3 fundamentale Fehler, die dir wertvolle Zeit bei deiner Diplom-|Masterarbeit kosten…

Heute mal ein ganz anderer Post von mir, aber ich wollte ihn schon sehr sehr lange schreiben, weil er mir schon lange am Herzen liegt.

Hand aufs Herz kennst du das? Deine Master-/Diplomarbeit schleppt sich ins UNENDLICHE und du siehst vor lauter Bäumen keinen Wald mehr und der Abschluss deiner Arbeit ist nicht in Sicht.

Du kennst auch so wie ich, Menschen die ein grandioses Studium hingelegt haben und dann schlussendlich an der Diplom-/Masterarbeit gescheitert sind. Die, die auch nach Jahren nichts abgegeben haben und somit, obwohl sie die ganzen Jahre/Kurse studiert haben, kein Diplom erhalten haben. OK ganz ehrlich, wer nicht finanziell darauf angewiesen ist, dass er kein Studium nach jahrelanger Arbeit abgeschlossen hat, kein Thema, dann waren es halt schöne oder auch schreckliche Jahre, halt ohne Abschluss.

Ich denke aber, dass der Großteil scharf darauf ist endlich nach jahrelanger Studienzeit sein heiß ersehntes Diplom in der Hand zu halten. All jene die sagen, es ist nicht so wichtig, beißen sich meistens später, wenn sie älter sind in den *rsch warum sie es einfach nicht fertig gemacht haben.

Ein halbes Jahr für die Diplom-/Masterarbeit reinzubeißen im Vergleich, jahrelanges Schuldgefühl, ev. schlechterer Verdienst bzw schlechte Möglichkeiten später das Studium nachzuholen, weil sich einfach das Studium (Curriculum/Studienplan) geändert hat bzw keine Anrechnung mehr der Studienjahre möglich ist, dies sind dann eventuell unschöne Lücke im Lebenslauf und jeder wird dich fragen: „warum hast du es nicht fertig gemacht.“ Das alles klingt doch nicht angenehm, ist aber oftmals Realität. Also reiß dich zusammen, kneif für ein halbes Jahr intensivst die Popobacken zusammen und hakle in deine Diplom-/Masterarbeit eini, spätestens bei der Sponsionsfeier, wenn du dein Diplom überreicht bekommst, überglücklich und vorallem stolz bist, wirst du eventuell an mich und meine Worte denken.

Ich betreue seit mehr als 5 Jahren Studenten als Diplom-/Masterarbeitsbetreuerin an verschiedenen Universitäten in Österreich. Mittlerweile haben bei mir ca 8 Studenten Ihre Diplom-/Masterarbeit zum Thema Marketing / Online Marketing / Projektmanagement / Management / Unternehmensführung erfolgreich abgeschlossen. Selber habe ich meine Diplomarbeit an der Johannes Kepler Universität innerhalb von 6 Monaten mit einer sehr guten Note verfasst.

Aus meiner Erfahrung weiß ich, Studenten die ewig Ihre Diplom-/Masterarbeit nicht fertig bekommen, eigentlich 3 fundamentale Fehler begehen. Diese 3 Fehler lassen sich total einfach vermeiden und somit Zeit sparen (Lebenszeit). Bei Vermeiden dieser 3 Fehler lässt sich problemlos eine gute Diplom-/Masterarbeit in einem halben Jahr schreiben. Also, die 3 Fehler sind nach meiner Erfahrung folgende:

FEHLER 1: Dein Konzept ist NICHT detailliert genug!

