Elefantenhaut: Ein Leben in Konkurrenz als Sensible

Ich stehe da und blicke um mich. Menschen können einem so gut tun, aber auch nicht. Gerade für mich, vielleicht auch als Frau, ist der Kampf da draußen in der freien Wildbahn oftmals unerträglich. Ich würde gerne einfach so herumlaufen ohne meinen Schutzpanzer. Mein Schutzpanzer ist meine dicke Mauer um mich. Die Mauer die mich abschottet aber auch schützt. Ich gehe hinaus in die Welt und möchte was Gutes tun, möchte mich einbringen, möchte Verbindungen aufbauen möchte es gut machen. Wollen wir das nicht alle? Nein, ich denke jeder hat einen anderen Grund, andere Motive die einem treiben.

Ich bin gut im Beobachten, bin gut im Schmecken, Riechen, Fühlen und auf Grund meines sehr gut ausgeprägten Verstandes kann ich vieles kombinieren und zusammenfassen, vieles voraussehen, was ich oftmals selbst nicht beschreiben kann. Einige nennen es Intuition, andere Erfahrungen. Was es auch ist, es ist so. In meinen psychologischen Ausbildungen wurde ich oftmals irritierend aber auch anerkennende angeblickt. Ich war immer die, die mindestens 3 Schritte bereits vorausgedacht hatte und somit manche Dinge sehr gut voraussehen konnte. Vielen hat genau dies manchmal Angst gemacht. Ich als Mensch, eine Kombination aus Verstand und einer unglaublichen Sensibilität.

Ich atme, stehe da und weiß eigentlich, dass ich selbst meine größte Angst bin. Meine Hochsensibilität (ich mag dieses Wort gar nicht, aber in der Literatur gibt es keinen anderen Begriff scheinbar dazu) und mein Verstand lassen mich jeden Tag so viele Eindrücke verarbeiten, die mir oftmals nicht lieb sind. Ich brauche Zeit für mich um diese Eindrücke zu verarbeiten. Mag es ein Geruch gewesen sein. Mag es ein für mich verstörender Tonfall gewesen sein. Es macht mir Angst. Ich habe gelernt eine Mauer um mich zu bauen, damit nicht so viele Eindrücke auf mich einprasseln müssen. Hinter der Mauer allerdings fühle ich mich oftmals wie ausgelaugt. Eine Zeitlang habe ich versucht keine Mauer zu haben, keine Mauer verteidigen zu müssen, aber auch dies ist ein Kraftakt. Es ist wie ein nicht endend wollender Weg durch den Dschungel, nackt.

Ich habe allerdings gelernt mit meiner Gabe zu leben. Beobachten können, Schmecken fühlen die vielen Eindrücke kombinieren können, ich bin sehr dankbar dafür. Denn, wenn all diese Dinge nicht zu mir gehören würden, würde es diesen Blog nicht geben. Würde es mich nicht geben so wie ich bin, sarkastisch, kritisch, direkt aber eben feinfühlig.

Auch, wenn die Raubtiere da draußen zuschlagen würden, bleibe ich dennoch standhaft obwohl ich sensibel bin. Ich stehe dazu, dass ich viel mehr Zeit für mich brauche als andere, dafür aber schneller bei der Lösung bin. Ich stehe dazu, dass ich einen unrealistischen Wunsch lebe, der Wunsch, das Sensibilität, Intuition in einer wirtschaftlich getriebenen Welt nichts Negatives sind, sondern eine Gabe, einfach Dinge anders anzugehen und dennoch erfolgreich zu sein.

Ich denke Vertrauen ist der Schlüssel. Vertrauen.

5 Kommentare zu „Elefantenhaut: Ein Leben in Konkurrenz als Sensible

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