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EINFACH ERKLÄRT: WAS BEDEUTET DIE NEUE STEUERREFROM FÜR UNS!

Die neue Steuerreform ist seit einigen Tagen in allen Medien. In einer Pressekonferenz am 1. Mai 2019 hat unser Bundeskanzler, Sebastian Kurz, die neue Reform präsentiert. In diesem Blogbeitrag möchte ich euch einfach erklären, was es mit der Reform auf sich hat und welche Auswirkungen die Änderungen auf uns haben. Politik und Wirtschaft sind sehr wichtige Themen und jeder sollte sich dafür engagieren können und denselben Wissenstand haben. Es betrifft nämlich jeden Österreicher direkt und viele Staatsbürger aus anderen Ländern indirekt.


EINFACH ERKLÄRT: WAS BEDEUTET DIE NEUE STEUERREFROM FÜR UNS!


Mir ist klar, dass die vielen Fachbegriffe über die in der Steuerreform gesprochen werden, nicht ganz einfach zu verstehen sind. Es ist eine eigene Wissenschaft zu verstehen, in welchem Zusammenhang diese Begriffe stehen und welche Auswirkungen sie auf uns haben.

Auch ich habe als Jugendlicher wenig Wissen über (Volks-)Wirtschaft bzw Politik gehabt auch kannte ich den großen Zusammenhang nicht.

Für mich war damals Zeitung lesen die KRONE, daheim gab es auch nix anderes, und der kleine Wirtschafts- und Politik-Teil dort drinnen – der für mich damals keinen Sinn machte – war etwas, was irgendwie die Erwachsenen brauchten. Die Erwachsenen in meinem Umfeld konnten mir nicht ausreichend erklären, warum es wichtig ist.

Ich muss wirklich ehrlich gestehen, dass ich bis zum Anfang meines Wirtschaftsstudiums wenig Ahnung hatte welche Dimensionen die Wirtschaft und Politik auf unser Leben, auf unsere Gesellschaft hat. Und ja, ich wusste auch damals nicht warum immer alle so über die Kronen Zeitung schimpften und warum andere Zeitungen besser sind und warum alle die ein bisschen „gebildeter“ waren alles immer so kompliziert erklären und lesen mussten.

Gott sei Dank war ich neugierig genug, all das zu hinterfragen. Ich hatte dann auf der Uni auch einige großartige Professoren, die mir die Materie spannend näher gebracht haben. Der Punkt ist Politik und Wirtschaft beeinflussen massiv unser tägliches Leben, das könnt ihr mir glauben.

Gut, zurück zur österreichischen Steuerreform 2019.

Mein Wissen zu diesem Blogbeitrag über die Neuerungen beim Steuerrecht beziehe ich aus der Pressekonferenz, die live mitgefilmt wurde und über den Facebook-Social-Media-Kanal von Sebastian Kurz (7.5.2019) abrufbar ist. Dann habe ich mir noch das Interview Sebastian Kurz mit Journalist Eppinger angeschaut. Das Interview ist ebenso am Social Media Kanal von Sebastian Kurz abrufbar. Auf der Finazonline Seite (Finanz-Seite des Bundesministeriums) sind auch schon einige Informationen verfügbar (ich habe dort am 7.5.2019 draufgeschaut). Auch hat das Bundesministerium am 30. April 2019 eine Pressemeldung zu der Steuerreform über die APA (Austrian Presse-Agentur) herausgegeben – auf die übrigens fast alle Tageszeitungen als Quelle zugreifen. Dieser wird auch in diesem Blogbeitrag berücksichtigt. Im RIS (Rechtsinformations-System des Bundes) habe ich Einsicht in den neuen Gesetzesentwurf genommen, der von der Regierung am 7.5.2019 zur Begutachtung eingebracht wurde.

Alle anderen Medien, die nicht direkt von der Quelle kommen, also vom Bundesministerium selbst, habe ich nicht berücksichtigt. Der Grund: Mein Anliegen ist eine möglichst quellen-neutrale Zusammenfassung.

