Bergaktiv, Blog, Unterwegs
Kommentar 1

Alpenparadies Fürstentum Liechtenstein | Ich gehe mal weinen

Ja, ja mittlerweile entwickle ich mich zu einer Heulsuse. Nein, tu ich nicht oder doch? Naja, vielleicht nicht so ausgeprägt wie andere. Es sind bei mir eher so die kleine verschwiegene Tränchen, die über meine Bäckchen rollen, wenn ich mich unbeobachtet fühle und mich die tiefe Emotion überkommt. Ich habe gelernt stark zu sein. Ich habe gelernt die Show muss weiter gehen. Allerdings habe ich auch mittlerweile gelernt, wenn mich die Emotion überkommt, es zu zulassen und es auch zu zeigen. Ich habe gelernt, dass es eben keine Schwäche ist, sondern etwas Menschliches. Was hat jetzt meine Heulerei mit Liechtenstein zu tun, fragt ihr euch wahrscheinlich nun?

Nun ja, ich glaube, wer die Berge schon mal so erlebt hat, wie ich das letzte Wochenende, muss Emotion zeigen. Irgendwo muss diese Herrlichkeit ja raus. Sei es in Freudenschreie oder in meinem Fall mit Tränchen in den Augen. Ganz ehrlich mit Mitte der Woche vor meiner Fahrt nach Liechtenstein spielte ich mit dem Gedanken alles abzusagen. Nicht zu fahren. Es bleiben zu lassen.

>>Was tu ich mit einem Haufen Fremder in Liechtenstein?>>, dachte ich mir. >>Bergwandern kann ich zu Hause auch!<< Durch Zufall im Internet, ja die Bloggerkreise sind sehr klein, habe ich mitbekommen, wer noch mit mir nach Liechtenstein mitfährt. *Uii* eine Leistungssportlerin, Triathlon-Frau, Läuferin, Radfahrerin – kurzum ein sportliches Ass – laut ihrem Blog. Ich muss euch nicht erzählen wie sehr mein Mut, bis weit unter Gefrierpunkt gesaust ist, als ich das erfuhr. Wie soll ich denn da als Normalo-Durchschnitts-Sportlerin – Genuss-Sport-Diva beim Bergwandern oder sonstige Outdoor-Aktivitäten mithalten können – jedenfalls so, dass ich nicht als die komplette Puh-Frau gesehen werde, weil ich nicht ganz so Schlanke die ganze Gruppe aufhalte?

Bevor ich mich in ein negativ Gedankenkarussel verstricken konnte, habe ich einfach 10-mal durchgeatmet und mir innerlich gesagt >>Scheiß, drauf! Du wirst das jetzt tun, weil du weißt, nicht wie die Leute sind, du weißt nicht, wie es laufen wird, weil du keine Hellseherin bist. Dass, was du weißt, sind deine Grenzen und das was du willst. Wenn andere Menschen mit dir und deinem Tempo ein Problem haben dich ablehnen und nicht dein Gesamtpaket sehen, ist das denen ihr Bier. Nicht jeder muss dich lieben. Es kommt nicht auf die Masse an sondern auf die einzelne Klasse. Doris, du bist gut so wie du bist. Pasta!>>

Anreise.

Genau mit dieser Einstellung bin ich in den Zug in Linz gestiegen. Allen Bekannten denen ich gesagt habe ich fahre zum Wandern nach Liechtenstein konnten es nicht glauben. Was? Wieso fährt man zum Wandern nach Liechtenstein? Auch für mich war Liechtenstein ein blinder Fleck auf meiner Reiselandkarte. Ja, nach Salzburg Land, Tirol zum Wandern und (Winter) Outdoor`en, ja dahin fährt man, aber nach Liechtenstein? Viel zu weit weg? Ja, die Vorarlberger, ja die fahren oft nach Liechtenstein zum Arbeiten, aber der Rest von Österreich auf Wander- oder Schiurlaub nach Liechtenstein – hab ich ehrlich gesagt noch nie gehört. Ich erspare euch jetzt die Details, wo genau das Fürstentum Liechtenstein liegt usw.

Ich habe es bereits mehrmals ausführlich auf meiner Facebook-Seite (der könnt ihr folgen übrigens ;-)) kommuniziert. Sechstkleinstes Land, zwischen Schweiz und Österreich, dominanter Gebirgszug die Alpen. Sonst einfach HIER mehr darüber lesen. Mit dem Railjet fährt man (fast stündlich) von Linz in nicht mal 6 h einmal quer durch Österreich nach Feldkirch, Vorarlberg. Steigt in den Bus ein – es gibt nur eine Buslinie – der knackig über die Grenze fährt, und schon ist man im kleinen Fürstentum. Zwischen 25 – 60 EUR kostet ein One-Way-Ticket, Linz – Feldkirch, je nachdem ob ihr ein Sparlinie-Ticket auf der ÖBB Homepage noch bekommt oder nicht. Mit dem Bus von Feldkirch im gesamten Fürstentum könnt ihr dann gratis fahren, wenn ihr die Liechtenstein-Tourismus-Karte habt. Ich hatte eine, somit kann ich euch nicht sagen, wie viel die Busfahrten einzeln kosten würden. In Liechtenstein zahlt man mit dem Schweizer Franken, sie nehmen aber auch den EURO sehr gerne, da der EURO momentan ca gleich viel Wert ist wie der Franken.

