch, weil die Slums einfach gleich in der Nachbarschaft. Dieser Kontrast war schon sehr krass für mich, da ich Panama City, gerade was Essen gehen betrifft, nicht als günstig einstufen könnte. Die Lücke zwischen Arm und Reich muss demnach immens sein.

Der Weg nach Viejo zur „ursprünglichen“ Stadt

Auf der Strandpromenade von Panama City sind wir dann nach Viejo (die ursprüngliche Stadt und ein Unesco Kulturerbe) gelaufen. Das kann ich wirklich empfehlen. Der Blick auf die Skyline von Panama City ist einzigartig und ich finde, man bekommt ein Gefühl für die Stadt. 

Kurz vor Viejo ist dann der Fischhafen. Dort kann man auch was essen. Ich habe mich nicht so wohlgefühlt dort, beginnen auch die Slums gleich fast wieder dahinter…

Casco Viejo – das historische Stadtviertel von Panama City

Wollt ihr in Panama City cool ausgehen oder essen dann müsst ihr nach Viejo wurde uns gesagt. Aber nicht nur das ist es was Viejo ausmacht. Viejo wurde 1519 gegründet – wow oder? An alle Geschichte-Begeisterten die da draußen sind, Wahnsinn oder? Die Stadt ist alt und heruntergekommen und doch wurden in vielen Häusern investiert. Schicke, durchgestylte Dachterrassen und Häuser, Nachtclubs und geniale Restaurants, daneben Bruchbuden, die Slums, runtergekommen und Menschen die in der Gosse liegen.

Krasser Kontrast mit viel Platz für Kreativität und Kunst. Die Polizeipräsenz ist hoch und doch habe ich mich, obwohl wir die Silvesternacht draußen auf der Straße in Viejo verbracht haben, keine Sekunde eigenartig oder gefährdet gefühlt. 

Untertags waren wir mehrmals in Viejo. So haben wir in der Casa Boquete einen Mittagssnack zu uns genommen – Pan mit hausgemachten Füllung, also ein Sandwich – und richtig tollen leckeren Kaffee. Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir tatsächlich nach Boquete fahren werden und einen Ausflug auf eine Kaffeeplantage machen. Die Besitzerin vom Cafe hat uns dann erzählt, dass wir zu dem Supermarkt ums Eck gehen sollen: „Der hat so köstliche Kokosnüsse die er uns aufschlägt.“ Das haben wir dann auch gemacht. Frische Kokosnuss aus dem Kühlschrank, aufgeschlagen und mit einem Strohhalm getrunken. Gibt es etwas Besseres an einem heißen Tag, wie im Backofen mit immer wieder Regengüssen dazwischen, in Panama City?

Selina Panama City

Auch waren wir auf der Dachterasse im Lazotea und im Selina zum Trinken und Essen. Kann ich beides empfehlen. Auch das übernachten im Selina (übrigens eine „Hotel-Kette“ gibts auch auf den Bocsas) soll gerade, wenn man alleine unterwegs ist unter Backpackern ein Tipp sein. Das was ich vom Selina in Panama City gesehen habe, war wirklich gut.

Meine Empfehlung für Viejo, Panama City:

Generell findet ihr in Viejo auf kleinem Raum unzählige Restaurant, Bars und Nachtclubs. Mir hat Viejo sehr gut gefallen.

Die Miraflores Schleusen – Hallo Panamakanal

Wir sind an diesem Tag noch weiter gefahren. Mit Uber gings für uns noch zu den Miraflores Schleusen, um uns den Panamakanal genauer anzusehen. Wir hatten Glück und es waren mehrere Frachtschiffe und sogar ein Katamaran der von der Karibik in den Pazifik geschleust wurden. Von der Terrasse aus, 20 Dollar Eintritt, kann man das mit vielen anderen Menschen beobachten. 

