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ICH STEH DAZU: SAUFEN IST UNCOOL UND DUMM!

Wir schreiben den 2. Jänner. Eigentlich wollte ich einen Jahresrückblick schreiben.

Beim Gedanken strukturieren, über gute Vorsätze, ist mir ein anderes Thema in den Sinn gekommen.

Ein Thema was mir schon lange am Herz liegt, darüber zu schreiben.

Für den Jahresrückblick müsst ihr euch daher leider noch etwas gedulden. Ich ziehe dieses folgende mir wichtige Thema nun vor.

Das Thema was mir am Herzen liegt ist: ALKOHOL.

JA, ALKOHOL.

Vielleicht ist euch aufgefallen, dass es mir Anfang Herbst 2018 ziemlich das Gewicht „runtergerissen“ hat. Ich habe nicht anders gegessen als sonst oder mehr Sport gemacht. Der einzige Punkt war, ich habe über mehr als ein paar Monate keinen Alkohol getrunken. Ja genau. Keinen Tropfen.

Ich wollte schon länger mal ausprobieren wie es sich anfühlt und was der Alkohol mit meinem Körper macht. Ich war weder krank noch süchtig.

Jedoch hat mir meine Trainingspartnerin die Augen geöffnet, die auf Grund ihrer Kultur seit immer schon keinen Alkohol trinkt. Es ist mir schmerzlich bewusst geworden, wie versoffen wir Österreich doch alle sind. Das Schlimme daran, wir verharmlosen das Suchtpotenzial von Alkohol und wie es neben dem Körper des Trinkers auch das Leben von anderen Menschen zerstören kann.

Der gesellschaftliche Druck in Österreich, zum Trinken animiert zu werden ist enorm groß. Ich sag sogar gigantisch. Wenn man saufen kann, ist man cool und erfolgreich, wenn man ablehnt ein Langweiler.

ICH HABE GENAUSO GETRUNKEN.

Ich habe genauso getrunken wie die meisten Frauen aus Oberösterreich. Während meiner Studienzeit im Ausland und viele Jahre danach habe ich sogar andere Männer von anderen trinkfesten Ländern unter den Tisch gesoffen. Auf das bin ich nicht stolz! Ich habe getrunken aus Spaß, Geselligkeit, aus Langweile, aus Unsicherheit für den Genuss, aus Stress, zum Feiern, aus Kummer, zum Essen, zum Abschalten und zum Vergessen.

Gerade am Tag danach war ich nicht stolz drauf. Ich habe mich meist beschissen gefühlt. Beschissen, dass ich es wirklich wieder nötig hatte mich und meinen Körper mit diesem grausamen Nervengift fast ins Jenseits zu schießen. Ich war nicht stolz darauf, dass ich nach so einer durchzechten Nacht wieder einen Stab an neuen besten Freunden hatte, für die ich in der Nacht der Brüller war, die mich aber am nächsten Tag genau nicht mal grüßten oder wir keinen Text hatten. Dinge gemacht habe für die ich mich am nächsten Tag schlecht fühlte. 

Als Frau von Welt, direkt am Land aufgewachsen, wurde ich schon früh mit Alkohol vertraut. Mit 14 der erste Rausch mit Alko-Pops danach Bier und Spritzer Wein. Zum Drüberstreuen zur späteren Stunde Vodka und Schnaps. In meinem Erwachsenen-Leben später dann unzählige Wein-, Bier-, Gin-, Vodka- und Schnapsverkostungen. Schließlich sollte man Wissen was man mit Genuss säuft.

So ein Gläschen geht immer. Ich sage klar NEIN. Ab mindestens 34 Jahren ruiniert man sich mit Alkohol den hart erarbeiteten Trainings-Erfolg. All diese Geschichten rund um die Gesundheit die so ab und an ein Gläschen guter Wein oder sonstiges mit sich bringt ist Bullshit! Alkohol verändert den Körper nicht zu seinem besten und ich schwöre ab dem 34. Lebensjahr ist das merklich spürbar.

MIR SCHMECKTS.