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Bildcredits: Pixabay

Ich habe schon Konzepte von Studenten erhalten die zwar von der Idee her gut waren, aber einfach viel zu breit. Daraus hätten sich wahrscheinlich 10 Arbeiten schreiben lassen und noch zusätzlich 3 Doktorarbeiten. Der Hinweis, seitens ich als Betreuerin, an den Studenten das Konzept einzugrenzen ist oftmals positiv verlaufen aber auch negativ. Kurzum der Student wollte einfach nicht hören, ist eben mit dem Konzept in die Arbeit gestartet und hat sich dann irgendwo verlaufen und dann waren natürlich alle anderen schuld. Aber ich sag dir, der Wurm hat schon von Anfang an zum Stinken begonnen, eben beim zu breiten Konzept. Es lässt sich gerade für uns Betreuer|Beurteiler anhand vom Konzept schon extrem gut erkennen ob sich der Student in ein Thema eingelesen hat und ob er für das Thema bzw die von ihm konzipierte Fragestellung/Hypothese brennt.

Aber nun was macht ein gutes Konzept aus:

"Genau definierte Problem- und Fragestellung nötig"
 

Oder wie ich es sage, eine Frage/Hypothese an die Welt, die detailiert genug ist um zu erkennen, dass sich der Student in Literatur einlesen kann und vorallem fähig ist, wenn er was nicht in der Literatur findet mit verschiedenen wissenschaftlichen Methoden ( Feldstudie/Analyse/Interview etc) herausfinden mag.

Zum Beispiel, wenn ein Marketing-Student als Fragestellung in seinem Konzept schreibt, er möchte analysieren wie sich „online marketing die nächsten Jahre weiterhin auswirken wird.“ wäre das zu schwammig. Spätestens beim Einlesen in das Thema wird der Student draufkommen und sich dann die Fragen stellen: Was will ich eigentlich? Wo soll es sich auswirken? Welcher Zeitraum genau sind die nächsten 2 Jahre? Welche Auswirkungen meine ich oder was ist mit Auswirkungen gemeint? Was meint man genau mit online Marketing? etc…und da fängt der Student dann spätestens an, vor lauter Bäume keinen Wald mehr zu sehen und verliert wertvolle Zeit.

Wisst ihr was ich meine.

Allerdings wenn der Student die Frage im Konzept präzisiert und sich fragt: „in welcher Dimension online Marketing Tools bei Industrieunternehmen Auswirkungen bei der eigenen Markenbildung heute haben“ ist dies eine präzisere Forschungsfragestellung.

Kurzum je genauer du in deinem Konzept die Frage-/Problemstellung verfasst, desto besser für die rasche Umsetzung deiner Diplom-/Masterarbeit. Weil du einfach viel schneller und präziser deine Fragestellung wissenschaftlich abhandeln kannst.

"Beschreibung der Methodik muss vorhanden sein"
 
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Bildcredits: Pixabay

Das WIE. Also wie willst du deine konzipierte Fragestellung/Hypoothese auflösen. Literaturresearch, Befragungen etc. Oder anders ausgedrückt, wenn man eine Fragestellung hat (in dem Fall deine aus dem Konzept) muss man ein Ergebnis zu dieser finden und dazugehört einmal die Fragestellung analysieren und danach einen Schluss ziehen – ein Resümee. Eine Fragestellung zu analysieren bedarf die Frage aus verschiedenen Blickwinkeln anzusehen und dabei hilft uns die Literatur, Befragungen etc. Und genau das WIE, also WIE du das angehst beschreibst du in der Methodik. Ich habe Studenten erlebt die nur aus ihrem Erfahrungsschatz, also ohne andere Argumente oder Literatur, eine Fragestellung/Thema analysiert haben. Das ist eben einseitig und dann keine wissenschaftliche Arbeit. Eine Medaille hat immer zwei Seiten, merk dir das. Das ist eigentlich, das was du aus dem Studium gelernt haben solltest! Zuerst analysieren, Meinungen einholen und dann erst einen Schluss ziehen. Das ist auch auf was der Betreuer schaut, ob das bei der Diplom-/Masterarbeit umgesetzt wurde. Die Methodik genau zu definieren, hilft dir dabei die Blickwinkel auf deine Fragestellung/Hypothese einzugrenzen. Du kannst eine reine Literaturarbeit machen oder auch quantitative oder qualitative Befragungen. Viele Wege führen nach Rom. Wichtig ist, dass du argumentieren kannst warum du zum Beispiel eine qualitative Befragung für deine Fragestellung/Hypothese bevorzugst oder du glaubst damit bessere Erkenntnisse zu gewinnen. Und genau das musst du im Konzept niederschreiben.

