Anti-Zeitmanagement: Planst du noch oder lebst du schon? | 5 Tipps für ein erfolgreiches Anti-Zeitmanagement

Stress ist für mich ein No-Go. Komplett verplante Menschen, übergenaue Todo-, Kontroll-Listen und Kalender, die bis zur letzten Minute gefüllt sind machen mich nervös. Ich gehe noch weiter, ich behaupte, das ist die Garantie für ein Burn-Out bzw verbergen sich dahinter ängstliche Menschen mit wenig Selbstvertrauen.

Wie aber soll man ohne Planung alle Aufgaben, die man sich vorgenommen hat bzw das Umfeld von einem erwartet, umsetzen? Ich behaupte ohne Planung geht es nicht, allerdings ist der Unterschied zwischen Planung und Überplanung genau das, was euch langfristig zu erfolgreichen gesunden Menschen mit einem soliden sozialen Umfeld macht.

Ich werde immer wieder von meinem näheren Umfeld gefragt wie ich all meine Rollen und Aufgaben unter einen Hut bekomme, wie ich all meine Ausbildungen ohne finanziellen Backup berufsbegleitend ohne Schulden geschafft habe und wie ich dabei noch entspannt und flexibel sein kann. Ich möchte mit diesem Blogartikel niemanden belehren, auch ich bin nicht perfekt, von entspannt war ich oft entfernt bzw habe ich selbst meine Lehre gezogen, als mein Körper vor einigen Jahren erschöpft psychosomatisch zusammengebrochen ist. Allerdings kann ich stolz behaupten, ich habe soweit alles geschafft was ich mir vorgenommen hatte. Was ich über Zeitmanagement über die Jahre in meiner Laufbahn als Assistentin im österreichischen Top-Management, in der Unternehmensberatung, als Projektmanagerin | Consultant im online Bereich, in meiner berufsbegleitenden Ausbildung, nationalen wie auch internationalen Studien, Reisen gelernt habe, möchte ich hier für euch überblicksmäßig zusammenfassen. Ich denke genau diese Punkte sind es, die ein effizientes, erfolgreiches, nachhaltiges Anti-Zeitmanagement für euch und euer Umfeld ausmachen.

Bildcredits: Dorisworld.at | Herbst ist da! Herbst 2017.

#1: Respekt: Respektiert eure Zeit und die Zeit der Anderen

Jeder Mensch hat 24 Stunden jeden Tag. Nicht mehr oder weniger.

Wenn ihr etwas von jemandem wollt, begegnet dem Menschen und seiner Zeit respektvoll. Egal ob es die Reinigungskraft oder der Professor ist. Haltet euch kurz, prägnant, freundlich und sagt was ihr wollt. Ihr selbst würdet euch auch nicht freuen, wenn euch eine Person stundenlang blockieren würde und euch nicht sagt was sie will und stattdessen irgendwas fordert wo ihr nicht mal wisst was genau verlangt wird.

#2: Abgrenzung: Zieht sympathisch, liebevoll aber bestimmt eure Grenzen und lebt mit den Konsequenzen

Das Wörtchen Nein ist ein machtvolles Wort. Es gibt Menschen, die Grenzen nicht akzeptieren bzw nie gelernt haben mit Grenzen umzugehen. Menschen die einen stundenlang, mühselig blockieren und somit einem selbst Lebenszeit wegnehmen. Menschen die etwas wollen, permanent etwas von einem erwarten, aber niemals etwas zurückzugeben, und auch die Zeit die man gibt in keiner Form wertschätzen. Auch durch mehrmalige Hinweise können solche Menschen Zeit und Energie rauben, die man eben nicht immer hat. Daher ist es wichtig für sich Grenzen zu ziehen und ein Nein früh und möglichst liebevoll zu kommunizieren, um sich selbst zu schützen. Allerdings muss man – wenn man für sich die Grenzen zieht – auch in Kauf nehmen, dass der andere dann eventuell sauer werden kann und es einfach nicht akzeptieren will. Das ist die Konsequenz, jedoch seid ihr hier nicht auf der Welt, es immer alle anderen recht zu machen. Nein, wichtig ist, dass ihr glücklich seid und anfängt eure Träume zu leben. Die Menschen die euch lieben, werden das akzeptieren bzw werden auch eure Nein`s schätzen, auch wenn es manchmal nur ihr selbst seid.

#3: Prioritäten setzen: Findet heraus was euch wichtig ist

Alles in 24 Stunden unterbringen ist nicht möglich. Außerdem macht es krank, wenn man seinen Hintern permanent auf mehreren Sesseln sitzen hat. Wichtig ist für sich realistische Prioritäten zu setzen. In meinem Fall, ist mir mein regelmäßiges Einkommen und somit meine Arbeit wichtig, sichert mir mein Überleben. Weiters meine Körperpflege, mein Haushalt, mein Sport, mein Blog, meine sozialen Kontakte. Mit diesen Dingen bin ich vorerst jetzt mal ausgefüllt. Wenn ich mehr Sport mache, muss ich zB meine sozialen Kontakte außerhalb des Sports reduzieren, dafür habe ich vielleicht mehr soziale Kontakte beim Sport. Versteht ihr was ich meine?

