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DER MANN MIT DEM BOOT: EROTIK MIT STERNENHIMMEL?

Die besten Geschichten schreibt das Leben – bekanntlich! Ich habe mir daher schon seit Wochen überlegt, ob ich mit meinem Blog eine Plattform schaffen möchte, für all die Geschichten die im Alltag passieren, aber nirgendwo seinen Platz finden. Geschichten, die Bekannte von mir erlebt haben oder auch ich selbst. Geschichten die aufgeschrieben, geteilt werden müssen zum Lachen, zum Nachdenken, zum Erinnern, zum Mitfühlen und vielleicht auch daraus lernen – was es auch immer zum Lernen dabei gibt. Mein Blog, die dorisworld.at, wo all diese Geschichten Platz finden dürfen, geschrieben, verfasst und erlebt unter einem Pseudonym.

Mit fast 40 Jahren und einem offenen Verstand passiert viel im Leben. Ohne es zu bewerten, ob gut oder schlecht – es passiert. Wir Menschen da draußen sind imperfekt, verrückt, verletzend und manchmal nicht schön, aber in der Gesamtheit großartig und darum entstehen Geschichten. Lasst mich hier die erste Geschichte mit euch teilen:

Der Mann mit dem Boot: Erotik mit Sternenhimmel?

Ich schlendere durch die Stadt. Es ist noch warm, der Sommer liegt in seinem letzten Atemzug. Ich will noch nicht nach Hause. Es wartet niemand. Ich beschließe runter zum Fluss zu gehen. Unten beim Fluss an der Bar kaufe ich mir ein großes Glas Rotwein. Ich fühle mich leicht, 2 Tage frei, das Wochenende steht vor der Tür. Die warme Brise weht beschwingte Musikklänge heran. Die Plattform der Bar im Fluss bewegt sich als möchte sie zur Musik tanzen und doch sind es nur die leichten Wellen vom Wasser. Neben mir eine große blonde Frau. Wir schweigen gemeinsam und starren ins Wasser. Ich trinke meinen Rotwein, sie ihr Bier. Es vergehen viele Minuten. Sie blickt mich an, tippt auf mein fast leeres Rotweinglas und sagt: „Magst du auch noch was?“ Ich blicke ihr in die Augen und wir lächeln uns beide an. „Ja, bitte!“ Sie steht auf, dreht sich um und geht zur Bar. Ich träume weiter vor mich hin. Es ist mittlerweile Nacht, sternenklar – wunderschön! Das sanfte Schaukeln der Wellen wird stärker, ich öffne meine Augen und sehe – ein Boot legt an. Ein kleines schönes Sport-Motorboot. Ich ignoriere das Anlegemanöver des Sport-Motorboots und träume weiter vor mich hin. Die Minuten verstreichen. Ich bekomme Durst – wo ist sie?

Ich stehe auf und gehe Richtung Bar. Die Blonde steht dort und schäkert mit einem Mann der am Barhocker sitzt. Ich stelle mich dazu. „Ich war gerade beim Bestellen und dann habe ich diesen attraktiven Mann kennengelernt,“ erklärt sie sich.

Ich bin müde und durstig. Will ich überhaupt noch etwas Trinken? Ich glaube, ich gehe heim, denke ich mir, drehe mich zum Mann am Barhocker und zwei unglaublich freche Augen mit einem verschmitzten Lächeln blicken mich an.

„Bumzack – waaaaaahhhnsinn – was für eine Ausstrahlung,“ meldet mein Gewissen meinen Hormonen. „Uiiiiiii und dann riecht der auch noch so gut – ich will – ich will,“ schreien meine Hormone meinem Gewissen zurück. „Was willst du? – fragt mein Gewissen meine Hormone.

„Ich will, ich will, ich will, Nähe mit diesem Mann! Ich will diesen Mann besser kennenlernen!“

„Sei jetzt stad und geh heim! – Stop!“ brüllt mein Gewissen mittlerweile.

Er blickt mich an, als könnte er meine Gedanken lesen.

„Ich glaube, das ist keine gute Idee, wenn du jetzt gehst,“ sagt er bestimmt. Ich bin überrascht und doch amüsiert.

„Bestell dir doch noch ein Glas Rotwein – ich habe heute Geburtstag, da kannst noch nicht heimgehen.“

Erotik liegt in der Luft.

