Wie ich zur Journalistin ausgebildet wurde. OÖ Journalisten-Akademie ein Erfahrungsbericht.

Wie ich zur Journalistin ausgebildet wurde. OÖ Journalisten-Akademie ein Erfahrungsbericht.

JA – seit heute habe ich das Bildmaterial meiner Zertifikatsverleihung zum Abschluss meiner Journalistenausbildung, wo mir Dr. Josef Pühringer unser Landeshauptmann das Journalisten-Zertifikat überreicht, daher kann ich eeendlich diesen Post veröffentlichen. Er ist mir echt schon schwer am Herzen gelegen. Meine Kollegen aus dem Journalisten-Grundkurs fühlen jetzt bestimmt mit mir und wissen, dass die Fotoangelegenheit einen bereits zähen, klebrigen Kaugummi glich. Aber Gott sei Dank, hat sich unser lieber HERBERT (der muss hier erwähnt werden) so ins Zeug gelegt, somit Ende gut alles gut. Wie einige liebe LeserInnen ja mitbekommen haben, habe ich mit Anfang dieses Jahres die Oberösterreichische Journalistenakademie abgeschlossen. Den Kurs habe ich im Herbst 2014 besucht und ich möchte Euch hier über meine Erfahrungen berichten.

Schon seit vielen Jahren habe ich darüber nachgedacht mich für die Journalistenakademie zu bewerben. Lesen und Schreiben haben mich schon seit ich es gelernt habe fasziniert. Allerdings war ich in der Schule in dieser Disziplin nie die Beste oder wenn ich mittlerweile zurückdenke war einfach mein Leistungsanspruch an mich selber viel zu hoch. Ich dachte immer ich kann nicht „Schreiben“ bzw mich „Ausdrücken“. Ich hatte Angst es auch zu probieren. Natürlich musste ich viele Texte, rein wegen meines Studiums, schreiben. Aber das waren Fachtexte und auch da hatte ich immer das Gefühl mit dieser Art und Weise zu schreiben in ein Korsett gesteckt zu werden bzw jmd entsprechen zu müssen. Mittlerweile weiß ich, jeder hat seinen eigenen Schreibstil. Genau das macht Schreiben so einzigartig. Natürlich ist beim Schreiben zu überlegen, gerade wenn man für die Wirtschaft schreibt, so zu schreiben, dass am Besten alle definierten Stakeholder mit dem Text abgeholt werden sollen und je unterschiedlicher die Stakeholder sind desto schwieriger ist es natürlich den Text so zu formulieren, dass es alle gleich verstehen. Ich habe mich jedoch seit langem von dem, dass alle den Text gleich verstehen müsen, verabschiedet. Es wird immer jemand dabei sein der etwas anderes reininterpretiert. Ein guter Text ist meines Erachtens, der der einem fesselt. Gerade in unserer heutigen Zeit in der permanenter Information-Overflow herrscht, muss ein Text fesseln sonst wird er nicht gelesen.

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Fotocredits: LandOÖ; von links nach rechts: Dr. Wolfgang Chmelir (Akademieleiter), Mag. Doris Prohaska, BSc, MBA (ICH), Dr. Josef Pühringer (Landeshauptmann OÖ), Sebastian Achleitner (Kursleiter)

Im Jahr 2008 habe ich mich dann damals meiner Angst (nicht gut genug für das Schreiben zu sein und von anderen deswegen ausgelacht zu werden und demnach nicht zu schreiben obwohl es mir Spaß machen würde) gestellt  und mich für den ÖH-Courier als Reporterin beworben. Der ÖH-Courier ist das Magazin der Österreichischen Hochschülerschaft http://oeh.jku.at/abschnitte/%C3%B6h-courier an der Universität in Linz. Ich habe dann innerhalb eines Jahres mehrere Artikel | Dossiers | Interviews erfasst. Zum einen rund um die Wirtschaftskrise. Die Zeit beim Courier hat mir Spaß gemacht und ich habe gelernt Interviews mit Professoren und Führungskräften zu führen und diese entsprechend auch in einem Artikel umzusetzen.

