Wie imperfekt bist du als Blogger? 3 Erfahrungen von einer imperfekten Bloggerin

Aller Anfang ist schwer. Ich kann mich noch gut an meine Bloganfänge erinnern: Wahnsinn, ist schon wieder 2,5 Jahre her. Die Idee so richtig mit allem Drum und Dran nun hochoffiziell in die Tasten zu hauen. Meine ganze Unsicherheit auf die Seite zu schieben und es einfach tun, mich in meine Emotionen, Gedanken textlich und fotografisch öffentlich einzuarbeiten. Egal was andere sagen, ob ich es gut mache oder nicht. Einfach machen so ohne perfekte Modelfigur, ohne perfekt dazu getrimmten Boy ehm Instagram-Husband, ohne 10tausende Fotofilter. Einfach nur machen oder wie es Dori in dem Film Findet Nemo sagt/singt … „Einfach schwimmen, einfach schwimmen, einfach schwimmen schwimmen schwimmen … was machen wir? wir schwimmen schwimmen“

Mein Ziel war es einmal in der Woche einen Beitrag zu verfassen, einmal in der Woche einen Text einen sogenannten Blogbeitrag zu veröffentlichen mit Mehrwert. Mein Ziel war es durchzuhalten, komme was wolle. Von Anfang an, hat sich da eine eigene Dynamik bei mir entwickelt, ich wollte gut sein, ich wollte perfekt sein. Ich wollte dem Bild entsprechen, was man so von einer in internationaler Wirtschaft, Marketing- und Kommunikation Ausgebildeten erwartet, die in ihrer Freizeit mit wenigen Ressourcen bloggt.

Viele Fehler habe ich am Anfang gemacht, wie auch heute noch, allerdings andere. Viele Anfängerfehler, wo mich Gott sei Dank viele erfahrene Blogger persönlich darauf hingewiesen haben. Angefangen vom Impressum bis hin Infos wie Gewinnspiele in der Social Media Welt funktionieren, aber auch wie Verlinkungen ordentlich für Google brauchbar funktionieren. Ich hatte damals keinen Plan von Do-follow- oder No-Follow-Links wie auch Kennzeichnung von Werbung und warum alle darüber so heftig diskutieren. Es hat Jahre gedauert, viele Gespräche mit erfahrenen BloggerInnen, Konferenzen, gute Artikel und Literatur um behaupten zu können, ja ich bin nun am Stand, wie die deutschsprachige Blogger-Community funktioniert.

Wie gesagt, ich bin sehr dankbar dafür, dass die erste etablierte Blogger-Generation aus Österreich sehr viel Geduld mit mir hatten und mir den einen oder anderen Hinweis gegeben haben bezüglich Bloggen. Erst jetzt selbst sehe ich, dass es manchmal nicht einfach ist, gerade wenn man schon länger beim Bloggen dabei ist die Entwicklung der Jung-Blogger ernst zu nehmen. Mit meinen 2,5 Jahren bin ich zwar noch nicht so lange dabei, aber lange genug um viele Bloggerinnen kennenzulernen, die dachten sie manchen mal so schnell einen Blog, 2 Monate dann digital um sich herumschlagen, wegen Kooperationen und Geld verdienen oder so, bis sie dann eh wieder das bloggen Blog sein lassen, weil sie drauf kommen bloggen ist Arbeit und dafür sollte man schon eine Leidenschaft haben. Zermürbend wird es dann, wenn man anfängt sich zu vergleichen, dass vielleicht eine One-Blog-Stand-Bloggerin innerhalb diesen 2 Monaten das 10-fache an Follower bzw Reichweite zusammenbekommt, was du selbst nicht in 2,5 Jahren zusammenbekommen hast.

Nachhaltigkeit vs Follower-Geiler-Kurzfristigkeit, wer bin ich und mein Blog?