Ich bestelle mir noch ein Glas Rotwein. Währenddessen nimmt er eine andere Frau in den Arm, sie wirken sehr innig und vertraut. Okeeey, wohl SEINE Frau, ich bin ein bisschen enttäuscht und gehe wortlos zurück auf meinen vorigen Platz. Es dauert nicht lange, dann steht er wieder bei mir.  Er erklärt mir, dass er heute mit seinem Boot ausgefahren ist, weil er Geburtstag hat, mit seinen Nachbarn – ein Ehepaar mit deren Tochter. Er selbst sei „katastrophal“ geschieden. Ich frage nicht weiter nach, was katastrophal für ihn bedeutet. Erotik liegt in der Luft. Wir sind schon sehr nahe, wir können uns sehr riechen. Er wirkt wie ein kleiner Welpe, der in den Arm genommen werden mag. Verspielt, weich und verrückt. Er küsst mich. Langsam, heftig, intensiv unsere Lippen passen perfekt zu einander. Es raubt uns beiden den Atem und wir wissen, dass es zwischen uns passen würde. Mehr als passen. Ich drehe mich kurz um und plötzlich fliegt ihm die andere Frau wieder in die Arme – die Ehefrau, die auch mit ist und nicht seine ist. Sie herrscht ihn an, ob er leicht mit mir geküsst hätte. Er sagt nichts. Ich bin verwirrt, sie ist offensichtlich verliebt in ihn oder sie haben eine Affäre – sie wirken zu vertraut.

Er schnappt meine Hand und zieht mich weg von ihr. Hebt mich hoch und setzt mich runter ins Boot – in sein Boot. Er rutscht aus und landet im Wasser. Tropfnass steht er in seinem Boot vor mir. Er friert. „Und jetzt, was willst du jetzt mit mir tun?“ „Das ist mein Boot,“ sagt er bestimmt, „und da bin ich der Kapitän.“

Das Ehepaar stürmt – just in dem Moment – auch aufs Boot, er startet den Motor und ich bin draußen am Fluss. Die Sterne glitzern vom Himmel. Er wirft mir einen Schlafsack hin und zieht seine nassen Klamotten vor mir aus. Nackt kuschelt er sich in den Schlafsack und ich soll mich auch reinkuscheln.

Die Ehefrau stürmt auf ihn zu. „Was soll diese Schlampe hier am Boot?“ Offensichtlich meint sie mich. Ich tippe sie kurz an, damit sie mich anblickt: „Hallo, mein Name ist Sabrina – ich habe mich schon vorher bei dir vorgestellt, also du kannst mich gerne bei meinem Vornamen nennen, weil Schlampe ist einfach so ein „hässliches“ Wort für uns Frauen.“ Sie schaut mich verdutzt an, dreht sich aber wieder zu ihm um und herrscht ihn weiter an. Währenddessen versucht er immer wieder mich in den Schlafsack zu ziehen. Komische Situation, denk ich mir, ich schätze mal er hat eine Affäre mit ihr und ihr Ehemann weiß nichts davon. Sie meckert weiter, so kann ich ihn nicht fragen, was Sache ist. Ihr wirklicher Ehemann liegt irgendwo hinten im Boot. Nach einiger Zeit lässt sie von ihm ab und zickt ihren Ehemann an.

Er versucht mich wieder zu küssen, irgendwie ist jetzt alles komisch. Hier ist definitiv eine zuviel am Boot. Er versucht mich weiterhin in den Schlafsack zu ziehen. Das Kuscheln ist schön, trotzdem nervt das Gezicke und die Beleidigungen der anderen Frau. Ich blicke ihn an und sage: „So geht das nicht für mich. Ich weiß nicht, was bei euch abläuft, aber das gehört geklärt sonst wird da nichts mit uns laufen und schon gar nicht hier am Boot. Ich fühle mich wegen des Drama`s hier nicht wohl. Schreien bzw. mich so unter der Gürtellinie beleidigen lassen mag ich nicht und habe ich auch nicht verdient.“

Er blickt mich lange an, steht auf und fährt mich zurück zum Steg. Er wirkt traurig, ignoriert mich, kein Wort des Abschiedes und braust wieder davon. Ich stehe minutenlang am Steg starre abwechselnd ins Wasser und in den sternenklaren Nachthimmel. Dann bin ich heim.

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