Meine Schreibkarriere war dann eine Zeitlang wieder still gelegt. Abgesehen davon, dass ich meine Diplomarbeit, meinen Blog, meine Tagebucheinträge und für das Unternehmen Absolventen.at/Austria Management Center unter anderem Mailing- bzw Texte für die Homepage verfasst habe. Im Vordergrund stand einfach mein Wirtschaftsstudium zu beenden, beruflich und privat Fuß zu fassen. Bekanntlich hat der Tag nur 24h, darum blieb halt das Schreiben als Hobby auf der Strecke.

Beruflich bin ich dann direkt nach dem Studium rein nur in das Verfassen von Berichten gekommen. Berichte sind sachlich orientiert und sollten am besten total meinungslos bzw nicht angreifbar verfasst werden. War zwar eine schöne Schule für mich, allerdings fällt das für mich nicht unter die Kategorie schreiben zum Spaß. Eher eine beinharte Anreihung von Fakten damit du dich beim nächsten Meeting nicht angreifbar machst. Versteht mich hier nicht falsch, das ist auch richtig so. Gerade im Business und in vielen weiteren Disziplinen wie zum Beispiel im Recht ist das ganz ganz wichtig, dass Texte genau ausdefiniert sind und keinen Spielraum mehr zu lassen, damit ggf keine „Schlüpflöcher“ ausgenutzt werden können, gerade wenn es um viel Geld geht.

Wie auch immer ihr seht SCHREIBEN (KOMMUNIKATION) ist überall im Alltag wichtig und daher war es mir auch wichtig hier einmal ausbildungstechnisch einen tieferen Blick reinzuwerfen. Da ich nun seit über einem Jahr in einer reinen Marketing | PR Stelle arbeite ist es für mich beruflich aber auch privat hilfreich das Handwerkszeug des Journalismus zu beherrschen. Privat um ggf endlich den Mut zu finden meinen Traum Kurzgeschichten, Romane die ich verfasst habe zu veröffentlichen und im Beruf um bestmöglich Presseaussendungen zu platzieren, Texte für Homepage etc Zielgruppen gerecht zu verfassen.

Als ich daher die Zusage hinsichtlich Aufnahme in die Journalistenakademie Oberösterreichs bekam, habe ich mich super gefreut und war sehr stolz darauf. Mit September habe ich mit den ersten Kursen gestartet und mit Dezember beendet. Um Euch einen Eindruck zu geben was bis dato in den Kursen gelehrt wurde, fass ich hier mal alles kurz überblicksmäßig zusammen.

Die Blockwoche

Bildcredits: Herbert Ablinger - Willkommen im Schloss Puchberg
Bildcredits: Herbert Ablinger – Willkommen im Schloss Puchberg

Bei der Blockwoche stand die ersten Tage das Kennenlernen der TeilnehmerInnen untereinander im Vordergrund. Ich muss sagen wir sind eine bunte Mischung. Angefangen von Marketing/PR Beauftragte in Großkonzernen bis hin zu Pressesprechern, Redakteuren bei Tageszeitungen bzw bei Magazinen bis hin zu selbständigen Agentur-PR-Leuten etc. Aber auch Freizeitbloggerinnen sowie ich. Eine spannende Mischung finde ich. Bei jedem fühle ich mich wohl, alle haben so spannende Erfahrungen/Geschichten zu erzählen. Achja und zu erwähnen ist, dass wir im Schloss Puchberg die meiste Zeit die Kurse hatten. Ich kannte Schloss Puchberg voher nicht, obwohl ich eigentlich die Gegend rund um Wels ein bisschen kenne. Schloss Puchberg bietet auch ein umfassendes Seminarprogramm und ist wirklich ein cooler Ort der Begegnung. Das Seminarangebot reicht vom Yoga bis zu Kulturdiskussionen. Mit dem angeschlossenen Gästehaus mit Sicherheit ein Ort zum Verweilen.  http://www.schlosspuchberg.at/

Maenner
Fotocredits: Rudolf Laresser (Pressefotograf)

