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AUSFLUG AM WOCHENENDE: WANDERN VON HÜTTE ZU HÜTTE IN OBERÖSTERREICH

Ich habe lange überlegt: Wir haben in Oberösterreich ziemlich viele Wandermöglichkeiten – die jedoch vom Wetter abhängig sind. Von Sonnenschein bis Regen und sogar Schnee kann im Herbst nämlich alles dabei sein.

AUSFLUG AM WOCHENENDE: WANDERN VON HÜTTE ZU HÜTTE IN OBERÖSTERREICH

Wir haben unseren Termin fürs Wanderwochenende, in der ersten Septemberwoche, bereits im Sommer fixiert. Meine Begleitung hat sich eine Hüttenwanderung mit Übernachtung gewünscht. Ich selbst wollte das auch schon lange wiedermal machen. Erst einige Tage vor dem Wochenende war es mir auf Grund der Wetterprognose möglich, eine Entscheidung zu treffen: Wir gehen den Kalkalpenweg – Etappe 5Etappe 6.

Der Plan demnach: 2 Tage nur mit dem Rucksack von Hütte zu Hütte. Unser Einstiegspunkt in die Wanderung – Windischgarsten. Unser Ausstiegspunkt – Spital am Pyhrn. An- und Abreise von und nach Linz – öffentlich.

Vorbereitung

Schlafstellen buchen

Im Vorfeld habe ich einen Schlafplatz auf der Gowilalm reserviert. Die Gowilalm ist eine extrem beliebte Almhütte – eine meiner liebsten Almhütten – darum für einen Schlafplatz bitte rechtzeitig reservieren. Falls ihr es nicht wisst, für eine Übernachtung solltet ihr einen Hüttenschlafsack mithaben. Kosten pro Person für eine Übernachtung im Schlaflager mit einfachem Frühstück –  ca 40 EUR.

Auch in Windischgarten, unten im Tal, habe ich für Freitag eine Übernachtung im Vorfeld über ebookers gebucht. Leider war der ebookers-Deal im Dillys – was mir schon oftmals als „Traumhotel“ empfohlen wurde – eine große Enttäuschung. Außer unverschämte Preise, einen dicken Patzen Arroganz und „unsaubere“ Zimmer hat das Hotel nicht viel zu bieten. Über ebookers habe ich das Doppelzimmer für 129 EUR reserviert. Als wir ankamen, wollten sie 129 EUR pro Person für dasselbe Doppelzimmer. Ich habe reklamiert und es konnte mir nicht wirklich beantwortet werden, warum wir plötzlich 129 EUR pro Person zahlen mussten für dasselbe Zimmer. Ich hätte einen Eingabefehler im ebookers-System gemacht, wurde mir erklärt. Das ist nun mal so, dass man 129 EUR pro Person bei ihnen zu zahlen hätte. Ich habe daraufhin gemeint: Diesen Deal muss ich mir dann noch überlegen. Ich habe dann nochmals ins ebookers-System reingeschaut und mir wurde für den selben Abend nochmals das Hotel für 189 EUR pro Doppelzimmer inklusive Frühstück für zwei Personen angeboten.

Zur Information: Es war bereits 16 Uhr am späten Nachmittag und wenn das ebookers-System anzeigt, dass noch Deals – Zimmer – frei sind, heißt es – das Hotel ist nicht ausgelastet. Jeder anständige Kaufmann bzw Hotel versucht seine Zimmer voll zu bekommen und was kann einem besseres passieren, wenn man kurz vorm Abend noch zahlende Übernachtungsgäste bekommt. Diese dann aber über den Tisch ziehen wollen, anstatt froh zu sein, dass zahlende Gäste noch kommen, finde ich – gerade wenn ich mich 4*Sterne schimpfe – eine Sauerei!

Ich habe das 189 EUR ebookers-Angebot der Rezeptionistin gezeigt und gemeint: Das zahle ich maximal für zwei Personen und nicht mehr. Wäre sie nicht auf den Deal eingestiegen, hätte ich wahrscheinlich das bereits reservierte Doppelzimmer storniert – auch wenn ich auf den 129 EUR sitzen geblieben wäre. Woanders hätte ich schon irgendwo noch ein Zimmer gefunden.