In den nächsten Monaten wird das Bundesministerium noch viel mehr Informationen bzw Details dazu, also zu den einzelnen Punkten der Reform, ausformulieren. Also wie nun die Steuerreform ganz genau konkret in den einzelnen Bereichen nun aussieht, müssen wir noch abwarten. Grundsätzlich wird die Steuerreform 2019 von der Regierung bis zum Jahr 2022 umgesetzt.

Steuerreform Österreich 2019: Was wird sich für uns ändern?

#1: Senkung der Grenzsteuersätze = Netto mehr am Konto

Einkommen werden in Österreich besteuert. Seid ihr in einem Unternehmen angestellt, übernimmt diese Besteuerung die Personalverrechnung. Am Ende des Monats habt ihr dann am Konto das „reale“ Geld und am Gehalts-/Lohnzettel seht ihr wie viel Steuerlast das Unternehmen von eurem ursprünglichen Gehalt/Lohn an das Finanzamt abgeführt hat. Ihr bekommt somit „netto“ Geld ausbezahlt.

Insgesamt sind im österreichischen Steuerrecht sieben Einkunftsarten definiert, weil ja nicht jedes Einkommen aus einer „unselbstständigen“ Arbeit (also wenn ihr wo angestellt seid) kommt. Klick HIER dann erfahrt ihr mehr über die Einkunftsarten.

Alle Einkünfte einer einzelnen Person werden in Österreich mit einem sogenannten Stufen-Steuertarif mit Grenzsteuersätzen versteuert. Die Grenzsteuersätze sind „progressiv“ gestaffelt. Das heißt, fortschrittlich, aufsteigend, das seht ihr in der folgenden Tabelle. Die ersten 11.000 EUR von eurem brutto Jahres-Einkommen sind steuerfrei. Danach wird euer Einkommen in Tarifstufen gestaffelt versteuert. In der Tabelle anbei seht ihr, wie sich der Grenzsteuersatz seit 2009 verändert hat und auch den „neuen“ Grenzsteuersatz.

Tarifstufen Einkommen in Euro Grenzsteuersatz)
2009 bis 2015
Grenzsteuersatz ab 2016 Grenzsteuersatz neu
11.000 und darunter 0% 0% 0%
über 11.000 bis 18.000 36,5% 25% 20%
über 18.000 bis 25.000 36,5% 35% 30%
über 25.000 bis 31.000 43,2143% 35% 30%
über 31.000 bis 60.000 43,2143% 42% 40%
über 60.000 bis 90.000 50% 48% 48%
über 90.000 bis 1.000.000 50% 50% 50%
über 1.000.000 50% 50% 55%4)

(Quelle: Bundesministerum für Finanzen, Download 10.5.2019 & Österreich GV, Download 10.5.2019)

In Zukunft wird in unseren eigenen Geldbörsen mehr übrig bleiben. Das ist sehr erfreulich!

„Es ist eine ehrliche Entlastung für die Menschen in unserem Land. Ich freue mich, dass wir das umsetzen können, was wir im Regierungsprogramm vereinbart haben“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz beim Pressefoyer gemeinsam mit Vizekanzler Heinz-Christian Strache, Finanzminister Hartwig Löger und Staatssekretär Hubert Fuchs nach dem Ministerrat im Bundeskanzleramt. (Quelle: Bundeskanzleramt, Download 10.5.2019)

Das stimmt. Der Staat verzichtet auf Einnahmen in Milliarden-Höhe für uns.

Lasst uns auf die andere Seite der Medaille schauen.

Warum tut der Staat das? Das Ziel dahinter was die Steuerreform betrifft, ist ein größeres. Die Wirtschaftslehre & Hausverstand besagt, wird der Grenzzsteuersatz gesenkt, ist das ein massiver Anreiz für Menschen in Österreich zu arbeiten.