Gerade was Kooperationen oder auch Gesprächen im offline Bereich anbelangt wirkt es dann so wie wenn man minder erfolgreich ist. Gott sei Dank, hat sich da aber einiges schon in der nachhaltigen Denke getan. Werte, wie Domäne-Dauer (also wie lange gibt es den Domän „dorisworld.at“ schon), wie oft und kontinuierlich wurde im Blog publiziert, spielen mittlerweile eine wesentliche Rolle. Natürlich ist es nach wie vor, schwer messbar wie vertrauenswürdig, sprich wie bedeutend die Bloggermarke im online Dschungel ist, viele Leser bzw Follower muss ja nicht heißen, dass der Blogger wirklich gelesen wird, dass der Blogger von seinen LeserInnen wirklich ernst genommen wird. Ein mir meines Erachtens noch viel zu unterschätzter Indikator dabei ist die Leseverweildauer am Blog. Was bringt es wenn ich eine hohe Anzahl an LeserInnen im Blog habe, die aber unter einer Sekunde abspringen. Keiner kann unter einer Sekunde einen kompletten Blogartikel lesen oder? Auch durch die Kommentare im Blog oder auch auf den Social Media Kanälen lässt sich deutlich erkennen ob die Follower eines Blogs wirklich die Beiträge lesen oder die Plattform nur dafür nutzen ihren digitalen Fußabdruck abzuliefern. Mein Motto daher: Lieber weniger Follower, dafür treue die auch deine Beiträge lesen und dich ernst nehmen. Ich merke, dass spätestens daran wenn mich Menschen offline wie auch online auf gewissen Dinge ansprechen die ich im Blog erwähnt habe oder mich um Rat fragen über ein Thema welches ich im Blog behandelt habe. Meinen Rat ernst nehmen und mir oftmals eben dafür danken, dass ich ihnen da weiterhelfen konnte. Wie gesagt ist mir da Qualität mehr wert als Quantität oder sagen wir Nachhaltigkeit bzw eine gute Reputation. Sozusagen wo Dorisworld.at drauf, da ist auch tatsächlich Dorisworld.at drinnen, nicht mehr oder nicht weniger.

Um euch ein sportliches Bild zu geben: Es ist denk ich wichtig, nicht einen Marathon-Läufer auf dieselbe Stufe wie einen Kurzstreckenläufer zu setzen und behaupten der Marathon-Läufer ist einfach viel langsamer als der Kurzstreckenläufer. Es ist dabei wichtig auch die Distanz zu berücksichtigen und wie oft der Läufer schon angetreten ist. Leider passiert es oft, dass Marathon-Blogger gerne mit den Kurzstrecken-Bloggern verglichen werden.

Meine Kooperationspartner sehen das auch so und somit werdet ihr mich gerade im Zusammenhang mit Brands, Produkten bzw Dienstleistungen die eben diesen Nachhaltigkeits- bzw Menschlichkeitsaspekt, sprich das rundum Paket nicht als wichtig erachten, nicht sehen. Dass ich dadurch nicht die breite Masse bediene ist mir klar, dafür eine ausgewählte Zielgruppe. Man mag mich als arrogant hinstellen, wenn ich auch schon in meinen Bloganfängen nicht über etwas Geschenktes, was mich Nüsse interessierte, geschrieben habe. Während Bloggerkolleginnen schon bei einem geschenkten Backpulver-Goodybag in Tränen ausgebrochen sind und dem Unternehmen dann mindestens 3 Blogartikel geliefert haben, stand ich nur Kopf schüttelnd daneben. Ja, klar für die ganzen Foodblogger vielleicht etwas richtig cooles, für mich nicht. Es ist daher als Blogger so wichtig herauszufinden wer man selbst ist. Dies ist ein längerer, permanenter Prozess. Ich bin der Meinung je mehr selbst ihr beim Bloggen seid, desto authentischer und für euch erfolgreicher wird eurer Blog. Schnell Geld zu machen bzw Kooperationen zu erhalten ist sicherlich der flasche Weg, weil so ein Blog ist einfach enormer Aufwand. Alles was an online Selbstdarstellung da ist und gigantisch von der offline Wirklichkeit abdriftet zu sehr standardisiert oder abgeschaut wurde, hat ein Ablauf- bzw Verfallsdatum und das sind jene One-Blog-Stand-BloggerInnen, die nach kurzer Zeit k.o. geben. Eigentlich schade.

