Wellnessen mal anders: Therme Bük in Ungarn, es war 80er/90er legendär!

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Als ich die Einladung zur Pressereise in die Therme Bük über blogheim.at bekam, wusste ich ehrlich gesagt nicht was auf mich zukommen wird. Ja, klar auf Wellness-Urlaub war ich schon öfter, aber da waren ein paar Aspekte die ich im Vorfeld über die Therme Bük wusste, die mich ehrlich gesagt aber ein bisschen verunsicherten.

  • Aspekt 1: Wenn der Großteil deines Umfeldes im gesetzten Alter und mit mehr Kilos am Bauch (als gesund ist) schwärmt wie gesund man in Bük doch wird, aber deine Generation mit ähnlichen Stil (gerade der Westen von Österreich) keinen Plan hat was Bük ist.
  • Aspekt 2: Gerade in ländlicheren österreichischen Regionen gehören die Pensionisten Busreisen in die Therme Bük scheinbar zum Standardprogramm.
  • Aspekt 3: Übernachtet wird auf einem Camping-Platz mit Zutritt zur Therme.

Ja, aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht neugierig genug wäre mich in ein neues Abenteuer zu stürzen. Ich war gespannt wie es in Bük wirklich ist. Somit habe ich meinen Papa eingepackt und wir sind nach Bük nach Ungarn gefahren.

Die Anreise:

Knacke 3 Stunden und ein paar Minuten fährt man mit dem Auto von Oberösterreich nach Bük. Wir haben ein bisschen länger gebraucht, aber das ist eine andere Geschichte. Ich habe auch gesehen, dass die ÖBB tolle Zug-Reise-Angebote für eine Fahrt nach Bük hat. Ca 50 EUR eine Fahrt und nur 2 mal umsteigen. Vom Bahnhof in Bük fahren dann kleine Shuttle-Buse zur Therme.

Also Bük ist ein Ort ein paar (10) Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Der Ort selbst hat ca 3.000 Einwohner und eben die Therme, mit Heilwasser. Das Heilwasser wurde 1965 entdeckt. Das Areal der Therme ist wirklich groß. Auf 14 Hektar Parkanlage liegen die verschiedenen Badkomplexe mit 34 Becken, mit einer Wasseroberfläche von mehr als 5000 Quadratmeter. Die Einteilung dieser großen Fläche in „Zonen“ (Heil-, Strand- und Erlebnisbad), die mit Chip und Drehkreuzen getrennt sind, weisen meiner Meinung nach auf den kommunistischen Charme hin – der mich die 2 Tage die ich dort bin permanent auch mit anderen Dingen begleitet – und lassen auf einen Blick erkennen, ich bin in Ungarn und nicht in Österreich.

Der Empfangsbereich der Therme wurde komplett neu gebaut und ist erst seit ein paar Monaten eröffnet. Ich und mein Papa werden freundlich empfangen und eine Mitarbeiterin der Therme führt uns durch die Zonen und erklärt uns die Therme. Mein Papa und ich werden uns bewusst, dass wir mit der Erkundigung der Therme Bük vieles vorhaben, da das Areal wirklich groß ist. Von 08:30 bis 19:00 Uhr können wir die Zone I und Zone II erkunden und bis 21:00 Uhr hat die Zone III (also die neu errichtete Saunawelt) offen.

Camping-Platz, Mobil-Home:

Für die Übernachtung fahren wir mit dem Auto zum Campingplatz rüber, wo mir am Camping-Platz-Eingang ein Papier-Sackerl übergeben wird mit dem Schlüssel für unser „Mobil-Home“ Nummer 10. Unser Mobil-Home-Nummer 10 ist sehr praktisch eingerichtet. Stil-Richtung – nunja – praktisch. Die Vorhänge wollen nicht zum Kopfteil vom Bett passen, der Küchenbank-Sitzbezug folgt auch seinen eigenen Regeln. 3 Handtücher (2 große – ein kleines) für 2 Personen, für 2 Tage inklusive Wellness, folgt ebenso keiner Logik. Hier fange ich mich schon an zu wundern, ob dieser Campingplatz wirklich zur Therme gehört. Im Klo sieht man noch die Spuren unten im Kanal vom Vorgänger und der Putz-Eimer mit Besen steht demonstrativ im schmalen Bad. Hauptsache das Bett ist sauber, dass ist das wichtigste denke ich mir und die meisten Zeit werden wir ja eh in der Therme verbringen. Irgendwie will das Bild über-praktisches Camping und Wellnessen nicht so wirklich in meinen Kopf rein. Für umgerechnet 70 EUR pro Nacht kann man das Mobil-Home mieten, ich denke für eine Familie die günstig urlaub machen möchte sicherlich nicht schlecht, da unser Mobil-Home über 1 Schlafzimmer, 1 Kinderzimmer (mit 3 Betten), 1 Aufenthaltsraum, 1 Badezimmer mit Klo und eine Terrasse verfügt. Weiters über eine komplett ausgestattete Küche mit Geschirr, die uns wirklich noch hilfreich wird, da Frühstück oder ein Frühstücks-Buffet in der Therme nirgends angeboten wird. Heimat-/Geborgenheits-Gefühle habe ich beim besten Willen in unserem Mobil-Home nicht. Es ist eine Übernachtungs-Stätte, ein Dach über dem Kopf, nicht mehr und nicht weniger.