Überschriften texten…

In dieser Woche hatten wir Unterricht im Überschriften texten. Das klingt alles einfacher als es ist. Eine spannende Überschrift in 3 bzw 5 Wörtern  zu verfassen, die Lust auf das Lesen des Textes macht aber den Leser nicht in die Irre führt ist ziemlich schwer. In diesem Kurs lernten wir auf was es genau darauf ankommt und wurden mit vielen praktischen Übungen an das Überschriften texten hingeführt. Eines der best practice Examples beim Überschriften-Texten ist mit Sicherheit die damalige Überschrift in der Bildzeitung zum damaligen neuen Papst Ratzinger. „Wir sind PAPST“ stach damals diese Überschrift auf der Titelseite ins Auge.

Bildcredtis: Antia Tossmann - von der Agentur Entflammt http://www.entflammt.com/
Bildcredtis: Antia Tossmann – von der Agentur Entflammt http://www.entflammt.com/

Interviewtechniken | Kommentar verfassen

Das Interview ist ebenso ein mächtiges journalistisches Werkzeug. In einem halben Tag wurden wir theoretischen wie auch praktisch an Interviewtechniken herangeführt. Meine Gruppe und ich haben ein Interview mit Dr. Achleitner, Leiter Schloss Puchberg geführt. Ein sehr interessantes und aufschlussreiches Interview rund um den Werdegang von Dr. Achleitner und Schloss Puchberg als Ort zur Erholung und gemeinsamen Gedankenaustausch.

Medienrecht

Im Vortrag Medienrecht ging es um die verschiedenen Gesetze die bei diesem Thema in Österreich zur Sprache kommen. Es ging auch hier eindeutig hervor, dass da viele Themen nicht ganz klar gesetzlich geregelt bzw mehrere verschiedene Gesetzbücher greifen, eben viele Graubereiche. Gerade zum Thema online Medien – Bildmaterial und vorallem Social Media hat es einige interessante Fragestellungen geben. Gerade für mich als Online Marketing-Fachfrau super spannendes Thema. Bei Fragen zu rechtlichen Themen im Medienrecht kann ich unseren Vortragenden: Dr. Christian Radetic (er hat seine Kanzlei in Unterweißenbach bei Linz: KANZLEI) oder auch Dr. Gerald Waitz (er hat seine Kanzlei in Linz: KANZLEI) empfehlen.

Kriminalberichterstattung

Ein Workshoptag drehte sich rund um die Regional- und Kriminalberichterstattung. Ich muss sagen diesen Vortrag fand ich auch extrem interessant. Vorallem sich hier Bewusst zu sein, dass dies ein beinhartes Geschäft ist. Sprich als „Mörder-Leichen-Journalist“ musst du ein knallharter Hund sein. Vorallem wie schnell die Berichterstattung läuft, da wird innerhalb weniger Sekunden über eines anderen Leid geschrieben. Ein hochsensibles Thema. Was ich mir mitnehmen konnte ist, dass in Österreich in diesem Themenbereich nicht gerne über Suizid geschrieben wird (wegen der Nachahmungsgefahr). Opfer werden generell mit Bildmaterial abgebildet bzw Fotomaterial über Internetquellen besorgt, bei Tätern auf keinen Fall weil die könnten nämlich klagen, auf Schadenersatz.

Public Relations in Österreich

Der halbtägige Vortrag über Einführung in die PR hat mir sehr viel an neuen Informationen gebracht. Ich habe kein Kommunikationsstudium absolviert und darum waren die Informationen für mich neu. Vorallem wie funktioniert die Medienlandschaft in Österreich. Welche Medien gibt es. Was sind die größten Medien. Wie funktioniert APA und Observer. Wann ist es zeitlich gut eine Pressemeldung rauszuschicken, damit diese von den Medien angenommen werden. Hier konnte ich mir sehr viel für meine tägliche berufliche Arbeit mitnehmen.