Mein Tipp an dich um ein richtig gutes Konzept zu schreiben. Lese dich in dein Fachgebiet ein, in der du die Arbeit schreiben willst. Oftmals gibt es bei dem Institut | Prof. | Betreuer eine Richtlinie wie ein gutes Konzept nach denen ihrer Ansicht nach gegliedert sein soll. Frag andere Studenten | fertige Studenten die Ihre Master-/Diplomarbeit gut abgeschlossen haben nach ihrem Konzept. Schau dir alte Diplom-/Masterarbeiten an. Diese sind meistens in der Bibliothek oder am Institut zu finden. Gerade in den ersten Seiten einer Diplom-/Masterarbeit ist das Konzept – also die Fragestellungen / Hypothesen / Problemstellung/ Methodik eingearbeitet.

Hier weitere Literatur rund um das Konzept | Expose:

http://www.schreibwerkstatt.co.at/2012/08/06/wie-schreibt-man-ein-expos%C3%A9-f%C3%BCr-eine-bachelorarbeit-eine-masterarbeit-eine-diplomarbeit-oder-eine-dissertation/

http://www.amazon.de/Gestaltung-wissenschaftlicher-Arbeiten-Seminararbeiten-Magisterarbeiten/dp/382522774X

Kurzum investiere Zeit in ein gutes Konzept / Expose. Je besser und detailierter das Konzept/Expose desto leichter und schneller hast du deine Diplom-/Masterarbeit geschrieben.

FEHLER 2: Du glaubst, du müsst das Rad neu erfinden und die ganze Welt hängt von deiner Erkenntnis ab!

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Bildcredits: Pixabay

Harald Schmidt hat einmal vor einem Jahr oder so, bei einem Interview hinsichtlich seiner „Fernsehpensionierung“ zu seinem Lebensmotto folgendes gesagt. „Morgen läuft eine andere Sau durchs Dorf“

Dieser Satz trifft es eigentlich wunderbar am Punkt.

Nimm dich und deine Fragestellung für das Weltgeschehen nicht so wichtig, auch wenn du zusammen mit einem Unternehmen schreibst. Es geht hier darum, dass du einfach eine Fragestellung wissenschaftlich beantwortest und dass du ein Diplom erhältst. Es geht jetzt nicht darum das Rad neu zu erfinden. Wenn du mir nicht glaubst, geh einfach in die Uni-Bibliothek oder schau online nach, wieviele Diplom-/Masterarbeiten die lezten 5 Jahre auf deiner Uni abgegeben wurden. Viele, sehr viele und du wirst einer/eine weitere davon sein und nach dir werden auch weitere kommen. Falls du jetzt mit dem Job-Argument kommst. Vergiss es. Deine Diplom-/Masterarbeit mag ein Türöffner für manche Jobs sein, aber beweisen musst du dich im Job erneut. Ich kenne echt keinen Top-Manager der einen Job nicht bekommen hat auf Grund seiner Diplom-/Masterarbeit. Im Gegenteil nach ein paar Jahren interessiert es niemanden mehr und vorallem auch die Personaler nicht über was du genau geschrieben hast. Hauptsache Studium fertig und fähige praktische Erfahrungen. Punkt. Ja ich weiß, Professoren vermitteln oftmals etwas anderes. Ich kenne auch Professoren wo Studenten unter 2 Jahren keine Diplom-/Masterarbeit fertig bekommen, weil aus der Arbeit wirklich eine extrem extreme Wissenschaft gemacht wurde. Aber es liegt an dir was du mochtest. Wenn du eine wissenschaftliche Karriere auf der Uni anstrebst und es dir egal ist, weil du keinen finanziellen Druck hast, dann ist das sicherlich ein guter Weg seine Arbeit zu verfassen.

