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LASST UNS REDEN: KREBSABSTRICH UND HPV

Ich habe ja nie mit euch darüber gesprochen, was da letztes Jahr los war. Ich habe nie mit euch darüber gesprochen, warum ich letztes Jahr entschieden habe, es wird wieder Zeit mein Leben mehr in den Griff zu bekommen und seit dieser Woche weiß ich – nach Telefonat mit meinem Arzt – ich bin am Weg und bin wirklich unfassbar dankbar über meine Gesundheit.

Gerade auch weil letzte Woche wieder eine Bekannte mit 41 an Krebs verstorben ist. Sie war eine treure Leserin meines Blogs und Followerin meiner Social-Media-Kanäle. Ich stehe dem Tod sehr nüchtern entgegen. Wir alle müssen sterben und das Leben hat eine Endlichkeit. Trotzdem berührt es mich. Wir hatten ein sehr schönes Abschiedsgespräch. Es ging darum ob es gscheiter ist nur maximal 40 zu werden und sein Leben erfüllt und großteils selbstbestimmt gelebt zu haben oder doch 90 zu werden und vielleicht nie das Leben führen zu können welches man sich wünscht. Wir waren uns einig – lieber 40 selbstbestimmt und erfüllt. Letzte Woche ist sie dann gegangen. Sie hat sich vorher noch bedankt, dass ich ihr durch das schöne Gespräch Frieden geben konnte. Das hat mich wirklich berührt. Jeder hat es verdient in Frieden zu gehen.

Also zu mir: Eigentlich war es letztes Jahr eine Routineuntersuchung. Ich habe meine Frauenärztin gewechselt. Bin dann bei einer Wahlärztin gelandet die auf Endrometriose spezialisiert ist. Ich habe mir von ihr erwartet, dass sie mir weiterhelfen kann um eine Lösung für meine monatlichen Schmerzen zu finden.

Bei der Routineuntersuchung wurde ein Krebsabstrich gemacht und HPV (Humane Papillomviren) getestet. Der Krebsabstrich wurde mit einem PAP IVa bewertet, was grundsätzlich bei mir nichts Ungewöhnliches ist, da ich seit meinem 20 Lebensjahr immer wieder in kürzeren Abständen einen positiven PAP hatte. Es wird dann halt in kürzeren Abständen wieder ein Abstrich genommen, der in meinem Fall dann meistens wieder negativ ausfällt. Diesmal war es aber anders. Mein HPV Test war positiv. Die Kombination PAP IVa und HPV positiv Stamm 16 oder 18 lassen dann meistens die Ärzte aufhorchen, da es ein starker Indiz auf Gebärmutterhalskrebs sein kann bzw die Basis davon ist. Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich mich noch nie mit HPV auseinandergesetzt. Ich bin kein Arzt aber so wie ich das verstanden habe gibt es eine Bandbreite an HPV Viren und jeder vierte Österreicher bzw jede vierte Österreicherin trägt den Virus, aber meist unbemerkt, weils vom eigenen Immunsystem wieder abgewehrt wird. Also so wie halt ein Grippenvirus oder eine Verkühlung. In meinem Fall war der HPV hartnäckig. Ich muss auch gestehen, dass ich letztes Jahr einfach immens gestresst war und es mir daher einfach nicht gut mit meinem Immunsystem ging und ich vielleicht deswegen anfälliger war, dass mein Körper das Problem einfach nicht selber behoben hat. Whatever.

Ich wurde daher ins Krankenhaus geschickt. Wo mir Gewebe am Gebärmutterhals entnommen wurde. Ich kann euch sagen, es gab angenehmere Momente in meinem Leben. Ich habe mich dort im Krankenhaus so alleine gefühlt. Die Ärztin und auch die Assistentin waren sehr nett und verständnisvoll, trotzdem als die Untersuchung fertig war und ich draußen am Krankenhausflur gesessen bin, mit einer gigantischen Binde unten rum – weils noch nachblutet – und gewartet habe, damit mein Kreislauf wieder stabil wird, um nach Hause gehen zu können habe ich geweint. Kurzum es ging mir beschissen. Ich habe mich so einsam gefühlt wie schon lange nicht mehr.

3 Wochen habe ich dann auf die Ergebnisse der Untersuchung gewartet. Bis ich den erlösenden Anruf vom Krankenhaus erhalten habe, dass sich meine Zellen um den Gebärmutterhals nicht auffällig verändert haben und somit soweit alles vorläufig gut ist. Ich aber trotzdem in 3 Monaten zur Nachkontrolle wieder kommen muss.

Nach 3 Monaten hat die Frauenärztin wieder einen Krebsabstrich gemacht und wieder einen HPV Test. Diesmal war wieder beides positiv. Spiel hätte wieder von vorne begonnen und meine Ärztin war sich dann nicht mehr sicher und hat gemeint ich solle mir doch von einem anderen Arzt eine andere Meinung einholen.

Mir wurde dann wärmsten ein Frauenarzt von sehr vielen Bekannten empfohlen. Es war nicht leicht bei ihm einen Termin zu bekommen aber die Untersuchung dafür war dann wirklich sehr gut – ihr müsst wissen ich mag Frauenarzt-Untersuchungen gerade bei fremden Männern gar nicht. Er hat diesmal insgesamt 3 Tests bei mir gemacht, hat mir Gewebe entnommen und dann hieß es wieder warten.

Diese Woche haben wir dann die Testergebnisse besprochen. Krebsabstrich negativ und auch meine Zellen sind ok. Kurzum – pumperlgesund wieder. Jedoch hat er mir geraten: HPV-Impfen. Die HPV-Impfung wird kostenlos allen österreichischen Kindern angeboten. Das ist neu. In meiner Kindheit wurde ich für sowas nicht geimpft. Die Impfung ist als Erwachsene nicht billig und wird auch nicht finanziell unterstützt. Die HPV Impfung ist eine 3teilige Impfung. Eine Impfung kostet bei 200 EUR. Das heißt insgesamt 600 EUR. Kein günstiger Spaß – dafür eine Investition in die eigene Gesundheit.

Was ich euch damit sagen will – ich selbst bin nicht wirklich Impf-Fan. Ich habe diese Debatte über das Impfen der Kinder, obwohl ich selbst keine Kinder habe, medial verfolgt. Ich kann es total verstehen, wenn man denkt – naturpur – und es ist besser die Kinder nicht zu impfen. Ich bin keine Ärztin, habe also das Fachwissen nicht, aber ich denke einige wichtige Impfungen sollte das Kind schon machen – vor allem unser Gesundheitssystem bietet die Impfungen großteils „kostenlos“ an. Ich sehe das jetzt bei mir – hätte ich als Kind schon die Möglichkeit gehabt mich gegen HPV impfen zu lassen, hätte ich es bestimmt gemacht. Es ist nämlich so, dass sich fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens mit HPV infiziert. Für uns Frauen können aber einige HPV-Viren zu Gebärmutterhalskrebs führen, ein Risiko was mit einer Impfung einfach vermieden werden kann.

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