Schreiben für Social Media

Den Vortrag über Schreiben für Social Media habe ich schon herbeigesehnt. Für mich, die sich seit 2007, seit den Geburts-/Kindergartenstunden von Social Media mit den Themen befasst, vorallem auch im Unternehmensumfeld war voller Erwartungen. Vorallem zum Thema SEO und Content Management war ich gespannt was die Vortragende vermittelt und ich muss sagen ich wurde nicht enttäuscht. Vieles was natürlich damals oder mittlerweile selbstverständlich geworden ist im Online Marketing hat einfach einen Namen bekommen bzw sehe ich hier sowieso bereits einen Trend der wieder ein bisschen Weg von Social Media geht. Der Zenit wurde bereits überschritten. Social Media dient nur rein dazu mehr Traffic auf die Zielseite zu gelangen aber nicht mehr. Dennoch ein hervorragend aufbereiteter Vortrag. Für weitere Informationen schaut hier auf SLIDESHARE.

Kennt Ihr SLIDESHARE? Das ist eine Social Media Plattform wo man sich selbst ein Profil anlegen kann und seine PPT (Powerpoint-Präsentationen) teilen und die anderen können einem mit seinem Profil dann folgen. Also ein absoluter internationaler Knowledge-Transfer.

Pressefotografie

Bildcredits: Herbert Ablinger - Das Bild ist im Rahmen des Pressefotografie-Workshops entstanden.
Bildcredits: Herbert Ablinger – Das Bild ist im Rahmen des Pressefotografie-Workshops entstanden.

Ärztekammer | LT1 | Land OÖ:

Großteils der Wochenende fanden entweder in Schloss Puchberg oder bei Unternehmen in Linz statt. Wir besuchten die PR-Abteilung der Ärztekammer und des Land Oberösterreichs (hierzu habe ich einen Blogbeitrag geschrieben). Aber auch konnten wir einen Blick hinter die Kulissen von LT1 werfen. Dietmar Maier der Geschäftsführer machte mit uns einen ganzen Workshop. Angefangen von der Erarbeitung der Fragestellung bis hin zum Interview vor der Kamera und dann Feedbackrunde. Ein wirklich großartiges Erlebnis für mich mitten in den Studios von LT1 zu sein – vorallem das Magazin-Wohnzimmer von Nina Kraft hat es mir angetan 😉

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Krisenjournalismus – Die Reportage

Als ich wiedermal an einem Samstag in Schloss Puchberg eintraf stand bereits eine Frau mittleren Alters vorne am Pult. Sie wirkte sehr agil, dynamisch. Als alle meine Journalisten-Akademie-Teilnehmerinnen eingetroffen sind begann sie mit einer bisschen rauer Stimme aber sehr zackig zu erklären, dass sie Petra heißt Krisenjournalistin ist und uns heute die Reportage – die Königsdisziplin in der Medienwelt – näher bringen möchte. Krisenjournalismus was ist das dachte ich mir? Da fing Petra bereits an, in welchen Ländern sie sich normalerweise bewegt und wie daraus Reportagen aus ihrer Feder entstehen. Auch muss ich sagen, sie hatte mich bereits von der ersten Sekunde eingefangen. Zumal ich die Woche davor das Interview von einem Krisen/Kriegsjournalisten bei Frühstück bei mir (ich weiß seinen Namen jetzt nicht mehr), bei Barbara Stöckl Ö3 gehört habe, der übrigens ein Bekannter von Petra ist, meinte sie und schwer gezeichnet ist von seinen Erlebnissen. Ich denke man muss schon ziemlich taff sein, solche Kriegs-Erlebnisse zu verarbeiten. Petra gab uns die Aufgabe eine Reportage über das Schloss Puchberg zu schreiben mit Feedback von Ihr danach. Hier ein Bericht über Petra Ramsauer: http://kurier.at/chronik/oberoesterreich/petra-ramsauer-fuer-islamisches-reich-mit-kalifen/58.232.445

Magazinjournalismus – Welt der Frau:

Der Tageszeitungs- und Magazinjournalismus hat wesentliche Unterschiede. In einem Seminar wurden wir an diese Thematik herangeführt. Ich muss ehrlich gestehen ich wusste vorher wenig über den Magazinjournalismus. Dr. Christine Haiden, Chefredakteurin, Welt der Frau, Linz hat spannend in die Thematik eingeführt und uns ebenso eine praktische Gruppenaufgabe gestellt. Wir mussten eine Magazin-Serie also mehrere Geschichten zu einem bestimmten Thema aufbauen, so dass das Ganze einen roten Faden ergibt. Auch hier stellte sich  heraus, dass es nicht so einfach ist und es gewisse Merkmale zu beachten gibt, damit der Leser/Leserin spannende Geschichten zum Lesen bekommt.