FEHLER 3: Du hörst nicht auf deinen Betreuer und du arbeitest nicht selbstständig genug!

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Bildcredits: Pixabay

Du bist der Fach-Experte deiner Master-/Diplomarbeit. Dein Betreuer gibt dir den Rahmen vor und gibt dir Tipps. Schließlich weiß, dein Betreuer am Besten wie es geht eine Master-/Diplomarbeit abzuschließen. Höre auf die Tipps die dir dein Betreuer gibt und setze diese um. Wie gesagt inhaltlich bist du der Fachexperte. Dennoch kann dir dein Betreuer gutes Feedback geben ob du zB noch weiter ins Thema reinmusst, ob der rote Faden gegeben ist etc. Kontaktiere aber deinen Betreuer nicht permanent wegen jeglichen kleinen Fragestellungen. Selbstständiges Arbeiten ist hier gefragt, allerdings solltest du deinen Betreuer definitiv einbinden, wenn du mit dem ersten theoretischen Entwurf fertig bist und vorallem mit der praktischen Arbeit startest oder andersrum. Das ist aber von Betreuer und Institut von Institut unterschiedlich. Definitiv gibt es auch Betreuer, die sehr sehr selten erreichbar sind. Falls dein Betreuer längere Zeit nicht erreichbar ist, dann suche dir Unterstützung bei jemanden der eine Master-/Diplomarbeit bereits erfolgreich abgeschlossen hat. Dieser kann dir auch mit Sicherheit gute Tipps zum Weitermachen geben.

Falls du weitere Fragen zu dem Thema hast, deine Erfahrungen berichten möchtest etc – schreib mir ein Kommentar. Falls du Unterstützung brauchst zu deinem Konzept/Expose oder du hängst mitten drinnen in deiner Arbeit und weißt nicht mehr weiter oder stehst auch noch am Anfang deiner Arbeit und hast keinen Plan, schick mir eine Email. Ich coache und berate gerne. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg für deine Diplom-/Masterarbeit und hoffe mit den Infos ein bisschen weitergeholfen zu haben.

Alles liebe

Unbenannt_Signatur Doris

3 Kommentare zu „3 fundamentale Fehler, die dir wertvolle Zeit bei deiner Diplom-|Masterarbeit kosten…

  1. Liebe Doris !

    Über den BloKoDe habe ich gerade deinen Blog entdeckt, der mir sehr gut gefällt !

    Das Aufzeigen von 3 fundamentalen Fehlern, die einem Zeit bei der Master- bzw. Diplomarbeit kosten, finde ich sehr wichtig. Ich sehe auch die Schwierigkeiten der Studierenden beim Konzept und vor allem beim Formulieren der Forschungsfrage (richtig – die eine Forschungsfrage – in einem Seminar meinte eine Professorin – das in Wahrheit nur eine einzige Forschungsfrage – Gegenstand der Diplomarbeit und Dissertation sein soll). Das Konzentrieren bzw. das Finden dieser einen Forschungsfrage ist sicherlich nicht einfach (man muss sich auch nicht daran halten), aber je begrenzter das Thema ist, umso weniger verläuft man sich.

    Liebe Grüße
    Alexandra

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  2. Liebe Alexandra, danke für dein Kommentar. Es freut mich, dass dir mein Blog gefällt. Ja, das Finden der Forschungsfrage ist ein nicht leichter Prozess und kann unter anderem sehr lange dauern. Da stimme ich dir zu. Jedoch desto besser die Forschungsfrage formuliert (wie im Artikel beschrieben) desto schneller ist die Arbeit geschrieben. Alles liebe. Grüße, Doris
    PS: Schön das du meinem Blog folgst.

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