Essen und Pool-Landschaft:

Es ist bereits früher Nachmittag und mein Papa stirbt schon vor Hunger, darum entscheiden wir uns mit den Gutscheinen, die ich fürs Essen erhalten habe, in der Therme Mittag essen zu gehen und danach ausführlich die Becken/Pools zu testen. Ich freue mich schon auf gesunde Gemüse-, Obst-Protein-Kost appetitlich hergerichtet, weil ich das so von anderen Wellness-Einrichtungen, die sich auf Gesundheit und Heilwasser spezialisiert haben, kenne.

Über den Campingplatz gehen wir über einen speziellen Weg in die Parkanlage der Therme. Auf der linken Seite kommen bereits die ersten Becken. Ich freue mich schon auf das ausführliche planschen und bin schon super gespannt wie sich das Heilwasser auf mich auswirken wird. Papa wird schon grummelig – er hat Hunger – wir gehen schneller. Auf der rechten Seite neben den Pools ist eine Zeile mit Restaurants. „Das sieht ja nett aus, da können wir am Abend vielleicht was essen gehen,“ hör ich mich sagen.

Wir gehen weiter raus aus der Zone II in die Zone III in das Thermen-Restaurant wofür ich die Gutscheine habe. Das Thermen-Restaurant gleicht einer Kantine in einem Freibad. Gesunde Kost wird schwierig. Aufgewärmte Palatschinken, billige Weizen-Teigwaren, viel fettiges Fleisch und Würste mit Soßen. Ich entscheide mich für die kräftige klare Gemüse-/Fleischsuppe. Dazu einen Burger mit Pommes und einer Schüssel Salat, alles andere scheint mir für meinen Magen zu „gefährlich“ zu sein.

Die klare Gemüse/Fleischsuppe schmeckt sehr gut, aber frisches Gemüse wurde dafür leider nicht verwendet. Der Burger ist ein aufgewärmtes Brötchen allerdings mit Käse im Steinofen überbacken mit aufgewärmten Fleischlaberl, die Pommes frisch vom Tiefkühlpackerl in die Fritteuse. Anständiges Kantinen-Essen halt, über die Menge wird das Essen bestimmt und nicht über Qualität.

Ich fühle mich zurückversetzt in die 80er und 90er Jahre als man noch glaubte, dass diese Art von Essen etwas Gesundes ist. Die Zeit scheint hier still gestanden zu haben, was mir das Publikum rund um mich bestätigt. Der Vokuhila, Bierbauch-Träger mit der Beachbox um den Hals am Tisch hinter uns findet das Essen vorzüglich, was er auch seiner Begleiterin lautstark bestätigt, während ich gedanklich überlege wie ich den #tag gesundheit (der mir aufgetragen wurde zu verwenden) in meinen Instastorys bzw bei meinen Bük-Bildern ernsthaft gegenüber meinen LeserInnen rechtfertigen kann. Aber der Tag ist noch jung und ich freue mich schon auf die vielen Pools mit Heilwasser die ich gleich testen darf und Essen ist halt das eine aber nicht alles oder doch?