#4: Kein Multi-Tasking: Konzentriert euch auf eine Aufgabe im Moment

Ich halte nichts von Multi-Tasking. Meiner Erfahrung nach, hat sich gezeigt, dass durch Multi-Tasking einfach die Qualität der verschiedenen Aufgaben nachlässt und man auch viel länger für die Umsetzung braucht. Schenkt jeder einzelnen Aufgabe die volle Aufmerksamkeit und arbeitet diese so schnell wie möglich ohne Ablenkung ab. Ich schalte zB oftmals von meinem Smartphone den Datenverkehr ab oder gehe gleich auf Flugmodus. Ich schalte auch ab und zu komplett mein E-Mail-Programm ab, damit ich mich voll und ganz auf einzelne Aufgaben konzentrieren kann.

#5: Mut zur Lücke: Hört mit 150%iger Planung auf und bleibt dadurch flexibel

Ich kenne Menschen die bis in den kleinsten Winkel alles verplanen. Versteht mich nicht falsch, Planung ist wichtig, jedoch auf 150 % planen ist absoluter Bullshit und Zeitverschwendung, weil Theorie und Praxis immer unterschiedlich sind. Eventualitäten können natürlich im Plan eingebaut werden, aber bei jeder Projektumsetzung die ich bis dato gesehen habe oder in die ich involviert war, ist man vom Plan abgewichen, auch wenn er noch so auf 150 % geplant wurde. Die neueren Projektmanagement-Ansätze, kommen vor allem aus der IT, sagen sowieso, dass sich ein Projektplan im Laufe der Zeit durch das Umfeld trotz perfekter Planung einfach anpasst und ändert. Mein Rat also: vergesst all die Tausenden Todo-Listen und überperfekten Pläne, spart euch die Zeit und nutzt sie zum Entspannen. Wichtig ist es, eine Strategie und eine Idee zu haben. Diese grob zu skizzieren bzw generelle Tasks auf Grund dessen abzuleiten. Alles andere passiert bei der Umsetzung der Strategie. Viele Wege führen nach Rom und ein bisschen Mut zur Lücke und Urvertrauen ist das Beste was ihr im Laufe der Jahre aufbauen könnt. Das macht nämlich glücklich und entspannt, glaubt mir. Es ist unsere Marktwirtschaft – unser Wirtschaftssystem – was uns glauben lässt, dass man mit perfekter Planung alles erreichen kann. Dadurch wiegen wir uns in Sicherheit. Weiters ist es oftmals auch eine Arbeitsbeschaffungs-Maßnahme alles niederzuplanen. Das Schicksal kann für uns ganz andere Wege öffnen. Lasst uns den Mut haben, uns auf das Schicksal ein bisschen einzulassen, die Zeit dazwischen für Entspannung zu nützen, um flexibel zu bleiben, um im Falle des Falles mit der unvorhergesehenen Veränderung umgehen zu können. Es ist die Gewissheit bzw das Wissen, es lässt sich so oder so nicht alles planen, welches euch langfristig zum entspannten, erfolgreichen gesunden, Menschen macht.

Bildcredits: Dorisworld.at | Happy Herbst, 2017.

Was denkt ihr über Anti-Zeitmanagement? Stress? Wie bekommt ihr euren Beruf, eure Hobbies, euer Leben in den 24 verfügbaren Stunden unter? Erzählt mal!

3 Kommentare zu „Anti-Zeitmanagement: Planst du noch oder lebst du schon? | 5 Tipps für ein erfolgreiches Anti-Zeitmanagement

  1. Ganz toller Artikel. Ich glaube auch, etwas mit ganzer Aufmerksamkeizmt zu tun ist wahrscheinlich sinnvoller. Oft scheitere ich aber genau daran. Flugmodus beim Handy hilft extrem. 🙂 Und mir hilft es extrem Prioritäten zu setzen. Manchmal leiden soziale Kontakte, manchmal der Blog, mal der Sport. Solange es halbwegs ausgeglichen ist, ist es glaub ok.

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  2. Hallo Melanie,
    Prioritäten setzten ist jeden Tag ein Kampf. Wir leben in einer Welt wo so viele Möglichkeiten, Ablenkungen auf uns reinprasseln, den Fokus dabei zu halten, ist eins, so denke ich, der schwierigsten Dinge im Leben – bzw DIE Herausforderung für jedes Lebewesen. Dazu kommen immer wieder die tausenden Ängste mit denen wir leben: Richtige Entscheidung getroffen, etwas verpasst zu haben etc etc. Wichtig ist denke ich, bei sich zu bleiben (dh reflektiert nicht überhetzt jeden Tag sich und wenn es nur ein paar Minuten sind Zeit nehmen) um jeden Tag einfach für sich rigoros die Prioritäten zu setzen, koste was es wolle, mit der Sicherheit, dass jede getroffene Entscheidung mit der Sicherheit die richtige war für sich zu dem Zeitpunkt. Mir hilft dabei immer morgens meine halbe Stunde wo ich meditiere und in mich reinfühle -was ist mir wichtig und wo setze ich heute meine Prio – und dann schreibe ich mir kurz zusammen, nach dem Eisenhower-Prinzip, was heute wichtig ist und getan werden muss und das tu ich halt dann „abarbeiten“. ❤

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