#Heulattake 1. Mit dem Zug durch die Alpen.

Meine erste Heulattake hatte ich im Zug. Ja, genau im Zug. Da rollten mir ganz dezent ein paar Tränchen über die Bäckchen während ich aus dem Zugfenster starrte in diese einmalige Landschaft, die sich meine Heimat nennt. Gänsehaut stellte sich auf, als ich an diesem wunderschönen Frühlingstag durch das komplette Inntal fuhr, also einmal quer durch Tirol. Das Tal immer schmäler wurde, die Berge so nah, die Wiesen so farbintensiv. Riesige Dankbarkeit breitete sich in mir aus und ich wusste das Wochenende wird gut. Verdammt gut, weil ich mit mir selbst, glückselig in diesem Alpengenuss baumelte und die nächsten Tage Kaiserwetter versprachen.

Wie zu erwarten waren meine Befürchtungen umsonst. Herzlich liebe Menschen durfte ich kennenlernen. Alle unterschiedlich aber das Herz am rechten Fleck. Eine super Kombi, eine super Truppe.

Aktivität #1 – mit dem E-Mountainbiken auf den Triesenberg

So machte sich unsere Gruppe am ersten Tag auf Richtung Triesenberg mit den e-Mountainbikes. Auch mit dem e-Mountainbike kam ich ordentlich ins Schwitzen, allerdings wie des so ist mit einem Haufen Bloggern, es wird viel fotografiert und darum gibt es auch viele Pausen zum Ausschnaufen und Ausschwitzen. Ich habe die Fotopausen immer mehr als begrüßt, besonders wenn sich manche Kühe einfach so als Modele zur Verfügung gestellt haben. Schon mal eine fürstliche Kuh gesehen? Für mich auch die erste und die musste natürlich dann aufs Foto drauf. Aber bitte seid vorsichtig, Kühe sind keine Selfie Models oder Sonstiges. Es war einfach Zufall, dass wir da saßen und die Kuh lief rein, aber auch in dieser Situation absolute Vorsicht. Kühe sind keine Kuscheltiere!

Aktivität #2: Der Fürstin-Gina-Weg: DER Liechtensteiner Panorama-Weg

Frühmorgens ging es hoch nach Malbun. Malbun liegt auf 1600 Höhenmeter und mit der Bergbahn ging es nochmals hoch auf 2000 Höhenmeter. Der Ort Malbun ist auch im Winter ein beliebtes Schigebiet, stolz sind die Liechtensteiner, dass damals Prinzessin Diana und Prinz Charles aus England hier schon auf Schiurlaub waren. Auf 2000 Höhenmeter liegen noch einige Schneefelder. Ich erfahre, dass die Hütte zu der wir wandern, Pfälzerhütte, erst seit heute wieder aufgesperrt ist, weil die endgültige Schneeräumung erst vor ein paar Tagen war.

Auf dem schmalen Panoramaweg wandern wir studenlang dahin mit durchwachsenen Wetter und immer habe ich im Kopf, wenn ich jetzt nach links vom Grat fallen würde, wäre ich wieder in meiner Heimat Österreich und wenn ich rechts davon falle in der Schweiz. Drei Länder so nahe, ein verrückter, wie auch imposanter Gedanke. Ich zeige euch mal ein paar Fotos und einen Link, der den Fürstin-Gina-Weg genauer beschreibt.

Aktivität #3: Der Fürstensteig

Abermals frühmorgens ging es los. Zuerst laufen wir durch Wald. Während meine Blogger-Wanderkameraden wiedermal sichtlich bergauf ein Tempo vorlegen, trappe ich einfach gemächlich vor mich her. Spätestens aber als wir den Fürstensteig erreichen bin ich wieder topmotiviert. Die Aussicht, die Höhe, die Herausforderung. Ich merke die vielen Bergtouren, das Muskeltraining (primär in den Oberschenkeln) und die generellen Erfahrungen machen sich bezahlt. Ich gehe den Fürstensteig mit Genuss und komme mir vor, wie ein kleiner Welpe der zum ersten Mal draußen herumtollen darf.

Heulattake 2. Ich laufe freiwillig in den Abgrund.