Ich muss ehrlich gestehen auch mir fällt es oftmals nicht leicht genauso rüber zukommen, hier in der digitalen Welt, wie ich wirklich bin. Ihr seht ja nur eine Seite von mir. Jedoch bemühe ich mich vor mir und meinen Leserinnen Respekt zu haben und eine stabile, kontinuierliche, ehrliche Beziehung zu meinen Leserinnen ist für mich ein wesentlicher Indikator. Dass, das permanente Arbeit an mir selber ist und nicht einfach, versteht sich hoffentlich von selbst. Dennoch mein Blog hat mir mittlerweile schon so viel, trotz Durststrecken, gegeben, dass ich eigentlich nur dankbar sein kann.

Gott sei Dank, hatte ich immer tolle Unterstützerinnen an meiner Seite, um mich und meinen Blog immer wieder selbst reflektieren zu können. Der letzte Dank gilt an Julia vom Visionsgarten. Wir haben gemeinsam einen Dorisworld.at Blogworkshop gemacht. An einem Wochenende hat sich alles rund um meinen Blog und um mich gedreht. Der Workshop war wirklich sehr spannend und hat mich und die Dorisworld.at nochmals geschärft. Wer Interesse an einem Workshop für seinen Blog hat, sollte sich unbedingt bei Julia melden. Eventuell schreib ich noch einen gesonderten Blogbeitrag über den Workshop, jedoch kann ich so einen Workshop wirklich empfehlen.

Social Media | Was will ich damit?

Die Social Media Kanäle sind für uns Blogger, ein wichtiges Vermarktungs-Tool. Jedes halbes Jahr taucht ein neuer Trend am Social Media Himmel und potenzielle Vermarktungsmöglichkeiten auf. Mein Blog hat einen Facebook und Instagram Kanal der regelmäßig von mir bespielt wird. Nicht mehr und nicht weniger. Ich habe mir damals viele Gedanken darüber gemacht, welche Kanäle ich für meinen Blog bedienen möchte. Facebook war für mich von Anfang an klar, ich bin mit Facebook groß geworden. Facebook und mich gibt es seit 2007! Ich trau mir daher zu sagen ich bin eine Facebook-Ur-Einwohnerin.

Auf meinen privaten Facebook-Account hätte ich mit Sicherheit schon etwas bei 5.000 Verbindungen die ich auch persönlich kenne, 2011 habe ich aber alles Mal soweit gelöscht. Ich wollte wieder Klarheit, wenn ich ehrlich bin, ist dort wahrscheinlich schon meine Blog-Profil-Schärfung an das Tageslicht gekommen. Qualität vor Quantität. Weiters habe ich seit 2011 mehrere Facebook-Unternehmensprofil-Seiten betreut, die ich aufgebaut habe, aber auch hier war mir schon immer beim Content der Mehrwert und die Qualität wichtig. Meine Unternehmens-Seiten-Profile sind zwar vielleicht nicht so schnell gewachsen und hatten nicht die Followerzahlen wie manch andere gleichzeitig mit mir gestarteten Unternehmens-Profilseiten, jedoch waren meine Reichweiten immer fast um das 10fache höher.

Gerade in Bezug auf Instagram gibt es so viele Tutorials und Anweisungen wie ein perfekter Instagram Account auszusehen hat. Ich muss ehrlich gestehen, ich bin es müde und gerade all diese weißen und rosa gefilterten Accounts interessieren mich absolut nicht. Vieles schaut mittlerweile aus, wie eine Kopie von einer Kopie. Ich gebe es zu, ich bin noch auf meinen Instagram Kanal auf der Suche, auf der Suche nach meinem Stil, so ganz durchgängig ist er nämlich noch nicht, aber was soll es, vielleicht ist diese nicht Gleichheit mein Stil. Kommt Zeit, kommt Rat, definitiv aber warte ich lieber auf eine Eingabe ab, als gleich zu werden wie all die anderen. Auch hier meine Devise, wer mich und meinen Stil wirklich mag, kann gerne ein nachhaltiges „Gefällt mir“ drücken und ich kann euch definitiv sagen, dass mich jedes einzelne ehrliche gefällt mir, mehr Freude bereitet als ein Haufen oberflächlicher Bot-gesteuerter „Gefällt mir“.

Schreib so wie es dir gefällt, aber bitte bleib mit den Füssen am Boden!