Vierjahreszeiten, Herzbecken und Acapulco:

Papa und ich starten nach dem Mittagessen mit einem Pool im Vierjahreszeiten-Becken. Das Wasser ist heiß, nicht zum Schwimmen gedacht und gerade nach einem deftigen Mittagessen perfekt, untergehen definitiv nicht möglich. Wir sprinten weiter durch den Park ins Herzbecken, ebenso mit Heilwasser gefüllt und bleiben dort eine Weile bis wir beschließen einen kälteren Pool anzupeilen. Ich wünsche mich ins Acapulco Becken, da ich dort bereits gesehen habe, dass der Pool mit Blumen total schön angelegt ist und dort auch Hängematten sind. Ein Bademantel wäre jetzt schön denke ich mir, habe ich allerdings nicht daran gedacht einen mitzunehmen. Ich habe erwartet, dass es in einem Wellnessurlaub Standard ist, mit oder ohne Zusatzkosten, einen Bademantel zur Verfügung gestellt zu bekommen bzw wenigstens ein saugfähiges Handtuch. Auch wurde ich nicht darauf von irgendeinen Service-Mitarbeiter hingewiesen, dass es irgendwo Handtuch- oder Bademantel-Service gibt. Nunja Ungarn, ehm Bük ist anders. Ich wickle mein mittlerweile sehr nasses 1 EUR-Ikea Bade-Handtuch Typus nicht saugfähig, welches im Mobil-Home war, enger um meinen Körper, besser als nichts, und wir gehen Acapulco.

Acapulco gefällt mir sehr gut. Der Pool ist richtig schön angelegt, so wie ein kleiner Strand und in der Mitte kann man wunderbar unter den Stroh-Sonnenschirmen liegen. Beim Pool sitzt auch ein Mitarbeiter der Therme der für die Spielplätze hinter dem Pool das Zubehör zum Mieten verkauft. Papa hat Stress zum nächsten Becken zu gelangen und darum gehen wir im Park weiter zum Lehrschimmbecken bzw zum großen Schwimmbecken. Ich passe bei den beiden Becken, da ich mir vornehme am nächsten Tag morgens im kühlen Nass dieser Becken ein paar Längen zu Schwimmen.

Außen-Heilbecken, ein Gedicht:

Weiter gehts ins Außen-Heilbecken, welches ich total gemütlich empfinde. Heißes Heilwasser halb-überdacht. Auch alle anderen Menschen in der Therme finden das Außen-Heilbecken gemütlich. So stehen bzw sitzen alle irgendwie drinnen wie in einer Badewanne. Ich tue gleiches, ja so lässt es sich aushalten. Während ich so vor mich her-sitze beobachte ich die Menschen um mich. Mit meinen über Mitte 30 scheint es, dass ich den Alters-Schnitt dezent um ein vielfaches senke, auch fühle ich mich im Vergleich sehr schlank und athletisch. Hat auch was. 😀

Das Heilwasser zeigt bereits erste Auswirkungen. Mein Vater schwört darauf, dass es seinen Gelenken bereits gut tut. Ich spüre wie sich im Rücken meine Muskeln entspannen, kann aber auch an der Wasser-Wärme liegen. Nicht wundern, mein Chip-Band habe ich am oberen Ende meines Unterarms getragen, hatte ich auch noch nie, dass so ein Chipband so gar nicht passen will. Bei den meisten Thermen-Gästen passt es scheinbar. Hm.

St. Clemens Becken und Aqua-Fitness Becken:

Es ist bereits später Nachmittag. Wir wechseln einmal noch den Pool zum St. Clemens Becken und zum Aqua-Fitness-Becken, bis wir die Frühstücks-Thematik besprechen. Vor der Therme haben wir einen Supermarkt gesehen, den wir auch anschließend besuchen um uns in unserem Mobil-Home mit Frühstücks-Essen auszustatten. Vom Supermarkt bis zum Mobil-Home ist es ein kleiner „Hatscher“ – sind doch 14 Hektar Parkfläche zu überwinden – aber durch den Sommer-Eingang der Therme wird der „Hatscher“ kürzer. Grundsätzlich finde ich Spazieren gehen super, allerdings wenn man was im Sackerl zum Tragen hat, nicht so super. Es erschließt sich daher für mich warum viele mit dem Auto vom Camping-Platz zum Thermen-Eingang fahren und wieder zurück, was ich aber ökologisch gesehen – als Gesundheits-Therme – Wahnsinn finde, dass man da nichts für die Thermen-Gäste anbietet. Nunja, nachdem wir unser Mobil-Home wieder erreicht haben und uns fürs Frühstück versorgt haben, einigen wir uns die Restaurants neben den Pools zu besuchen, die wir bereits gesehen haben und ich danach weiter in die Zone III (Saunalandschaft bis 21 Uhr offen) schaue während Papa schlafen geht.