Für das Geld was sie uns ursprünglich abknüpfen wollten, also 129 EUR pro Person für dasselbe Zimmer (dh 260 EUR für ein Doppelzimmer mit Frühstück) waren meine Erwartungen demnach hoch. Die Ernüchterung folgte: Ein nettes Doppelzimmer mit Spuren vom Vorgänger. Bei 4*Sterne und bei Zimmerpreisen ab 260 EUR in einer Gegend die nicht gerade zu der Jahreszeit vor Tourismus boomt – sollten die Basics passen: Sauberkeit. Im Badezimmer fanden wir lange dunkle Haare und die Armaturen im Badezimmer sind desolat – besonders die Armaturen in der Badewanne zum Duschen wie auch einige Badezimmer-Haken waren nicht mehr dort wo sie ursprünglich sein sollten. Der Feedback-Bogen vom Vor-Zimmer-Mieter noch im Zimmer mit Namen. Datenschutz scheint hier nicht ernstgenommen zu werden – meine Annahme dadurch. Ich sehe bei solchen Sachen gerne hinweg – nobody is perfect, aber wenn mich dann jemand noch arrogant mit aberwitzigen Preisen über den Tisch ziehen will, weil man „gehobenes“ Niveau verkaufen will, was aber nicht so ist, dann sollte meiner Meinung nach alles passen, sonst finde ich das Irreführung des zahlenden Kunden und das ist schlichtweg in meinen Augen eine Schweinerei. Das Dillys hat in der Gegend scheinbar sowas wie eine Monopol-Stellung. Das scheint ihnen irgendwie in den Kopf gestiegen zu sein. Sehr schade! Der Wellnessbereich, wie auch das wirklich gute Frühstück am Morgen wie auch das Abschieds-Goodybag, welches uns auf die Reise mitgegeben wurde, konnten meinen Eindruck nicht mehr retten. Kurzum, ich war enttäuscht.

Für meine nächste Übernachtung in Windischgarsten, werde ich daher versuchen im Gasthof & Hotel DAS RÖSSL ein Zimmer zu bekommen. Ich war kurz im Restaurant bzw in der Bar drinnen, es wird gerade alles renoviert. Bei einem Getränk konnte ich sogar mit dem Handwerker reden, der bereits einige Zimmer renoviert hat. Ich war noch in keinem neuen Zimmer drinnen, aber ich habe das Gefühl die Zimmer sind richtig toll geworden. Generell hat das Haus, Restaurant sehr herzlich und heimelig gewirkt. Ich denke Preis & Leistung passen dort.

Falls ihr DAS RÖSSL reserviert bzw dort schon übernachtet habt, schreibt mir gerne einen Kommentar – wie es euch dort gefallen hat.

Rucksack packen

Als Begleiter für die 2 Tage war mein Kilimanjaro Rucksack dabei. Mein „Kili“ hat ca 28 bzw 30 Liter Füllmenge. Er ist mittlerweile schon mehr als 6 Jahre alt und ich habe ihn sehr oft benutzt, weil ich ihn zum Tragen einfach absolut angenehm empfinde. Eigentlich war er auf fast all meinen Wanderungen – Sommer wie auch Winter – dabei, darum darf er nach so vielen Jahren und Wanderungen ein paar Verschleißerscheinungen haben. Die Netze sind leider kaputt, die aber für den Transport der Trinkflaschen hilfreich sind, darum muss ich ihn wahrscheinlich bald wechseln. Einen Ersatz habe ich bereits gesehen: Der Mammut Alpinrucksack gefällt mir mega!

Ich habe für die Wanderung darauf geachtet optimal zu packen, da jedes Gramm mehr am Rücken einfach mit der Zeit anstrengend wird. Was ich auf der 2-Tages-Tour dann im Endeffekt mit hatte, war wieder vom Wetter abhängig. Die Prognose für das Wochenende lautete Regen und Sonnenschein zwischen kalt und warm. Ich habe daher funktionale Outdoor-Bekleidung eingepackt, die ich im Zwiebel-Look je nach Wetter-, Schweiß- bzw Hitzelage kombinieren kann.