Gerade durch die digitale Welt, steigt nochmals die Informationsflut. Es ist so leicht wie nie über die digitalen Medien zu kommunizieren, seinen Senf abzugeben. Viele tausende von Artikeln werden jeden Tag in den online Medien veröffentlicht und erreichen auch mich. Viele tausende von Gedanken, Meinungen, Geschreibsel, wo auch ich mir denke, dass hat die Welt nun auch gebraucht wie ein Reiskorn aus Indien. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Menschen ihren Unmut über „schlechte“ Texte oder Texte ohne Mehrwert in den online Medien kommunizieren. Hass-Postings, Hass in den Sozialen Medien ist die letzten Jahren wirklich ein Thema geworden, weil es einfach daran liegt, dass die Menschen sich nicht mehr gegenüber der ganzen Informationsflut abgrenzen können und dann in dieser Form ihren Unmut frei rauslassen. Was es auch sein mag. Es ist nicht dein Business, schreib wie es dir gefällt. Äußere deine Gedanken, wo du dahinter stehen kannst. Hab aber immer Respekt vor dir selbst und vor deinen Leserinnen. Reflektiere, ist der Text meine Gedanken wirklich so fair kommunizierbar, lerne daraus, lass dich nicht ins Boxhorn jagen. Weißt du was ich meine?

In meinem Fall, ich habe kein Germanistik-Studium, habe mir schon in meiner Grundausbildung keine Rechtschreibregeln gemerkt, mit Grammatik war ich schon immer auf Kriegsfuß. Dafür habe ich aber immer verdammt gerne gelesen, Geschichten erlebt und ausgedacht. Ich habe eine gute Beobachtungsgabe, dadurch fotografiere ich auch gerne, kann mit Leuten schnell auf Augenhöhe reden und durch mein Wirtschaftsstudium, Journalistenausbildung und Berufserfahrung habe ich gelernt wie viele Sachen ablaufen. Mir persönlich sind Texte mit Mehrwert und wo ich merke der Autor hat sich viele Gedanken gemacht, viel lieber als vielleicht ein perfekt umgesetzter Duden-Text der vor Langeweile einschläfernd wirkt. Sprache ist für mich viel mehr als niemals von der Regel abzuweichen, Sprache ist Persönlichkeit. Auch taugen mir Texte bzw Blogs die eben nicht perfekt insziniert sind. Weiters tun mir zum Beispiel Texte viel mehr weh, wenn sie inhaltlich falsch und langweilig sind und ich denke, das ist auch die wirkliche Gefahr an Kommunikation. Transportiert wird nämlich die Emotion und nicht der perfekte Duden-konforme Schreibstil. Also wie gesagt, lasst euch nicht ins Boxhorn jagen, schreibt eure Gedanken nieder, ihr dürft schreiben, lasst es raus, denn nur so kann man lernen. Dennoch achtet so gut ihr es halt könnt auf Rechtschreibung und Grammatik. Nur so ist deine persönliche Entwicklung möglich. Nur so ist eine Meinungsfreiheit möglich. Habt keine Angst, wichtig ist nur, dass ihr hinter euren Texten steht (von A bis Z), lernt mit Kritik, was von anderen kommt umzugehen und lernt auch euch richtig einzuschätzen wieviel Mehrwert euer Text tatsächlich für die Gemeinschaft bringt. Wenn ihr der Meinung seid, der Text hat Mehrwert für euch und sonst niemanden, dann bitte überlegt vorher genau ob ihr den Text wirklich in den sozialen Medien großflächig bewerben möchtet. Merkt euch auch eins – ihr schreibt für euch. Seid einzigartig, findet euren Blog-Stil und das kommt nicht von heute auf morgen sondern ist ein permanenter Prozess.

Der Blog ist da, um euch glücklich zu machen und wenn er das tut, dann macht ihr auch andere damit glücklich. Vielleicht nicht alle, aber definitiv die die ihr erreichen wollt. Vielleicht auch nur euch selbst, weniger ist sehr oft ganz viel mehr.

So, nun ist der Text wieder irre lange geworden, wenn ihr es bis dahin geschafft habt, sage ich jetzt schon danke fürs lesen. Was denkt ihr oder du über die Imperfektion gerade beim Bloggen?

Alles liebe Doris

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