In den Restaurants neben dem Außenheilbecken gibt es anständiges Bier um 2 EUR und Langos – große fettige, salzige –  Langos. Ich trinke ein wirklich köstliches alkoholfreies Bier und Papa lässt sich Bier mit Langos schmecken. Wirklich gesundes Essen und trinken finde ich auch hier nicht. Naja was solls. Ich ziehe weiter in die Zone III, in die Saunalandschaft. Die Saunalandschaft ist total neu und wirklich schön. Leider gemischt, was ich nicht so gerne mag, aber um die Uhrzeit – 19 Uhr – sind wenige Leute dort. Es gibt Saunen jeglicher Art. Einen warmen Außenpool, viel Liegefläche. Kurzum ich finde es toll. So viel Entspannung macht mich müde und so beschließe ich um rund 20 Uhr den Weg Richtung Mobil-Home anzutreten.

Gigantische Parkanlage:

Ich gehe wie gewohnt den Weg durch die Parkanlage und stelle am Ende der Parkanlage beim Durchgang Camping-Platz fest der Eingang wurde geschlossen wie in einen Hochsicherheitstrackt.

Hilfe! Warum ist der Eingang zum Camping-Platz zu? Wie komme ich da jetzt rüber? Ich laufe den kompletten Zaun ab, der sogar nach oben hin geschlossen ist. Ich werde nervös, es ist dunkel und unheimlich. Ich drücke den Knopf neben dem Drehkreuz in der Hoffnung, dass jemand den Eingang aufmacht. Mehrmaliges Drücken und kein Mensch meldet sich.

Ich bin sauer und gehe den Hatscher zum Hauptgebäude wieder zurück. Ich treffe auf eine Thermen-Angestellte im Park und frage sie warum der Camping-Eingang zu meinem Mobil-Home gesperrt ist. Sie zuckt mit den Achseln und holt einen Mann und der Mann sagt zu mir: „Weil zu ist“. Aha, denk ich mir, spannende neue Erkenntnis und warum ist der Camping-Eingang zu, obwohl die Therme doch bis 21 Uhr, also Zone III, offen hat. Konnte mir keiner beantworten und ich wurde zum Haupteingang begleitet. Ja, der Camping-Platz-Eingang wird mit Zone II und I die nur bis 19 Uhr offen haben gesperrt. Aber Zone III ist doch bis 21 Uhr offen? Ja das ist was anderes? Aha, und ich soll jetzt mit meinen Flip-Flops neben der Hauptverkehrsstraße in der dunklen Nacht als Frau außen zum Camping-Platz zum Mobil-Home zurück kehren?

Ja, war die nüchterne Antwort. Wären sie doch einfach mit dem Auto gefahren…

Ihr könnt euch vorstellen ich war nicht so amüsiert nach so etwas. Warum gleicht man nicht die Öffnungszeiten mit den Camping-Durchgang-Öffnungszeiten an. Warum nimmt man an, dass alle Leute vom Campingplatz mit dem Auto zum Haupteingang fahren. Meine Erkenntnis: Bük scheint kein kunden-orientiertes Gesamtkonzept zu sein. Hm. Nun ja.

Nach meinem längeren nächtlichen Flip-Flop-Walk bin ich dann endlich im Mobil-Home angekommen. Mein Vater lag bereits, schlief aber nicht. Meinte da ist so ein komisches Geräusch, was ich auch hörte. „Das geht sicherlich weg,“ meinte ich optimistisch. Nein, ging es nicht. Weil genau hinter dem Camping-Platz eine größere Pumpanlage ist, die ein undefinierbar un-rhythmisches Geräusch von sich lässt. Ich habe 2 h lang versucht einzuschlafen, es war unmöglich. Ich habe mir dann Ohrstöpsel reingetan. Erholung schaut für mich definitiv anders aus.

Am nächsten Morgen haben wir uns ein schönes Frühstück gemacht und danach ging es für mich gleich zur Therme. Diesmal war der Thermen-Camping-Eingang wieder offen. Ein paar Längen im Aktiv-Pool und meine Stimmung war wieder gut. Papa hat sich währenddessen in das St. Clemens Becken ver-tschüßt wo auch dann Aqua-Gymnastik gemacht wurde.