Ich bin bereit. Mein Tandempilot hinter mir. Ich stehe oberhalb von Vaduz und wir sind bereit zum Start. „Doris, sag mir, wenn du bereit bist und dann lauf los!“ gibt er mir noch die letzten Anweisungen. Ich gehe in mich. Fixiere den Hang, der vor mir liegt. Gehe mental in mich, bis ich zu mir sage: Ja, es ist in Ordnung diesen Abhang runterzulaufen, weil der Paragleiter, wird dich tragen. Es wird nichts passieren. Tränen der Erleichterung kullern mir über die Bäckchen und in dem Moment weiß ich alles wird gut. Alles ist richtig und ich bin genau hier und jetzt im Moment. „Ja, ich bin startklar,“ höre ich mich sagen. „Dann lauf, JETZT,“ schreit mein Tandempilot. Ich sprinte los, als wäre der Teufel persönlich hinter mir her, stürze über den Wanderweg, mein Knie schaufelt liechtensteinische Erde auf und schon sind wir in der Luft. Ich habe ein Video gedreht und es ist sehr deutlich ersichtlich, dass auch mir in dem Moment der landschaftlichen Schönheit aus der Vogelperspektive wegen einfach schlichtweg mein Mund offen steht. Ich fliege über Vaduz, ich fliege über den Rhein bis mir nach einiger Zeit wieder sicher landen.

Ich habe beim Flug mitgefilmt. Wer also Lust hat, auf Liechtenstein von oben kann gerne in mein Video reinschauen. Es dauert ca 3 Minuten und zeigt eben die 3 oben beschriebenen Aktivitäten unter anderem meinen Paragleit-Flug.

Heulattake 3. Goodbye, goodbye.

Ich kann fast nicht beschreiben wie mir die drei Damen, die eben diese Reise auch gemacht haben, in der kurzen Zeit, ans Herz gewachsen sind. Pauline aus Luxemburg, Cindy und Julia aus München. Es hat mir wieder gezeigt, man darf sich einfach nicht abschrecken lassen und einfach offen und positiv bleiben, dann tauchen sicher tolle und positive Menschen um einen auf. Jede für sich ist einzigartig und großartig. Ich bin nicht gut im Loslassen und vor allem nicht gut darin, wenn ich Menschen anfange ins Herz zu schließen mit denen ich kompakt viel Zeit verbringe und plötzlich wieder gehen muss. Wir werden uns bestimmt bald wieder über den Weg laufen. Der Zufall und das gemeinsame Hobby – bloggen – wollen es so. Ich finde das großartig und freue mich schon mega auf die nächste gemeinsame Zeit. Dennoch bei der Heimfahrt sind mir ein paar Tränchen gekullert, es war halt schon eine schöne Zeit. Eine schöne gemeinsame Zeit, eine wertvolle Zeit mit guten Menschen ist das Wichtigste neben Gesundheit, was wir Menschen haben.


Fazit, Schlussworte gemischt mit einem DANKE!

Liechtenstein ist definitiv ein Alpenparadies zwischen Österreich und der Schweiz. Die Preise sind allerdings nicht ganz günstig, aber dennoch ein bisschen günstiger als die Schweiz. Dennoch die Landschaft gibt es umsonst und diese sollte man sich unbedingt mal angesehen haben. Egal ob Sommer wie auch Winter, die Berge sind malerisch, und es gibt viel zum Entdecken. Mit der Liechtensteiner-Tourismus-Karte hat man eigentlich zu allen Aktivitäten viele freie Eintritte oder Ermäßigungen. Bus fahren ist mit der Karte kostenlos. Ich kann die Karte nur empfehlen. Ein weiterer Vorteil ist, in Liechtenstein sprechen alle Deutsch. Zwar mit einem starken Dialekt aber dennoch Deutsch. Ich fand das sehr angenehm, mich in meiner Muttersprache im Urlaub verständigen zu können. Es gibt viele unterschiedliche Aktivtätsmöglichkeiten für den Super-Sportler bis zum Genuss-Menschen, wie mich. Fürs Übernachten, gerade für eine größere Gruppe, kann ich das Gästehaus beim Camping Mittagsspitze empfehlen.

Ein dickes Danke möchte ich an den Tourismusverband Fürstentum Liechtenstein aussprechen. Lieber Martin, liebe Nicole, liebe Renate, danke für die Einladung zu dieser Blogger-Reise und für die großartige und herzliche Zeit, für eure Geduld mit uns, die großartige Organisation und für die Beantwortung der vielen Fragen die wir euch rund um Liechtenstein, während den Aktivitäten gestellt haben. Was soll ich sagen, das Fürstentum Liechtenstein ist definitiv einzigartig auf dieser Welt und wird auch so gelebt. Liechtenstein sollten nicht auf der Reiselandkarte vergessen werden, weil kleines Land, definitiv ohoho für Outdoor-Menschen.

Falls ihr meine lieben LeserInnen noch mehr über das Wochenende lesen möchtet. Verweise ich auf meine Bloggerkollegin Julia von living4taste. Sie hat einen super Bericht über das Wochenende geschrieben bzw auch ein Video gedreht. Schaut mal rein!

Generell, vielen lieben Dank an Paulina von Paulina-on-the-road, Julia von living4taste.de, Cindy von runfurther.de und Gerald von zhangschmidt.com unter anderem für den Fotoaustausch. Es war eine großartige Zeit mit Euch. ❤

1 Kommentar

  1. paulinaontheroad sagt

    Wie schön hast du das alles in Worte gefasst liebe Dory! Es war so eine schöne Zeit. Ich hoffe man sieht sich bald. 🙂

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s