Mein Drama mir schmeckt der Alkohol, ich mag den Geschmack und auch die berauschende Wirkung die irgendwann meinen Verstand nur mehr auf mich fokussiert. Beim richtigen Pegel Alkohol, bin ich glücklich mit meinen Emotionen im Einklang. Verliebt in die Welt und das strahle ich dann auch aus. Ein Gefühl was man immer und immer am liebsten haben möchte, gerade wenn einem die Einsamkeit packt. Definitiv ist der Alkohol aber keine Hilfe gegen Einsamkeit. Die Realität tritt nämlich immer wieder ein. So lange man sich nicht mit ihr auseinandersetzt wird es auch mit Alkohol nicht besser werden. 

ALKOHOL GEHÖRT DAZU.

Der Widerspruch ist jedoch, dass einem permanent weiß gemacht wird, dass Alkohol der Freund der Geselligkeit ist. Ein angebotenes Glas abzulehnen ein gesellschaftliches No-Go. Wenns lustig wird, trinken wir noch einen usw. Alkohol ist überall wichtig egal in welcher Gesellschaftsschicht. Gesoffen wird in ganz Österreich überall. Schlimm.

Meine Erfahrung am Ende des Tages steht man doch alleine mit sich und seinem Alkohol-Pegel da und muss alles auf die Reihe bekommen.

ALKOHOL IST DEFINITIV ALSO EBEN KEINE LEBENS-LÖSUNG!

Im Gegenteil es ist eine essentielle Lebenszeit-Verschwendung und in rauen Mengen so wie er in Österreich konsumiert wird kein Genuss-Gegenstand mehr. Es ist eine Selbstgefährdung an seinen eigenen Körper und umso älter man wird desto mehr fällt diese Alkohol-Selbst-Verstümmelung auf. Der Körper kompensiert nämlich das ganze Gift nicht mehr gut und darum sehen manche Menschen dann sehr alt, ungesund aus und sind vor allem dick.

Das Alkohol der Dickmacher schlecht hin ist, über das wird auch meiner Meinung zuwenig in der Ernährungsberatung gesprochen.

Weiters gefährden Menschen die Trinken ihre Familie und Mitmenschen und das schlimme daran die meisten Menschen sind sich ihres Verhältnisses zu Alkohol nicht mal bewusst. 

PERSPEKTIVEN-WECHSEL.

Ich glaube irgendwann im Leben muss man erkennen wann Schluss ist. Mein absoluter Tiefpunkt war vor 4 Jahren, da war ich kurz vor einer Alkohol-Vergiftung. Ich habe mir bei einigen Ausgeh-Abenden zwischen meinem 27 bis 34 Lebensjahr wirklich nichts geschenkt.

Auch habe ich zuhause vorm Fernseher gerne Wein getrunken. Hatte da immer so diese romantische Frauen-Vorstellung ala Bridget Jones. Das schlechte Gefühl danach, war dann weniger romantisch. 

Der, mein, Perspektiven-Wechsel kam schleichend. Nach wie vor liebe ich den Geschmack von Alkohol, mag es gerne mal ab und zu ein Gläschen zu trinken oder die Vorstellung sich einfach mal in Gesellschaft lustig zu besaufen. Sich dann alle lieb zu haben und das Gefühl an Nähe und einer Welt wo alles möglich ist wiedermal zu spüren.

Jedoch wissen wir alle, dass dieses Gefühl eine „Lüge“ ist, für die man seinen Körper und Gesundheit riskiert, wie auch andere Menschen gefährdet.

Irgendwann habe ich für mich erkannt, dass mir meine Gesundheit mein Wohlergehen wichtiger ist, als was die Gesellschaft von mir denkt. Es mögen alle den Konsum von Alkohol in Österreich als normal empfinden. Es mag jeder für sich selber entscheiden was er konsumiert und was nicht. Mir ist es ziemlich egal ob ich uncool wirke oder nicht, wenn ich was trinke oder nicht.  Mir gibt der Alkohol nichts mehr. 

Es gibt seit einiger Zeit daher herrliche Alkohol-Ersatzmittel für mich und das ist der Sport, so richtig an seine Grenzen gehen, seinen Herzschlag hören oder die Natur, oben auf einem Gipfel stehend in die Weite blicken oder jemanden so richtig leidenschaftlich lieben. Meditieren oder Yoga bringt mich auch in meine Mitte und zur Ruhe. Auch höre ich nach wie vor wahnsinnig gerne Musik. Reisen und Entdecken sind generell Beschäftigungen die ich liebe. Ja und das Bloggen, das Schreiben, das sich Gedanken machen sowieso.