Das Planschen ging dann weiter und während mehrere Gewitter auf uns runter-donnerten haben mir uns ins überdachte große Heilbecken verzogen. Der Schwefelgeruch vom Wasser ist gewöhnungsbedürftig, gerade in der überdachten Halle stinkt der Schwefel extrem intensiv.

Während einer Gewitterpause sind wir zum Rasten durch den Park in unser Mobil-Home geflüchtet, in der Hoffnung, dass die Gewitter nun vorbei sind, da viele der Außenpools dadurch gesperrt wurden. Für ca 14:40 Uhr war eine Massage im Hauptgebäude für mich reserviert. Dadurch, dass das nächste Gewitter genau um diese Uhrzeit wieder über uns runter-prasselte, konnte ich nicht durch den Park mit den vielen Bäumen zum Hauptgebäude zurück gehen. Meiner Meinung nach, wäre das lebensgefährlich gewesen, darum habe ich vom Mobil-Home beim Hauptgebäude angerufen mit der Bitte den Termin zu verschieben oder abzusagen, da es mir nicht möglich ist, wegen dem Gewitter durch den Park zu gehen.

Auch hier wurde mir wieder geraten, ich möge doch mit dem Auto vom Camping-Platz zum Thermen-Eingang vorfahren. Ich muss ehrlich gestehen, mich hat die Annahme total gestört, dass alle grundsätzlich erwarten man ist mit dem eigenen Auto permanent mobil. Was ist dann mit all den Leuten die mit der ÖBB Anreisen?

Es werden auch keine kleinen Shuttle-Bus oder so vom Camping-Platz zum Haupteingang angeboten. Gerade als Gesundheits-Therme sollte man doch bedacht sein den CO2 Ausstoß zu minimieren, als die Leute noch mehr zum Autofahren für sinnlose Kurz-Strecken zu ermutigen.

Mein Fazit:

Zusammengefasst Bük ist für einen Tagesausflug von Wien aus bzw einen sehr günstigen Thermenaufenthalt mit Familie nicht schlecht. Es gibt sehr viel Fläche für Kinder zum Spielen wie auch zum Planschen. Aber auch für Junggesellenabschied kann ich mir das gut vorstellen. Neben den Außen-Pools lässt es sich sehr günstig Alkohol trinken und danach im Steh-Wasser planschen ohne Ertrinkungs-Gefahr.

Bük, als „Gesundheitszentrum“ oder als Möglichkeit für einen schönen gepflegten Verwöhn-Damen- oder Pärchen-Thermen-Aufenthalt zu sehen, habe ich mir echt schwer getan. Mit Sicherheit für Menschen die absolut keinen Wert auf gesundes Essen legen, Fitness (gibt nämlich am gesamten Gelände auch keinen Fitnessraum) egal ist, gerne Alkohol trinken und ein bisschen günstig Planschen mögen, ist Bük sicherlich ganz gut. Das Heilwasser ist auch super, aber das rundherum ist halt – Freibad-Hallenbad im 80er/90er Stil. Man muss das schon mögen.

Was ich mir aus Bük mitnehme? Ganz viel 80er/90er Erinnerungen, dabei ist mir die Beachbox wieder besonders aufgefallen. Wer kennt die Beach-Box noch aus damaligen Zeiten die man sich um den Hals hängt, wenn man ins Wasser geht? Es haben genau immer ein paar Schilinge bzw ein Schlüssel reingepasst.

Preise | Kosten für einen Auftenhalt in Bük:

Ungarn ist halt noch eine Spur günstiger als Östereich, obwohl ich bezweifle das sich so eine Fahrt nach Bük als Single oder Paar auszahlt. In Ungar wird mit Forint bezahlt und ich dachte mir ich rechne mal so eine Wellness-Wochenende in Bük für euch mal durch. Ein Forint ist momentan 0,0031 EUR wert.

Die Preise für Bük lassen sich auch auf der Bük Homepage nachlesen. Ich persönlich finde die Preis-Angebote/Preisliste aus Kundensicht sehr komplex. Da aus meiner Sicht zu stark zwischen den Zonen unterschieden wird. Wie auch viele extra Sachen die in Österreich wie auch international, wenn man Wellnessen geht (und dabei rede ich vom niedrigsten Standard) einfach selbstverständlich sind bzw einfach im Übernachtungs- bzw Eintrittspreis inbegriffen.