#2: Senkung der Körperschaftssteuer, Unternehmen werden in Österreich weniger besteuert = Österreich als Unternehmensstandort ist wieder interessant

Dadurch, dass auch die Körperschaftssteuer (kurz: KÖSt) derzeit bei 25 %, das ist die Steuer die Einkünfte der Unternehmen (juristische Personen) besteuert, in dieser Steuerreform gesenkt wird, nämlich auf bis zu 21 %, ist eine Ansiedlung von mehr Unternehmen in Österreich wahrscheinlich. Das heißt für Österreich in Zukunft – hoffentlich – weiteres Wirtschaftswachstum.

Es wird mehr Unternehmen in Österreich geben. Das heißt mehr Arbeitsplätze, mehr Geschäft für uns. Das ist sehr erfreulich!

#3 Erhöhung der Kleinunternehmergrenze auf 35.000 EUR Jahresumsatz = bis 35.000 EUR keine Umsatzsteuer

Unternehmen müssen normalerweise beim Verkauf Umsatzsteuer anführen und sind vorsteuerabzugsberechtigt. Durch die Kleinunternehmer-Regelung müssen sie dies aktuell nur ab einem Jahresumsatz von 30.000 EUR. Dieser Jahresumsatz wird nun auf 35.000 EUR angehoben.

Die erhöhte unechte Umsatzsteuerbefreiung wird kleine Unternehmen für mehr „unbürokratischen“ Absatz motivieren.

#4: Mitarbeiter-Erfolgsbeteiligung = Bonuszahlungen werden bis zu 3.000 EUR Steuer befreit

Die neue Steuerreform bietet eine begünstigte Mitarbeiter-Erfolgsbeteiligung an. Das heißt, wenn ihr angestellt seid und eine Erfolgsprämie bekommt, dann wird diese in Zukunft nicht mehr besteuert sein.

Es wird mehr in unseren Geldbörserl übrig bleiben.

#5: Abschaffung der Schaumweinsteuer = Sekt wird günstiger

Ich mag nicht befürworten, dass Alkohol wieder billiger wird. Jedoch so ab und an ein schönes gepflegtes Glas „Prickel-Wein“ hat schon was.

Wir müssen weniger Geld für Sekt, wenn wir einen kaufen, ausgeben.

#6: Reduzierung der Normverbrauchsabgabe (NOVA) = Auto mit wenig Co2 Ausstoß werden billiger

Die neue Steuerreform beinhaltet auch einen ökologischen Schwerpunkt. Es soll die NOVA gesenkt werden. Für Unternehmen soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass Elektrofahrräder vorsteuerabzugsberechtigt sind und somit Mitarbeitern vermehrt Elektrofahrräder angeboten werden können. Die Steuer bei Photovoltaikanlagen und nachhaltig produziertem Wasserstoff bzw Biogas aus erneuerbaren Quellen soll abgeschafft werden. Damit mehr Menschen auf elektronische Bücher und Zeitungen zurückgreifen (Papier-Druck verursacht Co2) wird es darauf eine ermäßigte Umsatzsteuer von 10 % geben.

Beim Kauf eines neuen Autos mit wenig CO2 Ausstoß, müsst ihr weniger zahlen! Elektro-Fahrräder werden steuerlich begünstigt, wie auch Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Elektronische Bücher und Zeitungen werden günstiger, da weniger Besteuerung.

Die Steuerreform beinhaltet noch viele weitere Unterpunkte, die ich hier außen vor lasse. Warum? Es gilt jetzt mal abzuwarten, wie das wirklich alles umgesetzt wird. Die wichtigsten Punkte aus meiner Sicht habe ich nun angesprochen. Ich hoffe, ihr könnt damit ein bisschen etwas anfangen. Bitte berücksichtigt, ich habe Wirtschaft studiert, bin aber keine Steuerberaterin. Der Artikel ist eine Zusammenfassung aus meiner Perspektive, vereinfacht erklärt, mit den Ressourcen, die mir zur Verfügung gestanden sind, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Aber jetzt zu euch: Erzählt mal, was habe ich aus eurer Sicht nicht angesprochen. Habt ihr euch schon mit der neuen Steuerreform befasst? Was ist noch unklar? Hat euch der Artikel gefallen?

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