Ja was soll ich sagen. Ich habe jede Minute in dieser Ausbildung genossen. Vorallem weil ich eine wirklich tolle Kollgen-Gruppe hatte. Danke nochmals an Euch – liebe KollegInnen!

Ich hoffe ich konnten allen die Interesse an der Akademie haben einen bisschen einen Einblick vermitteln. Weitere Infos zur Akademie gibt es hier: http://www.journalistenakademie.at/ Alles liebe Eure Doris

10 Monate Schweden | Wie ich der Kälte wieder entkam…

10 Monate Schweden | Wie ich der Kälte wieder entkam…

Gestern als ich Nachrichten geguckt habe, ist Russland aber auch Schweden erwähnt worden. Wahnsinn – Kinder wie die Zeit verfliegt. Jetzt ist es bald sieben Jahren her, dass ich ca ein Jahr in Skandinavien gelebt habe. Genauer in Südschweden. Von da habe ich Stockholm, Götheburg, Finnland und Russland besucht. Von September 2007 bis Juni 2008 war das. Ein aufregendes Studienjahr mit ganz vielen Eindrücken und neuen Erfahrungen vorallem, weil ich mit fast 800 Austauschstudenten aus allen Ecken der Welt in einer Kleinstadt studiert habe. Aber auch die Anreise mit meinen kleinen VW-Golf durch halb Europa, gekoppelt mit einem 3-wöchigen Urlaub in Nord-Deutschland, Dänemark und Ostküste-Schweden. Weiters die vielen Reisen unter anderem Finnland und Russland. Schon das Besorgen des Visums für Russland war damals aufregend. Von Växjö, Schweden aus flogen wir nach Stockholm. Mit der Fähre weiter nach Turku, Finnland. Dort erwartete uns, der Autobus der uns zuerst nach Helsinki brachte. Nach einem halben Tag Sightseeing und der Oper Carmen am Abend verließen wir am nächsten morgen wieder Helsinki. Weiter gings nach St. Petersburg. Ankunft in St. Petersburg, Besichtigung der Stadt. Am folgenden Tag abends Abreise nach Moskau. Besichtigung der Stadt. Der Rote Platz, Kreml etc. In der Nacht ein Lichterspiel wie in einer Traumwelt. Weiterlesen „10 Monate Schweden | Wie ich der Kälte wieder entkam…“

Mein Geheimtipp: Es muss nicht immer Kaffee sein. Sonntagsnachmittags im Teehaus Madame Wu Linz

Mein Geheimtipp: Es muss nicht immer Kaffee sein. Sonntagsnachmittags im Teehaus Madame Wu Linz

Die vielen Jahre die ich bereits in Linz wohne hat sich eines nicht verändert und das ist der Sonntag. Der Sonntag ist so ein eigenartiger toter Tag besonders am Nachmittag. Es ist wenig los – irgendwie scheinen alle zu ihren Familien gefahren zu sein bzw machen es sich gemütlich mit ihrer Familie zuhause. Auch die Innen-Stadt selbst ist, wenn nicht gerade ein Event ist, irgendwie wie ausgestorben. Nur wenige Restaurants und Kaffees haben offen. Auch für mich ist der Sonntag-Nachmittag wenn ich in der Stadt bin ein Nachmittag den ich gerne familär oder mit lieben Freunden verbringe. Am liebsten mit einem wunderschönen Spaziergang (gerade im Winter oder wenn so Übergangswetter herrscht) kombiniert mit einem schönen Kaffeehausbesuch. Dabei ist mir die Gemütlichkeit und eine angenehme Stimmung sehr wichtig. Letzte Woche hat sich die Gelegenheit ergeben und wir sind eine große Runde auf der Donaulände spazieren gegangen. Als die Nase dann schon kalt war und sniefte haben wir beschlossen ins Warme zu gehen und was gibt es da schöneres als in die Tee-Welt von Madame Wu einzutauchen. Madame Wu ist ein Teesalon mitten in der Altstadt von Linz. Der Laden hat einen Tee-Shop dabei und im hinteren Teil des Lokals gemütliche Bänke, Sofas und Tische. Die Gewölbe auf Grund des Altbaugebäude (ich denke es ist sogar Denkmal geschützt) und die verschiedenen Teegerüche verleihen dem Lokal dann auch noch einen speziellen Flair.