Ich rechne euch mal so ein Wochenende (dh 2 Übernachtungen) wie wir es gemacht haben, aber mit ÖBB Zugticket von Linz weg, für eine Person vor. Ok?

  • An- und Abreise: ÖBB von Linz nach Bük ca 50 EUR pro Strecke. Dh ca 100 EUR Hin- und Retour
  • Wellness: Tageskarte für einen Erwachsenen Zone I + II + III: 6000 HUF. Das sind ca 18 EUR. Zur Info man kann wie gesagt die Zonen auch einzeln nehmen.
  • Übernachten: Das Mobil-Home kostet in der Hauptsaison: 23.350 HUF. Das sind ca 71 EUR (Platz haben in so einem Mobil-Home mindestens 5 Personen auf engsten Raum). Wobei für das Mobil Home noch zusätzlich Kurtaxe (500 HUF pro Person und Nacht = 1,5 EUR) und Kaution (18.600 HUF = 57,13) zu zahlen ist. Weiters eine End-Reinigung von (18.600 HUF = 57,13) und weiters Bettwäsche und Handtücher (1 Set = 5,70 EUR) bezahlt werden müssen.

Das heißt umgerechnet ein Wochenende in Bük mit An- und Abreise kostet für eine Erwachsene Person ohne Verpflegung folgendes in EUR:

  • Zugfahrt ca 100 EUR
  • 2 Tageseintritt (18*2) = 36 EUR
  • 2 Nächte Mobilhome (wenn die zweite Person die Hälfte übernimmt) = 71 EUR + 3 EUR (Kurtaxe) + 28 EUR (Endreinigung) + 11,42 EUR (2 Sets Handtücher/Bettwäsche, da 2 Tage) = 113,42 EUR

Das heißt somit 249 EUR pro Person ohne Verpflegung und mit Übernachtung im Mobil-Home in einem niedrigen Standard. Wobei die Anreise mit dem Zug würde ich nicht empfehlen, da wie oben beschrieben es einige Hindernisse gibt, da die Therme für mobile Autofahrer bzw Camper ausgelegt ist.


Zusammengefasst würde ich sagen, die Therme ist mit Sicherheit nicht schlecht für einen günstigen Tagesausflug von zB Wien, Burgenland, Steiermark aus oder wenn die Leute als Familie oder als große Gruppe von weiter herkommen und gemeinsam übernachten, campen.

Als Single oder Pärchen-Wochenendurlaub die mit der ÖBB oder auch Auto Anreisen, würde ich es allerdings nicht empfehlen. Das gibt es anderswo schönere, gehobenere Wellness-Tempel um den selben Preis. Aber wie gesagt, alles eine Frage des Stiles. Wer wieder zurück in die 80er/90er will, ist hier sicherlich richtig.

Mein Stil ist Bük, so wie es ist, für ein Wellness-Wochenende eher halt nicht. Es gleicht eher für mich einem gigantischen Frei- bzw Hallenbad als einem ausgereiften Gesundheits-Wellness-Tempel zum Wohlfühlen. Aber wie gesagt, jeder Stil ist anders und wie oben beschrieben denke ich, ist Bük ein guter günstiger Bade-Tagesausflug bzw für eine größere Gruppe/Familie um günstig Urlaub zu machen, sicherlich ganz Ok. Wie auch für Menschen die Campen und Wellnessen verbinden wollen.

Ich möchte hier noch anmerken: Danke für die Einladung von Bük und Danke an Blogheim für die Organisation. Mein Erfahrungsberichte in diesem Blog sind ehrliche, selbsterlebte Berichte, die meine Sichtweise, meine Erlebnisse darstellen. Als Bloggerin, digital Journalistin, sehe ich es als meine Pflicht meinen LeserInnen ehrlich, reflektierte Blog-Berichte aus meiner Sicht zu liefern, die unterhalten, Mehrwert liefern und auch etwas empfehlen hinter dem ich total stehe. Auch mit oder ohne Einladung ändert sich an diesem Grundsatz nichts. 

