Gedanken über Zeit, dem Herzen und dem Kopf…

Die letzten Tage habe ich wieder ein bisschen Zeit gehabt zur Ruhe zu kommen. Wieder ein bisschen das Herz, die Seele spüren, bei sich zu sein. Digitalen Detox betrieben und mich heute einfach so ganz analog mitten in die Wiese auf der Donaulände gelegt, das Gras hat gekizelt, der Himmel über mir und ich habe mich so richtig im HIER und JETZT gefühlt. Glücksgefühl pur und das einfach so gratis und hausgemacht. Dabei habe ich Musik gehört und die Gedanken schweifen lassen.

Ich habe mir Gedanken über Zeit über meine Zeit gemacht. Über Entscheidungen, über Fehler oder auch nicht Fehler die ich gemacht habe. Über die Vergangenheit wie auch Zukunft. Ach Schreck wie schnell die Zeit verlaufen ist. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich die Zeit einfach anhalten möchte.

Festhalten, verdammt festhalten, aber eigentlich auch manchmal nicht und manchmal habe ich das Gefühl vollkommen von den tausenden Dingen untertags eingenommen zu sein, dass die Zeit einfach so verbeiläuft und ich die wesentlichen Dinge eigentlich am Tag verpasst habe. Tage, Wochen, Monate vorbeigelaufen sind und ich diese einfach verpasst habe, weil ich den Fokus auf falsche Dinge gesetzt habe. Alles wird immer irgendwie schneller.

Manchmal ist es so, dass ich Entscheidungen treffe, was für den Kopf ganz klar ist, aber das Herz mag einfach nicht so schnell nach. Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass ich die Entscheidung für mein Herz zu spät getroffen habe und immer der Zeit hinterher hinke. Was ist richtig? Was ist falsch? Habe ich die richten Entscheidungen oder auch nicht Entscheidungen getroffen? Habe ich den Menschen im richtigen Moment gesagt, dass ich sie liebe, dass ich so gerne den Moment mit Ihnen verbracht habe, dass ich Dankbar bin. Habe ich das JETZT bewußt war genommen. Ich weiß es nicht…

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Eins weiß ich jedenfalls mittlerweile wenn mein Herz dabei ist, ist es gut für mich. Ich möchte nie wieder Entscheidungen treffen müssen wo ich mit mir und meinem Herz noch nicht im Reinen bin, egal was die Anderen sagen oder tun.  Weiters bin ich gerade sehr dankbar für alles was ich habe und wer ich bin. Unser Leben, unsere Zeit, wir haben nur Eines ❤

Am Ostersonntag habe ich eine Dokumentation über die Tiroler Berge gesehen und da habe ich eine sehr schöne Geschichte gehört über Zeit, unsere Geschwindigkeit und das Herz. Diese Geschichte möchte ich hier kurz wiedergeben, so wie ich sie verstanden habe, weil sie mich wirklich berührt hat.

Ein Indianer fährt das erstemal in seinem Leben in einem Auto mit. Er ist total fasziniert darüber, warum der weiße Mensch schneller als üblich am anderen Ort sein will. „Warum willst du schneller am anderen Ort sein,“ fragt er den Fahrer. „Weil ich dann für andere Sachen mehr Zeit habe,“ sagt der Fahrer und drückt aufs Gas. Der Indianer hält sich krampfhaft im Auto mit den Händen fest und nach einiger Zeit sagt er: „Ich möchte hier aussteigen.“ Verwundert erwidert der Fahrer: „Aber lieber Indianer hier lebt noch niemand und bis zur nächsten Stadt haben wir noch einige Kilometer vor uns.“ Der Indianer besteht aber darauf aussteigen zu wollen. Der Fahrer bremst und fragt zur Sicherheit nochmals nach: „Willst du wirklich hier ausssteigen? Was willst du hier machen?“ Der Indianer antwortet: „Ja. Ich werde mich an den Straßenrand setzten und warten, bis mein Herz, meine Seele mit der Geschwindigkeit nachkommt.“ Der Fahrer fährt weiter und schüttelt den Kopf.

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Ich denke die Geschichte zeigt sehr gut wie wichtig es ist sich Auszeiten zu schaffen. Früher war mir das eigentlich nicht so bewußt wie sehr die Welt ein totaler Geschwindigkeits-Overload geworden ist. (Eine sehr gelungene Filmreportage über das Thema Zeit hat auch der deutsche Journalist: Florian Opitz gemacht. Schauts Euch den Film mal an, dauert ca eine Stunde. Gehts Euch auch so?)

In dieser ganzen Geschwindigkeit auch die kleinen Dinge wieder wahrnehmen zu können, die großartige Dinge sind, das ist, denke ich, die Kunst in unserer Generation. Die Zeit ab und an für sich zu haben, inne zu halten, zu träumen, den Tag laufen zu lassen, die Sonnenstrahlen auf seiner Haut zu genießen und Dankbar sein für das was man hat.

Ich wünsche Euch einen wunderschönen Frühlingsbeginn. Schön, dass es Euch gibt.

Alles Liebe,

Eure, Doris

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