Silvester haben wir in Viejo verbracht. Zuerst sind wir eigentlich zum Hardrock-Cafe gefahren aber die haben die komplette Dachterrasse gesperrt gehabt und auch die Restaurants waren voll. So sind wir nach Viejo gefahren in der Hoffnung einen Platz auf einen der Dachterassen zu ergattern. Astronomische Eintrittspreise – mehr als 100 Dollar – haben uns dann aber abgeschreckt und wir sind in einem Lokal unten geblieben, haben uns dann ein Getränk gecheckt und von der Steinmauer aus mit Blick auf die Skyline von Panama City, wie viele 100e andere Menschen, auf das Feuerwerk gewartet.

Das war ein Fail.

Es wurde Mitternacht und es war nichts. Also so ein paar Kracher und Böller ab und an aber sonst nichts. Keine Stimmung, kein wirkliches Einzählen – nichts. Mir ist schon klar, Feuerwerk und so, sollte ja aus Sicht vieler abgeschafft werden, weil ja teuer und umweltschädlich, usw. Ganz ehrlich, bei so einer fantastischen Skyline würde ich als Bürgermeisterin ein traumhaftes organisiertes Feuerwerk umsetzen lassen, damit man es noch bis nach Asien  sehen kann. Kurzum ihr merkt, ich war mega enttäuscht, aber nun ja, ich war eh müde und verkühlt war ich auch noch, also sind wir heim.

Schlafen.

Tag 4: Dachterassen und Organisation

Panama City ist bekannt für seine richtig tollen Dachterrassen meistens mit Pool, weil so wirklich einen Stadtstrand in den Pazifik gibt es nicht. Darum dachten wir am 1. Jänner, es ist heiß, es ist schön, wir gehen planschen. Auch diesmal hat uns das Hardrock-Hotel nicht haben wollen. Geschlossene Gesellschaft hat es nun geheißen, darum sind wir ins AC Hotel Panama City weitergefahren. Laut meinem Reiseführer für Tagesgäste offen und ein fantastischer Infinity-Pool mit Blick auf die Wolkenkratzer. Ich hatte nämlich so ein Bild im Kopf von mir: Pool, ich und die Wolkenkratzer. Denkste, auch die wollten uns nicht haben. Aber ich wußte, ich komme noch zu meinem Bild, so leicht lass ich mich nicht entmutigen.

Somit hatten wir mehr Zeit für die Organisation unserer nächsten Tage in Panama. Die Besitzer der Casa Andrea haben uns da mächtigst weitergeholfen – tausend Dank dafür. Es wurde uns empfohlen, eine Strecke mit dem Bus ins Land zu fahren und die andere Strecke wieder zurückzufliegen. Am besten von den Bocas in der Karibik weg. Wir sind somit am 1. Jänner zum nationalen Flughafen in Panama City gefahren und haben uns dort ein Flugticket von den Bocas nach Panama City zurückgekauft.

Wir hatten Glück, der Flug war nämlich schon fast ausgebucht. Es sind uns auf unserer Reise einige begegnet, die leider 10 h mit dem Bus zurück nach Panama City fahren musste. Gerade bei dem Buskomfort nicht so wirklich der Burner. Am Abend des 1. Jänners stand unser Plan dann für unsere Rundreise fest und die nächste Unterkunft war gebucht. Tatsächlich haben wir das allerletzte Zimmer in Santa Catalina ergattert und wir waren uns bewußt, Komfort wird das keiner, allerdings war es richtig günstig und besser als auf der Straße schlafen. Ich werde mich dort ein Leben lang an den verrückten Hahn, an die Kokosnüsse, die auf das Zimmer gefallen sind, dass man dachte, das Haus stürzt ein und an die schäbigste aber funktionstüchtigste Klimaanlage die ich je gesehen habe, erinnern. Aber auch an die geilste Ananas die ich je gegessen habe, das traumhafte Meer und die Besitzerin die sich, als uns der Transfer beschissen hat, mächtig für uns ins Zeug gelegt hat, damit wir zu unserem Recht kommen. Aber lasst mich weiter berichten …

Tag 5 und 6: Die Anreise nach Santa Catalina & Isla Coiba

Am Morgen machten wir uns zum Busbahnhof auf. Um festzustellen, dass der Bus alle zwei Stunden fährt und nicht jede Stunde. So haben wir einige Zeit am Busbahnhof verbracht. Mich hat es nicht so gestört, da ich es mag, wenn ich wo sitzen kann, lese und dazwischen schonungslos beobachten kann, was um mich herum passiert. Gerade in einem anderen Land, mit fremder Umgebung, furchtbar spannend für mich.