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Die Madame Wu Tee- und Speisekarten ist für jeden (Nicht)Tee-Liebhaber ein Segen wie auch ein Fluch. Die Auwahl ist rießig gigantisch. Ich habe mich für ein „Knusper-Häuschen-Tee“ entschieden. Dazu Kuchen und eine Nachmittags-Tee-Zeremonie haben wir gemeinsam gegessen. Mein „Knusper-Häuschen-Tee“ wurde serviert mit einer Sanduhr, damit ich wußte wann ich den Teebeutel rauszunehmen habe, und im Tee selbst befanden sich Nüsse. Ein sehr herrlicher, wärmender Tee gerade für die kalte Jahreszeit! Als zweiten Tee habe ich dann einen Kräutertee getrunken (das war ein Vital-Mischung, ich kann mich an den Namen nicht mehr erinnern, aber es war definitv Zitronengras und Melisse drinnen). Dieser Tee war sehr durstlöschend.

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Angeblich gibt es bei Madame Wu auch Tee-Seminare. Das ist mit Sicherheit sehr interessant. Auf jedenfall kann ich die Sonntag-Nachmittag bei Madame Wu nur empfehlen. Sowohl fürs Auge, Atmosphäre und den unzähligen Tee-Sorten.

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Madame Wu Teesalon

Altstadt 13

A-4020 Linz, Österreich

http://www.madamewu.net/

Wie du am Besten den Fasching in Linz feierst – Piratenball – alle Jahre wieder!

Wie du am Besten den Fasching in Linz feierst – Piratenball – alle Jahre wieder!

Die Faschingskultur ist ja bei uns in Österreich nicht so ausgeprägt wie bei unseren deutschen Nachbarn. Einige wollen mir da mit Sicherheit jetzt widersprechen. Aber sorry Leute, ich habe es bis dato jetzt zweimal miterleben dürfen wie zB in Düsseldorf wie auch Köln der Fasching -ehm die Deutschen sagen dazu ja- Karneval – abgeht. Leider habe ich damals keine Fotos gemacht aber vielleicht wenn ich das drittemal dort oben im Norden bin, dann werde ich sicherlich in meinen Blog darüber berichten. Die zweimal wie ich in Düsseldorf bzw Köln mitten im Karneval war ist mir schlichtweg vor Staunen der Mund nicht mehr zugegangen und ich war restlos überfordert von den Eindrücken. Das war wahrscheinlich der Grund, dass ich damals keine Fotos gemacht habe.

Es ist tatsächlich so, dass während der Karnevalszeit der komplette Ruhrpott (das sind bitte ca mehr als 8 Millionen Menschen) einfach so ihre Arbeit niederlegen und einfach nur verrückt spielen, Kostüme anziehen und sich einen Saufen. Die Karnevalszeit wird dort auch akribisch nach deutscher Manier das ganze Jahr über geplant. Vereine, Stammtische die mit Präzision dieses Mega-Ereignis planen.

Bei uns im kleinen überschaubaren Österreich sind zwar auch Faschingsumzüge Kultur aber niemals in solchen Dimensionen wie in Nord-Deutschland auch nicht der Villacher Fasching. Jeder der mir gegenteiliges Beweisen will, soll mich bitte einladen. Ich lasse mich gerne überzeugen.