9 Gedanken zu “Wellnessen mal anders: Therme Bük in Ungarn, es war 80er/90er legendär!

  1. Ich war auch in Bük eingeladen, und ja, mein Bericht ist weit positiver ausgefallen. Nicht, weil ich mich die “Wahrheit“ nicht sagen trau oder Anfang 20 bin (haha, schön wärs 😉 ), sondern weil ich Bük von früher kannte und es im Vergleich zu damals echt aufgeholt hat. Ich bin an der Grenze zu Ungarn aufgewachsen und wusste, was ungarischer Standard ist. Meine Erwartungen waren also durchaus niedrig, und wurden ins positive verkehrt 😉 . Ich weiß aus früheren Kroatienurlauben auch, wie Mobilehomes aussehen. Auf die Idee, keine eigenen Handtücher mitzunehmen, wäre ich also nie gekommen 😀

    Wo ich dir zustimme, ist das Essen: Kantinenessen – für mich voll ok, ich ess in einer Wellnesstherme auch nie einen Fitnesssalat (Schande über mich). Aber die Qualität könnten sie ruhig noch ein wenig nach oben schrauben. Und die Sache mit dem Durchgang hat uns auch genervt – wir waren allerdings zu zweit beim rüber spazieren. Zwecks Frühstück: vor der Rezeption am Campingplatz gabs einen kleinen Bäckerwagen 🙂 Aber dass die Therme um 8:30 aufsperrt, das Cafe aber erst um 10, ist nicht wirklich durchdacht.

    Trotz einiger Uneinigkeiten mit dir finde ich deinen Bericht aber sehr amüsant zu lesen!
    Lg Barbara

    1. Hallo Barbara, danke für deinen Kommentar. Habe mir eben gerade deinen Bericht durchgelesen. Danke, dafür, der ist wirklich ausführlich! Ich hatte keine Vorerfahrungen mit Bük. War mein erstes Mal.
      Bin sozusagen unbedarft dorthin gekommen, naja nicht ganz, ich habe viele Jahre Reise- wie auch Tourismuserfahrung im Luxus wie auch normal Bereich am Buckel. Wobei wie ich eh schon geschrieben habe … Luxus finde ich so einen abgedroschenen Begriff. Luxus sind für mich Orte, Plätze die für mich eine durchdachte Herzlichkeit ausströmen, dabei ist es mir ziemlich egal ob das eine einfache Berghütte ist ohne Wasser oder ein 5 Sterne Hotel. Natürlich findet man an jedem Ort etwas Schönes und alles hat etwas Positives, aber hier am Blog empfehle ich meinen Leserinnen nur etwas wo ich wirklich dahinter stehen kann. Wo Preis/Leistung passt und das kann ich bei Bük „als Wellness“ für ein Wochenende zu Zweit nur so wie beschreiben. Pro Person (siehe meiner Kalkulation im Blogbeitrag) würde es über 200 EUR mit niedrigsten Standard ohne irgendwas kosten. Also das Argument billig zieht hier auch irgendwie nicht mehr, da muss man echt schon eine emotionale Bindung dorthin haben. Und wie gesagt diese Selbstverständlichkeit des Co2 Auststosses für Kurz-Strecken lässt mein grünes Wellness-Herz echt fast kaputt gehen, aber wie gesagt ist meine Sicht der Dinge.
      Wellnessen ist für mich Entspannung, Service, gesundes Essen, ein durchdachtes Konzept und das war es eben leider dort nicht, sondern eher Hallen-/Freibad-Feeling, auch wenn es vielleicht in Vergangenheit noch schlimmer war, was für mich (keine) Rechtfertigung ist. Bük ist mit Sicherheit wie ich eh beschrieben habe toll für einen Tagesausflug von Wien, Burgenland, Steiermark weg, weil die vielen Becken sind richtig viel Abwechslung. Auch die neue Saunlandschaft ist toll. Wie auch wenn man eine große Familie ist – günstig, campen und planschen verbinden möchte – aber auch für einen Junggesellen-Abschied – zum Trinken, Essen und Planschen – sicherlich nicht schlecht, aber zum Wellnessen für die anderen Bundesländer zu weit zum Fahren und eben zu unspektakulär (keine Fitness, kein Essen, Service usw).
      Aber wer weiß schon was die Zukunft bringt, vielleicht wird Bük durch meinen Bericht zwar nicht wegen dem Wellnessen legendär sonder wegen dem 90er/80er Hallen-/Freibad-Stil und somit fahren die anderen Bundesländer dann auch hin.
      LG Doris
      PS: Freut mich, wenn es amüsiert hat 🌞😊😊

  2. Danke für den ehrlichen Neitrag. Hatte mich erst vor kurzem über Wellness in Ungarn informiert und ich muss sagen das schreckt mich jetzt ab. Ich hab nix gegen camping und mache das auch gern aber bei Wellness möchte ich schon ein bisschen Komfort. Lange Wege sind leider auch nichts für mich.