Von alldem habe ich danach kein Kopfweh, keinen Brand, keine Sauf-Dreppi oder schade meinen Körper nachhaltig.

Nein ich habe höchstens einen Muskelkater und ganz viel Liebe und Ruhe im Herzen.

Keinen Alkohol oder nur wenig Alkohol trinken macht zwar gesellschaftlich vielleicht mehr alleine, weil viele es nicht verstehen wollen warum man nicht trinkt, aber definitiv nicht einsam.

Und ganz ehrlich mir ist lieber vielleicht manchmal alleine zu sein als auf Dauer mit Alkohol einsam. Weil ganz ehrlich glaubt ihr all diese Menschen sind eure Freunde nur weil sie mit euch saufen? Echte Freunde würden verstehen, wenn ihr eben nicht trinken wollt, weil sie euch so nehmen wie ihr seid.

Der Punkt ist, ich kann auch ohne Alkohol ziemlich viel Spaß haben und Entspannung finden. Warum also trinken und meine viel erarbeiteten Trainings-Stunden ruinieren die dazu führen, dass ich auch hoffentlich im hohen Alter noch in einem fitten, gesunden Körper leben kann.

Tja und das ich mich um meinen Körper und meine Gesundheit kümmere, für das gibt es für mich nichts mehr zum Schämen. Ohne Alkohol geht es meinem Körper einfach um Welten besser, weil am Ende ist nämlich jeder für seinen Körper selber verantwortlich. Ich bin definitiv keine Heilige aber realistisch und erfahren genug, dass ich weiß was mir gut tut, egal was andere mir einreden wollen.

FÜR 2019 STEHT DAHER NOCH MEHR UND NOCH GRÖßER AUF MEINER AGENDA: VERZICHT AUF ALKOHOL

Was denkt ihr über das Thema? Schon mal über einen längeren Zeitraum auf Alkohol verzichtet? Wer ist bei der Sache, Verzicht auf Alkohol 2019, dabei?

7 Antworten auf „ICH STEH DAZU: SAUFEN IST UNCOOL UND DUMM! Hinterlasse einen Kommentar

  1. Sehr genialer & großartiger Text! Ich unterschreibe alles, was Du für Österreich schreibst auch und gerade für Deutschland. Sehr erschreckend, wie sehr hier das „Stösschen“ zum „guten“ Ton gehört und nichts mehr, aber auch gar nichts mehr mit einem Genuss zu tun hat. Auch hier fängt das sehr früh ab: Muss man nur mal in Heidelberg im Hbf stehen, wenn die Feiernden für die Mittlere Reife- und Abitur-Feier Richtung Neckarufer ziehen. Da purzeln 15- bis 16-Jährige, mehr Mädels als Jungs, angesoffen mit der offenen Alkflasche aus den Abteilen … ein Trauerspiel und nur ein Beispiel für viele andere, dass der Spaß nur dann Spaß ist, wenn er ordentliche Umdrehungszahlen hat. Drauf geschissen!
    Alkohol ist eine gesellschaftlich anerkannte und sanktionierte Droge und was in Familien von Alkoholikern abgeht, darüber wird nicht gesprochen, denn das ist ja auch einfach mal nicht lustig genug. Alkoholismus ist eine schlimme Krankheit, das was sie den nicht davon betroffenen Familienangehörigen antut, hat ebenfalls lebenslängliche Folgen.
    Ginge es nur um diesen Verzicht, dann wäre ich alles andere, nur nicht übergewichtig 😉 – aber auch so schmeckt mir alles mit Wasser eh schon immer besser.
    Mein vollster Respekt für Deine Worte & liebe Grüße, Ev

    • Vielen lieben Dank für deinen Kommentar und die Gedanken. Es freut mich, wenn ich mit meinen Text zum Überlegen angeregt habe. Wasser, gutes Wasser, ist ja auch was richtig feines, gerade nach dem Sport. 🙂 Lieben Dank nochmals für deinen Kommentar. LG Doris