In Linz gibt es meistens am Faschingssamstag ein paar Faschingsgschnas, am Faschingsdienstag vereinzelt ein paar Maskierte die sich einen Trinken gehen in den Bars aber das wars dann auch schon. HALT – nein eines gibt es in Linz, den Piratenball.

Piratenball – Posthof – Der Faschingsgschnas in Linz

Der Piratenball hat schon Kultstatus in Linz und wird vom Linzer Ruderverein ausgerichtet. Seit vielen vielen Jahren findet dieser Faschingsgschnas im Posthof www.posthof.at statt und ist der größte weit und breit. Die Karten sind meist schon Monate vorher ausverkauft.

Ich hatte auch heuer wieder Glück und habe mit meinen Freunden einige der begehrten Karten ergattert. http://www.ister.at/Piratenball/

Ich muss gestehen es war das erstemal, dass ich mir selbst ein Faschingskostüm genäht bzw gebastelt habe. Lange habe ich überlegt als was ich gehe. Mein Traum war es als Prinzessin zu gehen – ich liebte schon als kleines Mädchen märchenhafte Kostüme. Leider habe ich kein Prinzessinenkleid zum Kaufen gefunden. Auch war ich mir bewußt, dass ich mir mit meinen derzeitigen Nähkenntnissen kein schönes Prinzessinen-Kleid nähen konnte. Bis ich durch einen Internetresearch auf ein Foto einer Puppe gestossen bin und von da an war dann die Idee geboren als Puppe zu gehen. Hier das Foto der Puppe:

http://deavita.com/dekoration/fasching/fasching-kostume-make-up-letzter-minute-familie.html
http://deavita.com/dekoration/fasching/fasching-kostume-make-up-letzter-minute-familie.html

Als Puppe brauchte ich Klamotten die bunt sind aber irgendwie als wäre ich daraus rausgewachsen. Ich fand noch einen alten weißen Blusenbody bei meinen alten Kleidern. Aus einem alten Vorhangsstoff habe ich mir dann einen Rock in der offenen Nähküche Linz genäht. Siehe Blogbeitrag NÄH DIR EINS!

Ebenso in der offenen Nähküche habe ich dann in einer alten Stoffbox – „komische Stoffe“ einen pinken Unterrock gefunden und auch ein kleines Häkeltäschen. Die pinke Perücke habe ich einen Tag später in einem Spielwarenhandel auf der Hauptstraße in Linz gefunden. In das Häkeltäschen sind dann meine Wertsachen reingekommen und mein Lieblingsteddybär der PAUL, der mich dann die ganze Nacht am Piratenball begleiten durfte. Eine geringelte Strumpfhose wie am Puppen-Bild fand ich weder bei Calzedonia, H&M etc. Ich bin die ganze Landstraße in Linz einmal auf und ab – nichts, scheinbar gerade nicht in Mode. Allerdings hatte ich noch ein paar weiße halterlose Strümpfe die habe ich dann genommen. Weiße Theaterschminke und aufgeklebte Wimpern haben dann mein Kostüm komplett gemacht. Kann sich sehen lassen oder?

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Getanzt wurde dann noch bis in die Nacht zwischen Qualen, Substral-Dünger-Gießkannen (sehr coole und kreative Kostüme!) etc auf mehreren verschiedenen Dancefloors und zum Abschied gabs wiedermal als jährliche „Kater-Abschiedsgeschenk“ – Fisch im Glas.

Gerollter Fisch mit Sauerkraut im Glas – genannt Rollmops oder Russen (keine Ahnung warum das so heißt – weis das jmd?). Fakt ist es soll das Beste Frühstück gegen Schädelweh nach zuviel Alkohol und einer durchtanzte Nacht sein. Hier auch ein Report von einen meiner Lieblingsmagazine: Menshealth 😉 über Rollmöpse.

 http://www.menshealth.de/food/power-food/rollmoepse-im-test.23487.htm#1

Danke lieber Ruderverein – lieber Piratenball, nächstes Jahr wieder!