Wandern:

Schlafen:

Sonstiges:
  • Erste Hilfe-Packerl
  • 6 x Tageslinsen
  • Sonnencreme
  • Duschgel
  • Zahnbürste
  • Zahncreme
  • Gesichtscreme
  • Geld und Ausweise
  • Smartphone, Ladekabel und Powerbank
  • Wasserflasche

Anreise

Vom Linzer Hauptbahnhof fahren die Züge mehrmals am Tag nach Windischgarsten. Am besten ihr schaut online nach den Zugzeiten. Ich verwende dazu die ÖBB App, weil ich dort meine Zugkarten online kaufen kann bzw die App vom OÖ Verkehrsverbund, weil dort auch die Informationen bei Verkehrsbehinderung und die Alternativen dazu zur Verfügung gestellt werden.

Wir sind demnach also dann am Freitagnachmittag von Linz nach Windischgarten gefahren. Ich liebe diese „Selzthal“ Zugstrecke. Es ist immer wieder atemberaubend zu sehen wie sich innerhalb ein paar wenigen Kilometern das Alpen-VOR-Land zum Alpenland entwickelt.

Unser Abend dann zusammengefasst: Kleiner Spaziergang vom Bahnhof Windischgarsten zum Dillys. Einmal mit dem Alpine Coaster vom Wurbauerkogel. Abendessen mit Bier – Kemmet Bräu – beim Kemetmüller – sehr „zünftig“ ich sags euch! Der Kemetmüller hat sein eigenes Bier. Unbedingt probieren! Absacker in der Rössl Bar. Übernachtung im Dillys.

Kalkalpenweg Etappe 5: Von Windischgarten auf die Gowilalm

Aussicht auf Windischgarsten
Wunderschöne Wege

Nach dem Frühstück sind wir aufgebrochen. Bedeckter Himmel mit leichtem Sprühregen. Wir sind schnell beim Gehen ins Schwitzen gekommen. Zwiebel-Fashion beim Wandergewand war demnach mehr als vorteilhaft. Vorbei am Ortskern, vorbei beim Heimatmuseum haben wir schnell den Millionenweg gefunden. Der Weg führt uns einige Zeit bauchaufwärts durch wunderschöne Wälder.

Es geht weiter durch verträumte Mühlen und Täler. Wir blicken auf einer Anhöhe zurück auf Windischgarsten. Generell sind die Wege sehr gut beschildert. Dennoch passiert es uns oben bei der Dansbacher Kapelle – wir gehen geradeaus weiter anstatt linkshoch zur Jausenstation. Der Umweg kostet uns fast eine Stunde, dafür haben wir Ziegen gesehen und weiterhin die wunderbare Aussicht genossen.

Dansbacher Kapelle

Bei der Jausnstub`n Singerskogel angekommen genießen wir ein verdientes alkoholfreies Weißbier.

Verdientes alkoholfreies Weißbier

Wir trinken das Bier zügig, draußen ziehen sich die Wolken immer mehr und mehr zusammen. Es beginnt wieder zu nieseln. Der Einstieg zur Gowilalm ist hinter der Jausenstub`n. Zuerst geht es durch Wald und dann die letzten Stücke steiler bergauf. Es zieht immer mehr zu und das Nieseln wird zu starken Regen. Die Nebelschwaden steigen rund um uns auf und es wird uns leider keine Aussicht mehr gegönnt. Nach ca 1,5 h sind wir oben auf der Alm. Es schüttet mittlerweile wie aus Fässern mit keiner Sicht. Wir „retten“ uns in die Hütte und überlegen nun was wir tun sollen.