Die Drehkreuze hinaus zu den Bussen sind eine eigene Wissenschaft. Es stehen viele Menschen herum und man muss durch, kann aber trotz gekauften Bus-Ticket nicht durch, weil ein anderer eine Plastikkarte scheinbar von der U-Bahn reinstecken muss. Dann wollen sie einem dem Rucksack abnehmen – ach To·hu·wa·bo·hu – schlussendlich haben uns mehrere kleine Panamesen zum Bus begleitet und unseren Rucksack irgendwo verstaut und schon sass ich im übervollen Bus neben einem sehr alten Dunkelhäutigen der summte. Ich steckte mir meine Kopfhörer in die Ohren, rührte mich einfach ganz wenig auf meinem Platz und checkte die Lage.

Es war heiß im Bus. „Männliche Stewardessen“ huschten immer wieder in den Bus, verkauften Chips und Getränke und huschten auch wieder schnell aus dem Bus. Der Buslenker hatte einen Beifahrer, der auf einem losen Schemmel in der Mitte des Busses hockte, wenn eine weitere Person vorne noch mitfuhr, den wir manchmal wo aufgegabelt haben. Sonst stand der Beifahrer mitten vorne beim Glasfenster – verkehrssicherheitstechnisch bei uns in Europa nicht vorstellbar. Der Bus hatte auch ein sehr eigenes Innen-Design und vorne beim Bildschirm wummerte die ganze Fahrt über lateinamerikanischer Dance-Musik. Ich war froh über meine Kopfhörer. Sagen wir es so, das Ding hat uns innerhalb 5 h von Panama City nach Sonar gebracht und von Sonar hatten wir dann einen anderen Bus, ohne Tachonadel bzw Drehzahlmesser – beides kaputt – habe aufgehört mir Gedanke zu machen, was noch so alles beim Bus kaputt war – wo wir stehend ca 2 Stunden auf einer schmalen Straße im Höllentempo zwischen Blechhütten und Bananenstauden nach Santa Catalina gefahren sind. 

Santa Catalina war für uns der Einstiegspunkt ins Paradies. Genauer zu der Isla Coiba. Von Santa Catalina fahren Tagesausflugsmotorboote zum Schnorcheln und Tauchen rund um die Isla Coiba. Wir haben unseren Ausflug bei Expedition Isla Coiba gebucht und gemacht. Das ist das Haus gleich neben der Fruteria in Santa Catalina, nicht zu verfehlen. Meine absolute Empfehlung: macht unbedingt diesen Ausflug! Wir waren den ganzen Tag schnorcheln, ich habe riesen Schildkröten gesehen, Papageienfische, Seesterne und sogar Haie. Es war atemberaubend. Das Wasser ist wie in einem Aquarium. 

Isla Coiba – Schnorchelausflug
Isla Coiba – ein Traum im Pazifik
Isla Coiba, Pazifik

Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich sagen, dass war eines der Höhepunkte unserer Reise. Die Schönheit vom Meer, die Ruhe, keine Touristenmassen – atemberaubend. 

Isla Coiba – gehts noch schöner?

Was ihr noch wissen solltet. Es wird unter den Einheimischen von Santa Catalina fast kein Englisch gesprochen bzw verstanden. Es sind allerdings viele Kanadier wie auch Deutsche auf Urlaub dort, die alle sehr gut Spanisch sprechen.

Unten beim Strand ist zwar das Restaurant nett, aber ihr müsst mehrere Stunden aufs Essen warten und preislich ist es auch mehr als teuer. Geht lieber in eine der Restaurants im Ort bei den Unterkünften. 