    1. Hallo Nicole, abschrecken soll es niemanden. Das ist nicht meine Absicht. Ich habe unbedarft über meine Erfahrungen die erlebt habe über Bük geschrieben und habe auch die Kosten angeführt, da so oft das Argument gekommen ist billig und gut. Ich war noch nie vorher dort. Ich habe Reise- wie auch Arbeitserfahrung im einfachen wie auch Luxus-Tourismus-Segment. Wobei Luxus finde ich so einen abgedroschenen Begriff. Luxus sind für mich Orte, Plätze die für mich eine durchdachte Herzlichkeit ausströmen, dabei ist es mir ziemlich egal ob das eine einfache Berghütte ist ohne Wasser oder ein 5 Sterne Hotel. Natürlich findet man an jedem Ort etwas Schönes und alles hat etwas Positives, aber außer acht dürfen wir den monetären Aspekt auch nicht lassen. Wie von mir geschrieben kostet, wenn man als Pärchen anreist Bük über 2xx EUR für ein Wochenende ohne Verpflegung in einem niedrigen Standard. Als große Familie die Campen und Planschen geht macht das wieder mehr Sinn. Wie auch wenn man von Wien oder Burgenland aus für einen Tag dorthin fährt. Für von weiter Weg ist mir der Ort zu wenig was Besonderes, aber wie gesagt das ist mein Blick, meine Erfahrung mit den Dingen.

      Danke für deinen Kommentar. LG Doris

  3. Hui na das klingt ja wirklich mal… ganz anders…!
    Danke für den Tipp, da bleib ich dann doch lieber bei Wellnesshotels in Österreich… wenn so viele Kleinigkeiten nicht passen, ist das alles andere als entspannend :/

    Alles Liebe, Katii – Süchtig nach…

    1. Hallo Katii, danke für deinen Kommentar.

      Es ist und war mit Sicherheit nicht meine Absicht, dass ich jemanden etwas nicht schmackhaft machen möchte, gerade wenn ich eingeladen wurde. Im Gegenteil mir ist es wichtig, meine Blogbeiträge aus meiner ehrlichen Perspektive zu berichten. Ich weiß ehrlich gesagt nicht woran es liegt, dass 5 Blogbeiträge die ich von Bloggern nun gelesen habe, von meiner Wahrnehmung mehr als abweichen. Es gleicht alles eher einer Marketing-Werbe-Aufführung als einer Berichterstattung.

      Vielleicht mag es daran liegen, dass wir von einer anderen Ausgangsbasis ausgegangen sind, keine Ahnung. Ich muss ehrlich gestehen mit Anfang 20 habe ich vielleicht auch noch alles supertoll gefunden, da hatte ich ja auch keinen großartigen Vergleich wie es anders sein kann. Aber ich denke, wenn man arbeitet und sich dann auch was gönnen will bzw auch sehr reflektiert mit sich und seiner Gesundheit umgeht, dann ist der Anspruch halt ein bisschen ein anderer. Oder auch hat sich das Blogger-Dasein nach dem Motto gewandelt: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul bzw macht man sich nicht mehr die Arbeit tatsächlich durchdachten Content zu produzieren, Hauptsache Werbung. Was auch immer es ist. Mein Anspruch scheint da scheinbar ein anderer zu sein.

      Mir ist und bleibt es auch weiterhin wichtig, auch bei Kooperationen, meinen LeserInnen ehrliche Berichte und Stories zu verfassen. Ich denke von ehrlichen Berichte haben wir alle mehr davon, als eine dicke Enttäuschung und meinen Reputations-Verlust hinterher.

      LG Doris

  4. Danke für deinen ehrlichen Beitrag. Ich hab Bük auch so im Kopf obwohl ich selbst noch nie dort war. Meine Schwiegereltern schwärmen aber davon (trifft somit genau deine Einschätzung). Ich ziehe dann doch eher einen Wellnessurlaub in Österreich in einem schönen 4 Sterne Hotel vor (mit Fitnessraum und Veggie-Menü).

    1. Hallo Silvia, wie gesagt ich habe aus meiner Sicht, ausgehend von meinen Erfahrungswerten berichtet nicht mehr oder nicht weniger. Danke für deinen Kommentar. ❤

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