  2. Kann ich alles nur unterstreichen, nur das mit in Gesellschaft betrinken habe ich nicht so drauf. Ich mag ebenso den Geschmack des Alkohols und die leicht berauschende Wirkung. Mit zunehmenden Alter, ein paar Jahre mehr als du habe ich, spüre ich aber die Nebenwirkungen mehr und mehr. Kopfweh nach einem Seiterl Bier ist da schon drin.
    Hin und wieder probiere ich es auch 2, 3 oder 4 Wochen ganz ohne Alkohol auszukommen, einfach auch um zu testen, wie sehr hat er sich schon in meinen Alltag reingefressen. Er ist omnipräsent.
    Verzichtet man auf den Alkohol, gehts definitv runter mit den Kilos.

    Mal schauen… vielleicht gelingt es mir heuer mit bissl mehr Abstinenz, dein Beitrag regt zum Nachdenken an.

    • Hallo Andreas,

      es freut mich, wenn mein Beitrag anregt. Alkohol wird halt leider manchmal als „gesund“ angepriesen und ja die berauschende Wirkung und Geschmack ist manchmal wirklich toll. Aber eben Alkohol ist nicht die Lösung und super gesund. Ich denke, dass es für Männer noch schwerer ist als für Frauen, weil so ein Bier usw wird ja doch als etwas „schwer“ männliches gelebt. Ich denke aber es ist wichtig einfach für sich zu entscheiden, was einem auf langfristig gut tut. Der Punkt ist der, dass die Gesundheit einfach eine wichtige Sache ist je älter man wird. Ich drücke uns beiden die Daumen, dass wir dieses Jahr 2019 Alk-Abstinenz durchgängig leben können.

      Danke für deinen Kommentar und Gedanken. Doris

  3. Ich hab vor einigen Jahren schon mal über ein Jahr lang auf Alkohol verzichtet. Leider gesundheitsbedingt. Ich bin aber dennoch weiter am Wochenende ausgegangen und hab dann meistens den Autofahrer gemacht. Es ist unwahr, dass man sich ohne Alkohol nicht amüsieren kann. Man muss sich nur darauf einlassen. Und zu Musik nüchtern richtig auszurasten – das macht wirklich Spaß. Betrunken kann das jeder kommt mir vor. Aber nüchtern es ist es am ehrlichsten. Dazwischen gab es wieder Zeiten wo der Alkohol sehr präsent in meinem Leben war. Im Nachhinein gesehen ist mir ganz klar warum ich nicht darauf verzichten konnte – Einsamkeit, Schüchternheit, Vergessen wollen usw. Mittlerweile kann ich sagen, dass ich keinen Alkohol mehr brauche um Ich zu sein. Das war aber ein steiniger und mühsamer Weg, der nicht immer leicht war. Aber es hat sich ausgezahlt. Sicher trink ich hin und wieder noch einen Spritzer oder ein Bier – aber immer öfter trink viel lieber einen coole alkoholfreien Cocktail oder eine selbstgemachte Limonade. Weil es einfach besser schmeckt und es mir damit besser geht. Schade, find ich nach wie vor, dass man sich immer wieder dafür rechtfertigen muss warum man keinen Alkohol trinken mag. Wobei es eigentlich umgekehrt sein sollte und jeder der zur Flasche Bier am Feierabend greift gefragt werden müsste „Warum trinkst du?“ Wenn man sich erstmal mit dem Thema beschäftigt, fällt einem auf wie versoffen Österreich ist – leider.
    Danke für deinen Beitrag. Ich habe oft das Gefühl, dass ich mit meine Meinung zum Nicht-Trinken alleine dasteh und mich verteidigen muss. Schade, dass es so ist wie es ist. Aber jeder ist für sich selbst verantwortlich und somit werd ich das auch weiterhin so für mich handhaben. Schön, dass es auch andere gibt, die so denken wie ich 🙂

    • Hallo liebe Cornelia, vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar und deine Gedanken. Ich bin so froh, dass es Menschen gibt die das ähnlich wie ich sehen.
      Tausend Dank nochmals für dein Kommentar 🙂 Sei umarmt!

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