Meine Empfehlungen für Santa Catalina und Isla Coiba:

Tag 7: Weiterreise nach Boquete – es braucht Geduld

Ausgeschlafen waren wir wirklich nicht. Uns machte ein Hahn, der unregelmäßig schrie, eine ranzige Klimaanlage, polternde Kokosnüsse und mein nach wir vor sehr starker Schnupfen wie auch Husten zu schaffen. Es mag Schlimmeres geben. Beim La Panaderia Vieja haben wir uns ein Frühstück geholt. Lecker war`s, und haben uns für den Transfer bereit gemacht.

Von Santa Catalina werden nämlich neben dem Bus mit dem wir gekommen sind auch private Transfers für ca 30 Dollar pro Person nach Boquette angeboten. Wir haben beschlossen, wir gönnen uns ein bisschen Luxus und haben diesen Transfer am Vorabend bei einem Einheimischen in seiner Blechhütte gebucht. Er wollte 10 Dollar Anzahlung und wir sollen uns in einer Liste eintragen mit der Information in welchem „Hotel“ wir in Santa Catalina schlafen. Unsere Schlafunterkunft war von seiner Blechhütte 20 Gehschritte entfernt. Der Transfer wurde uns auch von unserer Unterkunftsgeberin empfohlen. Um 08:00 Uhr holt er uns ab, hat es geheißen. Denkste keiner kam. Daher bin ich um 08:00 zur Blechhütte runter – keiner da. Um 08:30 schaute die Lage nicht besser aus. Um 09:00 Uhr war klar, der hat uns gelinkt. Unsere Unterkunftsgeberin hat dann Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt und hat den Transfertypen so am Telefon mitten auf der Straße zusammengestaucht, dass es mich schon wirklich amüsiert hat.

Das Spektakel dauerte dann fast eine dreiviertel Stunde und mit Hilfe von mehreren Personen im Ort stand dann plötzlich Ricardo vor uns. Er meinte, er kann uns fahren, aber erst in einer weiteren Stunde, weil er andere Gäste auch in die Nähe von Boquete fährt. Er macht das kostenlos für uns, weil sich der ganze Ort schon mittlerweile für uns eingesetzt hat, und er sich das Geld von dem anderen holt, der uns gelinkt hat. Ich muss dazu sagen, dass wir jeweils die 10 Dollar zurück bekommen haben und Ricardo hat uns dann richtig toll nach Boquete gefahren. Er spricht super Englisch, sein Kleinbus ist gepflegt und hat sogar Wlan. Er hat uns auch mit einen Haufen Tipps über Panama versorgt. Wenn ihr also einen fairen Transfer von Santa Catalina oder von Boquete nach Santa Catalina braucht, bucht ihn – er ist selbstständig. Ich verlinke euch seine Instagram-Seite, er heißt Taylor Top Tour Panama

Erst am Abend waren wir in Boquete. Ich hab uns ein tolles Airbnb gebucht, unsere Gastgeberin war so organisiert, sauber und freundlich – ein Traum. Ich kann die Unterkunft in Boquete schwer empfehlen. Nach der Unterkunft in Santa Catalina habe ich dringend wieder was, sagen wir, schöneres Gepflegteres gebraucht.

Im Herzen von Panama – der Regen-/Urwald.
Rund um unser Airbnb in Boquete

Was wir dann in Boquete erlebt haben und wie die Reise weiterging, berichte ich euch in den Blogbeiträgen Panama Teil 2 und Panama Teil 3 – sobald ich alle Teile fertig geschrieben habe, verlinke ich sie auch in diesem Beitrag. Generell habe ich während meiner Reise auch Instastories gemacht, kleine Videos die Eindrücke meiner Reise vermitteln sollen. Ihr könnt jederzeit in diese Instastory schauen, ich hab euch mein Insta-Profil verlinkt unter Panama I findet ihr die Stories in den Highlights.