Die Hüttenwirtin ist auch vom Wetter enttäuscht. Sie informiert uns, dass wir heute die einzigen Übernachtungsgäste sind, weil die anderen 39 Wanderer spontan abgesagt haben. Auch die Bergmesse für Sonntag mit 800 Leute ist für Sonntag wegen Schlechtwetter abgesagt. Zuerst sind wir enttäuscht, wir hätten uns auf einen lustigen, kuscheligen Hüttenabend gefreut. Andererseits sind wir dann auch froh darüber, dass wir die Hütte für uns alleine haben. Es ist ein besonderes Erlebnis die Gowilalm wirklich für sich zu haben – ich habe das mein ganzes Leben noch nie erlebt und ich war schon oft oben. Wir lassen den Abend gemütlich ausklinken, essen eine richtig gute Brettljause, trinken ein paar Schnapserl, reden und lachen viel. Wir haben Glück und am frühen Abend verzieht sich der „Regendampf“ und wir erhaschen einen Blick ins Tal vom Gipfelkreuz hinter der Gowilalm.

Am frühen Abend kuscheln wir uns in`s Schlaflager um am nächsten Morgen wieder früh aus den Federn zu kommen.

Unser Tag zusammengefasst: Unser Tag führte uns von Windischgarsten mit einer Einkehr bei der Jausenstub`n Singerskogel zur Gowilalm. Übernachtet haben wir auf der Gowilalm 1365 HM. Reine Gehzeit ca 5 Stunden, 27.818 Schritte, 730 Höhenmeter bergauf insgesamt 27,27 Kilometer gegangen.

Kalkalpenweg Etappe 6: Von Gowilalm über die Hofalm nach Spital am Pyhrn

Wir wachen auf und es sieht gut aus. Der Regendampf hat sich fast vollständig verzogen. Nach dem Frühstück brechen wir auf Richtung Hofalm.

Während wir den Wanderweg hinter der Gowilalm über die Pferdewiese gehen wird der Himmel blau und klar. Unten bei der Pferdewiese angekommen kommen wir vom Schatten in die Sonne. Den Weg zur Hofalm gehen wir plötzlich in praller Sonne. Wir sind amüsiert und freuen uns, weil mit Sonne haben wir heute eigentlich nicht mehr gerecht. Der Anstieg zur Hofalm hat einige wirkliche steile Passagen, es ist heiß in der Sonne, dafür ist die Aussicht auf Spital am Pyhrn malerisch.

Von der Hofalm sind wir nach einer kurzen Einkehr nach Spital am Pyhrn abgestiegen. Durch den Regen war der steile Weg sehr nass und forderte einiges an Koordination. Unten in Spital am Pyhrn angekommen war das schöne Wetter wieder vorbei. Die vielen grauen Wolken am Himmel wirkten nach erneuten Regen und die Gehsteige in Spital am Pyhrn waren „hochgeklappt“. Darum sind wir über die schöne Bahnhofsallee direkt zum Bahnhof weitergewandert. Wir mussten nicht lange auf den Zug warten. Wir stiegen ein und fuhren müde aber entspannt von dem sehr schönen Wochenende zurück nach Linz.

Unser Tag zusammengefasst: Unser Tag führte uns von der Gowilalm über die Hofalm (1.305 Höhenmeter) nach Spital am Pyhrn (640 Höhenmeter). Die Dr. Vogel Klamm haben wir wegen Schlechtwetter ausgelassen. Reine Gehzeit 5,5 Stunden. Schritte 33.446 Schritte, 576 Höhenmeter aufwärts 1.283 Höhenmeter abwärts, insgesamt 24 km gegangen.

Fazit: Es waren zwei wunderschöne Tage und der Kalkalpenweg auf diesen Etappen sehr schön angelegt. Der Kalkalpenweg ist ein Weitwanderweg – 150 Kilometer lang – aufgeteilt in 11 Etappen in Oberösterreich. Ich bin Etappe 5 und 6 gegangen, beide Etappen waren machbar aber trotzdem konditionell teilweise herausfordernd. Ich würde die Wanderung ohne geeignete Grundkondition nicht machen. Sehr schön an diesen zwei Etappen ist: Es gibt gute Möglichkeiten zur Einkehr und die malerische Aussicht ist einzigartig. Wer also eine richtig schöne, naturbelassene, genussvolle 2-Tages-Hüttenwanderung machen will, dem kann ich diese Tour – so wie ich sie gemacht habe, schwer empfehlen. Diese Tour ist aus meiner Perspektive auch für Wanderer gut geeignet, die alleine gehen wollen, da der Weg weitgehend ungefährlich ist.

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